Film: Einfach zu haben (2010)

Einfach_zu_HabenRegie: Will Gluck

Kinostart: 11. November 2010

Lauflänge: 92 Minuten

Genre: Komödie

Wie schon so viele Filme zeigten, ist das Leben an einer amerikanischen High-School nicht so einfach.Und so hat auch auch Olive (Emma Stone) ihre Probleme mit Freundinnen und Feindinnen und vor allem damit, was sie für Gerüchte über sie verbreiten. War sie doch sonst so unscheinbar, wird sie jetzt plötzlich zum, vom Schulhof ernannten, Flittchen und das nur wegen einer kleinen Notlüge.

Die typische High-School Komödie ist für mich ein Genre, das zwar ziemlich gewöhnlich schein, in dem es aber nur recht wenig wirklich gute Vertreter gibt. Es ist nämlich gar nicht einfach, in so einen Film das richtige Maß an Humor und einen angemessenen erzählerischen Rhythmus rein zu bringen, ohne dabei die gewisse Tiefe zu verlieren. Einfach zu haben ist für mich der erste Film, der das nach dem Klassiker Girls Club, wieder geschafft hat.

Zu verdanken haben wir das zum größten Teil dem, mittlerweile nicht mehr abzustreitendem, Talent von Emma Stone. Niemand anderes sonst, hätte diese clevere, schlagfertige und durchaus verschrobene Rolle so gut auf den Punkt gebracht. Den einen oder anderen spielt sie damit etwas an die Wand, aber mit einem Stanley Tucci oder Penn Badgley harmoniert sie perfekt.

So ein Film lebt vor allem von den richtigen Dialogen. Und auch was das betrift, wird hier vieles geboten, was einen vorzüglich unterhält. Nicht nur die Gags haben das richtige Timing, sondern es fehlt zum Ende hin auch nicht an einer gewissen Ernsthaftigkeit, die die Moral der Geschichte perfekt untermauern. Typisch für dieses Genre, ist auch das Voice-Over, welches die Handlung schön einrahmt und uns einen gewissen Draht zur Protagonistin verleiht.

Man muss jedoch zugeben dass der Film auch deutlich tiefsinniger ist, als andere Vertreter dieses Genres. Zwar werden alle Klischees wunderbar abgearbeitet und nehmen sich dabei zum Glück nicht so ernst. Jedoch ist die Grundaussage nicht ganz so flach, wie vielleicht zu erwarten wäre, was den Film wohl auch umso erträglicher für die breite Masse macht und nicht nur für Teenager.

Als High-School Komödie überzeugt er also durch und durch und eignet sich daher auch perfekt für einen lockeren und lustigen Filmabend mit ein paar Freunden, vorausgesetzt man ist solcher Art Filme nicht völlig abgeneigt. Aber selbst wenn, sollte man sich dennoch daran wagen, da die Grundhandlung und der Humor sich nicht zwangsläufig nur auf eine Zielgruppe beschränken müssen. Und immerhin schauen wir doch alle gerne eine gute Komödie, vor allem wenn Emma Stone in der Hauptrolle zu sehen ist.

Bewertung: 7.5/10.0

Film: Boyhood (2014)

Quelle: www.moviepilot.deRegie: Richard Linklater

Kinostart: 05. Juli 2014

Lauflänge: 166 Minuten

Genre: Drama

So kurz vor den Oscars kann man sich ja mal ein paar der Nominierten anschauen. Dieses Mal einen, den ich im Kino leider verpasst habe, der mich aber schon seit dem ersten Trailer wahnsinnig interessiert hat.

In Boyhood begleiten wir den kleinen Schulanfänger Mason (Ellar Coltrane), der mit seiner Mutter (Patricia Arquette) und seiner älteren Schwäste Samantha (Lorelei Linklater) zusammen lebt. Wir sehen, wie Mason heranwächst und mit den Problemen eines normalen Lebens zu kämpfen hat. Viele Umzüge, einen Vater (Ethan Hawke), den er nur alle paar Wochen zu sehen bekommt, fragwürdige Stiefväter, bis hin zu üblichen Teenager Problemen. Dabei werden nicht nur zwölf fiktive, sondern tatsächliche reale Lebensjahre erzählt und begleitet.

Von einem Film, der ganze zwölf Jahre gedreht wurde, erwartet man in gewisser Weise, dass er seinen Aufwand auch wert ist. Doch warum ist es notwendig diesen Film auf so aufwendige und einzigartige Weise zu drehen? Schließlich ist Boyhood nichts anderes, als eine sehr lange Coming-of-Age-Story, wie wir sie schon oft gesehen haben. Durch diese Machart wird das Thema des Erwachsenwerdens, jedoch nochmal doppelt unterstrichen. Denn es ist nicht nur die Handlung, die erwachsen wird, sondern der ganze Film, der mit der Zeit wächst.

Die stolze Laufzeit von fast drei Stunden schreckt natürlich zu Anfang etwas ab und auch wenn man dem Film seine Länge anmerkt, hatte ich nie dass Gefühl, dass er sich unnötig hinzieht. Man erwartet ja auch von einem Film, der zwölf Jahre gedreht wurde nicht, dass er nach 90 Minuten aus erzählt ist, sondern dass er sich für die Entwicklung der Handlung, der Darsteller und auch der immer präsenten Gegenwart Zeit nimmt. Deswegen lässt sich auch kein typischer dramaturgisch korrekter Aufbau der Handlung erkennen. Vielmehr lebt der Film von stätigen Höhen und Tiefe, wie auch das wahre Leben. Dennoch wirkt es weniger wie eine Dokumentation, wie man vielleicht denken könnte, sondern hat schon den Anspruch eine fiktive Geschichte erzählen zu wollen.

Besonders interessant für mich war, dass Mason wohl genau mein Alter und meine Generation darstellen dürfte. Somit hat er Kindheit und Jugend und schließliches Erwachsen werden in genau den Jahren verbracht wie ich, was für mich und Leute in meinem Alter natürlich noch einen ganz anderen Blick auf den Film werfen lässt. Man sollte sich auch vor Augen führen, dass selbst das Drehbuch von der vergangenen Zeit gezeichnet wurde und, soweit ich richtig recherchiert habe, sogar von den Darstellern selbst gestaltet wurde. Das bedeutet, alle äußeren Einflüsse, die die Charaktere erleben, seien es Musik, Videospiele, Politik oder Gesellschaftskritik, sind aus dem Moment heraus entstanden und machen den Film somit authentischer denn je.

An dieser Stelle lässt sich auch ein Zitat erwähnen, welches diese Magie des Film am besten einfängt:

You know how everyone’s always saying seize the moment? I don’t know, I’m kind of thinking it’s the other way around, you know, like the moment seizes us.

Es war also durchaus berechtigt den Film auf diese Art zu drehen und darzustellen. Denn schließlich ist es nicht nur ein Coming-of-Age Film der unheimlich lange gedreht wurde, sondern eine einfühlsame und aus dem Leben gegriffene Geschichte, die mittels eines geglückten Experiments realisiert wurde. Somit ein Film, den es sich lohn anzusehen und der es schafft eine relativ übliche Geschichte so lebensnah darzustellen, dass man trotz seiner Länge nie uninteressiert ist.

Bewertung: 8.0/10.0

Film: Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (2014)

birdman

Regie: Alejandro González Iñárritu

Kinostart: 29. Januar 2015

Lauflänge: 120 Minuten

Genre: Drama, (Komödie)

Es dürfte vielleicht auffallen, dass ich verhältnismäßig wenig Filmkritiken auf diesem Blog schreibe. Das liegt vermutlich nicht nur daran, dass ich in letzter Zeit relativ wenig Filme gucke, sonder auch daran, dass es mir immer deutlich schwerer fällt, die richtigen Worte über einen Film zu finden. Nichtsdestotrotz war ich mal wieder im Kino und möchte mich an einen Film wagen, der es mir auch nicht ganz leicht macht über ihn zu schreiben.

Birdman erzählt die Geschichte von Riggan Thomson (Michael Keaton), der in früheren Jahre eine glänzende Karriere als Darsteller des Superhelden Birdman hatte (was für eine schöne Parallele zur Besetzung). Doch der glänzende Held ist in die Jahre gekommen und um sich wieder einen Namen zu machen, inszeniert er ein Theaterstück am Broadway.

Eine relativ einfache Handlung, die von Anfang an nicht viel Erklärung bedarf. Schließlich ist es eher die Inszenierung die diesen Film ausmacht. So gut wie jedes wichtige Element in diesem Film schafft es, einen zu fesseln und neugierig zu machen. Angefangen bei der Kamera-/Schnittarbeit, die gekonnter weise den Eindruck eines 120 Minuten Takes erweckt, wodurch sich der Film selbst wie ein Theaterstück anfühlt. Das Durcheinander von Gefühlen wie Verzweiflung, Wut, Liebe oder Angst, die aber auch mit der richtigen Priese Humor unterstrichen werden, wird durch diese intime Kameraführung umso greifbarer.

Das gleiche wirkt sich dann auch auf die Schauspieler aus, von denen wirklich keiner auf irgendeine Weise eine schwache Leistung gezeigt hat. Allen voran natürlich ein grandioser Edward Norton, von dem aber auch gar nichts anderes zu erwarten war. Da ich Micheal Keaton noch nie so wirklich auf den Schirm hatte, bin ich vielleicht nicht überrascht, aber umso faszinierter wie gut er diesen gebrochenen und vielschichtigen Charakter auf die Leinwand gebracht hat. Mein Favorit dieses Films ist jedoch Emma Stone. Dass sie unglaublich talentiert ist war ja noch nie zu bestreiten, aber diese Rolle der vernachlässigten und gebrochen Promitochter, die es aber trotzdem noch faustdick hinter den Ohren hat, ist auch für sie irgendwie etwas neues. Alleine für den Monolog, den sie während eines mahnenden Vater-Tochter Gesprächs hält, dürfte ihr den Oscar einbringen.

Letztlich ist es auch die fast schon minimalistische Musik, die diesen Film in seinen ganz besonderen Momenten unterstützt. Oft wird sie ehrlich gesagt nicht eingesetzt und bis auf einige andere Kompositionen, besteht sie auch meist nur aus einem einfachem Schlagzeug, aber das verleiht vielen Szenen eben die gewisse Tiefe aber auch einen gewissen Witz.

Kommen wir, nachdem wir nun Inszenierung, Schauspieler und Musik zu genüge gelobt haben, zur Handlung und der einzig wichtigen Frage: Was will uns dieser Film eigentlich sagen?
Natürlich sollte man sich nach dem Film diese Frage stellen, aber selten habe ich so intensiv darüber nachgedacht, wie nach der Sichtung von Birdman. Denn es ist so viel was uns dieser Film sagen könnte. Ist es eine Kritik an Hollywood und was dieses aus vermeintlichen Künstlern macht? Ist es eine Kritik am Theater, welches selbst langsam einen Hollywood Status bekommt? Oder ist es ganz im Gegenteil eine Liebeserklärung an das Theater, welches so viel intensiver als die Filmkunst sei? Vielleicht zeigt er aber auch das Sehnen nach vergangenen Filmzeiten in denen es Schauspieler noch so viel leichter hatten?
Ob sich all diese Fragen gegenseitig ausschließen oder auch nebeneinander existieren können ist schwer zu sagen, aber sie zeigen auf jeden Fall wie vielschichtig dieser Film sein kann. Schließlich lässt sich die Handlung relativ klar und schnell zusammenfassen, aber es ist der Subtext, der uns zum nachdenken anregen soll. Ich selbst habe noch keine Antwort auf den Sinn des Filmes gefunden, aber ich finde es immer schön mit einen gewissen Gefühl der Unvollständigkeit aus einem Film zu gehen, denn das bedeutet, dass man noch lange über jede Einzelheit nachdenken kann.

Schließlich ist Brindman ein Film, bei dem es mir an nichts fehlt. Er ist auf eine andersartige Weise in Szene gesetzt, hat eine fabelhaft und talentierte Besetzung und geht, was Gefühle und Interpretationsmöglichkeiten angeht, tiefer als alles was ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe.
Somit habe ich also doch mehr zu diesem Film zu sagen habt als ich angenommen habe. Warum es dennoch nicht ganz die volle Punktzahl gibt liegt wohl daran, dass der Film durch die vielen Fragen die er aufwirft immer noch in meinem Kopf rumschwirrt und ich noch ein bisschen brauchen werde bis ich ihn für mich abgeschlossen habe.

Bewertung: 9.0/10.0

Film: Silver Linings (2013)

Silver-Linings

Regie: David O. Russell

Kinostart: 03. Jan. 2013

Lauflänge: 122min

Genre: Drama

Über drei Monate ist es jetzt schon her, dass ich meine Auszeit verkündet habe und jetzt komme ich so langsam an den Punkt, an dem mir das bloggen schon wieder so richtig fehlt. Voller Motivation und neuer Ideen leite ich meine Ankunft in die Blogwelt also mit einer Kritik zu einem meiner liebsten Filme des Jahres ein…

Inhalt:
Pat Solatano (Bradley Cooper) hat alles verloren: sein Haus, seinen Job und seine Frau. Und so findet er sich, nachdem er gerade auf gerichtliche Anweisung acht Monate in einer psychiatrischen Anstalt verbracht hat, plötzlich zuhause bei Mutter (Jacki Weaver) und Vater (Robert De Niro) wieder. Pat ist fest entschlossen, positiv zu denken und damit sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und seine Frau zurückzuerobern. Doch dann lernt Pat die rätselhafte Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen und alles beginnt, sich erneut zu verkomplizieren. (Quelle: amazon.de)

Eigentlich bin ich traurig darüber, diesen Film nicht im Kino gesehen zu haben, weil das einen doch immer gleich etwas mehr mitnimmt. Aber dass ich ihn mir seit Blu-ray Release schon mindestens drei Mal angesehen habe, spricht wohl auch dafür, dass mich dieser Film sehr begeistert.



Jeder, der sich von der schon etwas kitschig klingenden Beschreibung abschrecken lässt, macht einen großen Fehler, denn Silver Linings ist so viel mehr als ein gewöhnlicher Liebesfilm. Das zeigt allein schon die Situation in der sich alle Charaktere befinden. Der etwas naive und psychisch überforderte Pat bildet mit der ziemlich verrücken Tiffany ein so herrlich anzusehendes Duo, dass sogar der männlichste Action Liebhaber ihren Joggingausflügen nicht widerstehen kann. Wenn sich jetzt noch Pats neurotischer Vater dazu gesellt, tauchen wir in einen völlig abgedrehten Alltag hinein, der mich zugleich verwirrt und fasziniert hat.

Den Cast hätte man denke ich auch nicht besser wählen können. Über meine unglaubliche Begeisterung für Jennifer Lawrence könnte ich jetzt ganze Romane schreiben, aber in diesem Zusammenhang kann ich nur sagen, dass sie das hier großartig gemacht hat. Auch wenn ich, wie so viele auch, zuerst meine Bedenken hatte, dass sie vielleicht zu jung für die Rolle wirken könnte, so nehme ich diese Zweifel voll und ganz zurück, denn den Oscar für diese Rolle hat sie mehr als verdient. Auch Bradley Cooper sehe ich nach diesem Film in einem ganz anderen Licht und das natürlich im positiven Sinne, denn die Szene, in der auf der Suche seinem Hochzeitsvideo einen Nervenzusammenbruch bekommt, hat mich zu Tränen gerührt.

Somit machen die Schauspieler jede Szene dieses Filmes zu etwas Besonderem und ich würde keine Minute weg streichen. Dazu gehören natürlich auch die unvergleichlichen Dialoge und die immer perfekt gewählte Musik.

Silver Linings beweist für mich, dass es nicht viel braucht, um einen richtig guten Film zu erschaffen. David O. Russell hat es einfach geschafft jede Komponente eines Films perfekt zu gewichten, sodass nichts zu viel oder zu wenig erscheint und wer sich das nicht so richtig vorstellen kann, muss sich den Film einfach ansehen. Nach Les Miserable ist es für mich einer der bisher besten Filme des Jahres.
Für wen meine Punkte Bewertung zu übertrieben erscheint, der muss wissen, dass ich das meist aus dem Bauch heraus entscheide, denn ich vergebe nicht oft so viel Punkte, aber wenn dann bin ich mir damit auch 100% sicher. 

Bwertung: 10.0/10.0

Film: Crazy Heart (2010)

crazy-heartRegie:  Scott Cooper

Kinostart: 04.03.2010

Lauflänge: 112min

Genre: Drama, Musik

Seit ich mein LoveFilm Abo habe, schaffe ich es endlich alle die Filme zu schauen, die ich mir schon immer vorgenommen habe (oder zumindest die meisten). Crazy Heart gehört auch dazu, vor allem weil ich ja Musikbetonte Filme so liebe und gerade Country genau mein Fall ist…

Inhalt:
In Crazy Heart spielt Jeff Bridges Bad Blake, ausgebrannten Country-Sänger, der schon einige Ehen hinter sich hat, viel zu lange über die Lande getingelt ist und dabei viel zu viel Hochprozentiges zu sich genommen hat. Dennoch stehen die Chancen auf Erlösung nicht schlecht, als er eines Tages auf die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) trifft, die den Mann hinter dem ausgebrannten Musiker entdeckt. Nun muss Bad erkennen, wie schwierig der Weg zurück ins ‘normale’ Leben ist und was echter Herzschmerz bedeutet. (Quelle: www.moviepilot.de)

Kritik:
Dieser Film könnte genauso gut eine Biopic sein, wobei völlig egal ist von wem. Ich fand es auch von Anfang an interessant, dass diese Geschichte fiktiv ist, weil man dadurch nicht diesen biographischen Beigeschmack hat, der manchmal etwas zu bejubelnd ist. Hier kann man sich einfach auf die Geschichte einlassen, ohne das zwingend mit jemand identifizieren zu müssen.

Die grobe Handlung an sich ist meines Erachtens nichts Besonderes und lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Auch die Charakterbildung und Entwicklung wird einem relativ schnell klar. Durch diese Tatsache kam mir der Anfang ein wenig schleppend entgegen, weil viel Zeit dafür verwendet wird darzustellen in was für einer Situation sich Bad Blake befindet. Der einsame, versoffene Country Musiker  der auf dem Tiefpunkt seiner Karriere steht ist ein sehr typisches Bild, welches nicht viel Erklärung und Einführung bedarf. Warum das so gemacht wurde kann ich jedoch vollstes verstehen. Denn auf die Geschichte an sich kommt es hier weniger an. Es ist viel mehr die Atmosphäre, die Musik und das Wirken der Schauspieler.

Verrauchte Pups,  viel Whiskey und ein Mann mit Hut, der in seinem alten Auto quer durch die Wüste fährt.  Für Liebhaber des Country/Amerika Genres wird das hier ein Traum sein und denen macht es wohl gar nichts aus, dass man sich in dieser Hinsicht viel Zeit zum Erzählen nimmt. Unterstrichen wird das ganze natürlich von der dazugehörigen Musik, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, doch man muss natürlich für Country zu haben sein. Obwohl der Titelsong The Weary Kind wohl jedem eine Gänsehaut verpassen dürfte.
Auch die Schauspieler haben hier ihr Bestes gegeben. Von Jeff Bridges habe ich nichts anderes erwartet, weil er natürlich genau der Typ so für so eine Rolle ist. Aber auch auf Gyllenhaal habe ich mich sehr gefreut, weil sie für mich zu einer kleinen Gruppe von unterschätzten Schauspielern gehört, denen ich sehr gerne zusehe.

Im Allgemeinen kann man also sagen, dass Crazy Heart ein Film ist, der mich durchaus unterhalten hat. Er hat mich vielleicht nicht begeistert, aber die besondere Atmosphäre macht vieles wieder wett. Und wer weiß worauf er sich einlässt und die Richtung mag wird viel Freue an diesem Film haben…

Bewertung: 6.5/10.0

Film: Life of Pi (2012)

Life of Pi CoverRegie: Ang Lee

Kinostart: 26. Dez. 2012

Lauflänge: 127min

Genre: Abenteuer, Drama

Ich gehe in letzter Zeit ziemlich selten ins Kino. Einfach aus dem Grund, dass es in Berlin (ist das woanders auch so?) unheimlich teuer geworden ist. Deshalb muss ich mir schon sicher sein, dass es sich auch wirklich lohnt und als ich den Trailer zu Life of Pi sah, musste ich den Preis einfach in Kauf nehmen.

Inhalt:
Wie man 227 Tage auf hoher See mit einem Bengalischen Tiger unbeschadet überstehen kann, das zeigt Schiffbruch mit Tiger. Piscine Molitor Patel (Suraj Sharma), kurz Pi, ist ein junger Inder, der mit seiner Familie in Pondicherry lebt, wo sein Vater einen Zoo besitzt. Als sie aus politischen Gründen nach Kanada auswandern müssen, wird der Zoo verkauft und mit ihm ein Großteil der Tiere, der ebenfalls in Übersee ein neues Zuhause finden soll und so gemeinsam mit der Familie an Bord eines japanischen Frachters verbracht wird. Doch auf der Überfahrt kommt es zu einer Havarie und nur Pi kann sich als einziger Überlebender in ein Beiboot retten. Mit vier nicht-menschlichen Ausnahmen: Weitere „Passagiere“ im Rettungsboot sind eine Hyäne, ein schwer verletztes Zebra, ein Orang-Utan und ein ausgewachsener Tiger namens Richard Parker. Wie und unter welchen Opfern Pi diese entbehrungsreiche Odyssee überlebt, davon berichtet der mittlerweile erwachsene Pi (Irrfan Khan). (Quelle: www.moviepilot.de)

Ich überlege schon seit einer Weile wie ich meine Meinung zu diesem Film in Worte fassen soll und ich kann nicht sagen warum es mir so schwer fällt. Vielleicht liegt es daran, dass der Film von der Geschichte her nicht das Beste überhaupt ist, aber mich trotzdem die ganze Zeit zum Nachdenken bringt. Ich versuch es mal so auszudrücken.
Ein Überlebenskampf auf dem offenem Meer, zusammen mit einem gefährlichen Tiger scheint sich unglaublich interessant anzuhören und das ist es tatsächlich auch. Wie es diese Junge hier schafft sich mit dem Tiger zu Recht zu finden lässt den Zuschauer echt staunen und manchmal auch ausschrecken. Während sich das erste Drittel als etwas hinzieht, vergehen die letzten beiden wie im Flug. Und zum Ende in bekommt man als Zuschauer sogar noch einen kleinen Interpretationsansatz, bei dem an sich den Ausgang der Geschichte selber denken kann.

Schon im Trailer fällt einem diese Bildgewallt auf, die wohl nur so für 3D gemacht scheint. Doch ich bin nicht unbedingt Fan dieses neuen Trends und war deshalb erschrocken, als ich feststellte, dass es nicht mal eine Handvoll Kinos in Berlin gibt, die diesen Film in 2D ausstrahlen. Schließlich konnte ich doch eins finden und kann sagen, dass das 2D dem Film kein bisschen schadet.
Gleich von Anfang an wird klar, dass hier wunderbare Bilder eingefangen wurden, die so klar und farbenfroh dargestellt wurden, dass es schon fast plastisch wirkte. In den (vielen) Szenen auf dem Wasser, die seinen Überlebenskampf zeigen, sind diese Bilder genau richtig und ließen einem Zeit zu Bewunderung. Nur störten sie mich am Anfang ein wenig, als man noch in die Geschichte eingeführt wurde. Es wirkte irgendwie unecht, aber ich glaube dieser Film will auch keine Realität vermitteln.

Warum jetzt also meine unschlüssige Meinung. Ich kann es immer noch nicht sagen. Vielleicht liegt mir eine packende Geschichte einfach mehr am Herzen als eindrucksvolle Bilder. Aber irgendwie respektiere ich doch die Inszenierung des Regisseurs, hier mehr mit Bildern zu arbeiten als mit Worten und Handlungen. Und natürlich hat mich dieser Film trotzdem auf seine eigene Art berührt und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Bewetung: 7.5/10.0

Film: Elizabethtown (2005)

Regie: Cameron Crowe

Kinostart: 3. Nov. 2005

Lauflänge: 123 min

Genre: Drama, Komödie

Liebeskomödien haben in der Filmwelt ja nicht immer den besten Ruf und ich persönlich schaue mir solche Filme immer mir recht niedrigen Erwartungen an. Doch bei Elizabethtown merkte ich schon am Trailer, dass es keine typische Liebeskomödie ist und eigentlich gar nicht in dieses Genre passt. Naja es ist lustig und es geht um Liebe, aber mal sehen, ob ihr versteh was ich meine…

Der junge Geschäftsmann Drew Baylor (Orlando Bloom) scheint mit der Entwicklung eines neuartigen Schuhs, der meist gefeierte Mann seiner Firma und dazu noch der erfolgreichste seiner Familie zu sein. Doch dann geht alles den Bach runter, den das Projekt mach ein Verlustgeschäft von rund 1 Milliarde Dollar. Kurz bevor er sich nach diesem Fiasko entschließt aus dem Leben zu treten, erfährt er, dass sein Vater ihm schon einen Schritt voraus ist und er zu seiner Familie nach Elizabethtown reisen muss, um die Beisetzung zu planen. Völlig zerrissen und in Gedanken immer noch bei seinem Scheitern, trifft er auf seinem Weg dorthin die Stewardess Claire Colburn (Kirsten Dunst), die es schafft, allein mit ihrer Ausstrahlung sein ganzes Leben zu verändern.

Natürlich weiß jeder schon worauf dieser Film an Ende hinaus läuft, aber für mich wirkte diese Tatsache kein bisschen vorhersehbar im eigentlichem Sinne. Es war eher der logische und erwartete Schluss des Films. Aber wir wollen ja nicht mit dem Ende anfangen.
Dass das Ganze mit einem Voice-Over von Drew anfängt hat mich schon mal gefreut, denn ich finde Voice-Over immer eine tolle Möglichkeit die Atmosphäre einzufangen, die hier so wichtig ist. Außerdem bekommt man dadurch einen recht guten Einblick in Drew Charakter. Er ist nicht der typische Geschäftsmann und auch nicht so eine Art Träumer. Er ist vielmehr ein Realist, der nicht merkt, was eigentlich um ihn herum geschieht (es sei denn, es hat mit seiner Arbeit zu tun). Diese, durch die letzten Ereignisse, etwas verwirrte Persönlichkeit trifft nun auf den Optimismus in Person. Würde ich zum ersten Mal auf Claire treffen, würde sie mir wahrscheinlich tierisch auf die Nerven gehen und ich glaube so hat sich Drew auch ein bisschen gefühlt. Und gerade weil es nicht diese „Liebe auf den ersten Blick“ Geschichte ist, fand ich es so schön. Die beiden haben sich zuerst auf freundschaftlicher und doch ganz persönlicher Ebene kennen gelernt und sie schaft es seine Augen für das Leben zu öffen, was er während seiner Karriere so vernachlässigt hat.

Ich muss jedoch zugeben, dass ich zu Anfang vor der Besetzung ein wenig zurück geschreckt bin. Den eigentlich bin ich werden von Orlando Bloom, noch von Kristen Dunst ein großer Fan. Das liegt keines Falls daran, dass ich denke, sie wären schlechte Schauspieler, das sind sie nicht. Aber ich bin einfach noch nie mit ihrer Art und Ausstrahlung in anderen Filmen zurechtgekommen und ich hatte Angst, dass ich bei so einer Liebeskomödie eben nur Orlando und Kirsten sehen würde und nicht Drew und Claire. Aber so war es keineswegs, denn die beiden haben so gute Arbeit geleistet, dass ich ihre Charaktere verstehen konnte, wie sonst noch nie in einem Film dieser Art. Nicht nur, dass sie zusammen unglaublich gut harmonieren, sondern auch ihre ganz besonderen Charaktere einwandfrei und mit großer Überzeugung darstellen.

Und damit das Ganze noch zu einem vollkommenen Filmerlebnis abgerundet werden kann, ist noch zu erwähnen, dass Cameron Crowe hier Bilder, Texte und Musik geschaffen hat, die eindeutig beweisen, dass die keine Liebeskomödie ist. Allein schon die etwas verrücke aber dennoch liebevolle Famile von Drews Vater, die Trauerrede der Witwe Holly (Susan Sasandon) oder Drews, von Claire geplanter, Road Trip zeigen, wie viel Tiefe und Herz in diesem Film steckt und er es nicht verdient hat als einfache Liebeskomödie abgestempelt zu werden.

Bewertung: 8.5 (Ausgezeichnet)