Californication: Staffel 1

CA_S1_GI113915SC_V2_HRSchöpfer: Tom Kapinos

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 30min

Erstausstrahlung: 13. Aug. 2007

Ich beginne neuerdings die Serien abzuarbeiten, die schon etwas länger unberührt in meinem Regal stehen. In diesem Fall hatte ich wenigstens den Piloten schon vor einer ganzen Weile mal gesehen und wollte mich nun ein zweites mal daran wagen.

Hank Moody (David Duchovny) führt in den Augen anderer wahrscheinlich ein wunderbares Leben. Als Schriftsteller feierte er schon viele Erfolge und sein größer wurde sogar verfilmt. Somit muss er sich um Geld erstmal keine sorgen machen und auch die Frauen rennen ihm gerade zu hinterher. Doch Hank hat ganz andere Probleme. Seit Jahren hat er nichts anständiges mehr zu Papier gebracht und seine große Liebe (und Mutter seiner Tochter) steht kurz davor einen anderen zu heiraten.

Californication bildet wohl ein Familiendrama der ganz anderen Art. Viele würden es als Comedy bezeichnen und das ist es auf seine total verschrobene Weise wahrscheinlich auch. Immerhin nimmt sich diese Serie nicht ganz so ernst, was recht erfrischend ist, wenn man bedenkt, das es doch im eigentlichen Sinne ein Drama ist. Auch wenn dies durch den ziemlich derben Humor und die Darstellung von Hanks zügellosem Leben etwas überschattet wird, lässt sich nicht leugnen dass zwischen den Zeilen doch viele herzerwärmende Aspekte stecken, die der Serie den gewissen Schliff verleihen.

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Die Staffel ist mit diesem Gleichgewicht aus Ernsthaftigkeit und Humor, nicht nur wunderbar konzipiert, sonder auch bis in den kleinsten Dialog unglaublich gut geschrieben. Wohl jeder Mann wünscht sich so schlagfertig und redegewandt wie ein Hank Moody zu sein, der nicht besser hätte besetzt sein können. Aber auch der restliche Cast hat es mir angetan, weil jede Rolle perfekt eingearbeitet ist und keiner überflüssig scheint. Egal ob es die kleine freche Tochter Becca (Madeleine Martin) oder der kumpelhafte Agent Charlie (Evan Handler) ist. Alles machen ihren Job hervorragend und passen perfekt ins Konzept. Besonders angetan war ich von der etwas hinterhältigen Teenagern Mia (Madeline Zima), die die ganze Story immer etwas aufwirbelt.

Die zwölf 30 minütigen Folgen sind schnell vorbei und dabei hat man weder das Gefühl zu sehr an eine durchgängige Handlung gebunden zu sein, noch ist man irgendwie gelangweilt. Es kommt eben alles wie es kommt und das mit viel Witz und dem richtigem Timing.

Schließlich gewährt uns die erste Staffel Californication einen Einblick in das Leben eines gebrochen Schriftsteller, der sein Leben wieder auf die Reihe kriegen will und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Nach einem herzerwärmenden Ende, freut man sich auch auf weitere Folgen aus dem sonnigen Los Angeles, in dem man sich für nichts zu schade sein schein.

Girls: Staffel 1

Girls_HBO_PosterSchöpfer: Lena Dunham

Sender: HBO

Umfang: 10 Folgen je 30min

Erstausstrahlung: 15. April 2012

Eine moderne Coming-of-Age Serie der anderen Art, ohne weinende Teenager und lästige Dreiecksbeziehungen. Dafür aber mit vier Mädels die zwar schon die 20 hinter sich gelassen haben, aber noch lange nicht erwachsen sind. Das hört sich doch ganz nach meinem Geschmack an…

Hannah (Lena Dunham) lebt nach abgeschlossenem Studium und ohne festen Job mit ihrer besten Freundin in New York und nennt sich selbst eine Autorin. Doch plötzlich drehen ihr ihre Eltern den Geldhahn zu und ihr Leben wird noch schwieriger als es nicht sowieso schon ist. Zusammen mit der zielstrebigen Marnie (Allison Williams), der hippsteresken Jessa (Jemima Kirke) und der unschuldigen Studentin Shoshanna (Zosia Mamet), versuchen die „Girls“ herauszufinden was sie eigentlich vom Leben wollen und wie sie zu den Frauen werden, die sie sich immer ausgemalt haben.

Lena Dunham hat sich als Hauptdarstellerin, Autorin und oft auch Regisseurin der Serie, nicht nur voll in dieses Projekt rein gehängt, sondern auch was vollkommen neues geschaffen. Während uns in Filmen und Serien oft vorgegaukelt wird, dass einen die Schule und das Studium auf das Leben vorbereiten und erwachsen werden lassen, zeigt sie in Girls die nackten Tatsachen. Denn auch mit Mitte 20 kann man anscheinend weit davon entfernt sein ein geregeltes Leben zu führen. Und das ist noch nicht mal schlimm, denn Girls stellt das Leben der „Girls“ in genau der richtigen Mischung aus Authentizität und Eigenartigkeit dar, dass man sich immer ein bisschen mit jedem identifizieren kann und es trotzdem nicht langweilig erscheint.

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Die Folgen, die sich in ihren 30 Minuten unheimlich schnell hintereinander weg gucken lassen, wirken trotz der überkeifenden Handlung immer in gewisser Weise in sich geschlossen. Typische Drama Elemente scheinen nicht immer langfristige Auswirkungen zu haben, was die Serie noch angenehmer zu gucken macht und näher als reale Leben bringt. Je weiter die Staffel fortschreitet bilden sich jedoch zunehmend diese Drama-typischen Prämissen, die den eigentlichen Tenor der Serie etwas stören.

Manchmal wurde der Fokus auch zu sehr auf Hannah und Marnie beschränkt, obwohl ich noch viel Handlungspotential in den Rollen der Jessa und vor allem Shoshanna sehe. Schauspielerisch war ich jedoch am meisten von Adam Driver begeistert, der einen der Männer im Leben der „Girls“ darstellt. Dunham selbst sagte in einem Interview, dass man sie Rolle des Adam entweder als total abstoßend oder total liebenswürdig empfinden kann. Ich finde gerade diese Mischung perfekt dargestellt und freue mich über eine Ausweitung seiner Rolle in der zweiten Staffel.

Die erste Staffel Girls hat mich wirklich in jeder Folge gut unterhalten und es macht einen traurig, dass es schon so schnell vorbei war. Aber ich bin froh, dass es endlich mal etwas auf dem Serienmarkt gibt, dass man so noch nicht gesehen hat.
Jetzt bleibt nur noch die Frage aller Fragen: Ist das nun eine typische Frauenserie oder nicht? Das ist für mich als Frau natürlich schwer zu sagen. Aus dem Bauch heraus würde ich vielleicht Ja antworten, aber es kommt natürlich immer darauf an, was für ein Typ man ist und ob man bereit ist sich auf so etwas einzulassen. Ein Chance ist es das auf jeden Fall wert.

Awkward: Staffel 1

awkwardSchöpfer: Lauren Iungerich

Sender: MTV

Umfang: 12 Folgen je 22min

Erstausstrahlung: 19. Juli 2011

Eine typische High-Schoole Serie ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, aber da das Ganze hier mit Comedy und Coming-of-Age Elementen verknüpft ist, könnte es für viele schon eher ansprechend sein.

In Awkward geht es um die 15 jährige Jenna (Ashley Rickards), die sich mit den täglichen Problemen eines Teenagers rumschlagen muss. Sie ist nicht gerade der Typ der immer im Mittelpunkt des Schulgeschehens steht, doch als ein unglücklicher Unfall im Badezimmer als Selbstmordversuch gedeutet wird, sind plötzlich alle Blicke auf sie gerichtet. Und ob ihr das dann so gut gefällt weiß sie selber noch nicht so richtig…

Natürlich ist hier von Anfang an klar, dass alle typischen Klischees einer High-School Serie abgedeckt werden: die Liebe springt im Dreieck, böse Mädchen machen unserer sympathischen Protagonistin das Leben schwer, ja und sogar ein Schulball darf hier nicht fehlen. Da es sich hier um eine Comedyserie und nicht um ein Drama handelt, ist das alles vollkommen in Ordnung. Die Serie nimmt sich selbst nicht so ernst und geht überraschend selbstironisch mit diesen klassischen Klischees um. Das macht es weitaus angenehmer diese, doch schon sehr voraussehbare, Handlung zu ertragen und ich muss sogar zu geben, dass die Macher oft genug genau meinen Humor getroffen haben.

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Weiterhin positiv anzumerken ist auch noch die Gestaltung der Charaktere. Zwar sind sie alle sehr eindimensional geschrieben und es wird schnell klar, wer hier welche Rolle übernimmt, doch da habe ich bei so einer Serie eigentlich auch nichts anderes erwartet. Es gab aber dennoch niemanden, der mir total unsympathisch war und auch das Zusammenspiel der Rollen war insgesamt sehr stimmig. Ashley Rickards überzeugt gleich von der ersten Sekunde an als trottelige und etwas verlorene Jenna Hamilton. Erst ihre Stellung im Mittelpunkt der Serie treibt die Story richtig voran. Aber auch Jenna beste Freundin Tamara (Jillian Rose Reed) oder die etwas taktlos und abgedreht wirkende Schulpsychologin Valerie (Desi Lydic) sind wunderbar besetzt und herrlich komisch anzusehen.

Was auch noch große Sympathiepunkte brachte, war, dass Awkward mich vom Stil und auch von der Charakterbildung sehr stark an die deutsche Serie Mein Leben und Ich mit Wolke Hegenbarth erinnert. Eine der wenigen wirklich guten deutschen Comedy Serien, die mich schon früh begeisterte und jeder der auch so empfindet, sollte sich mal an Awkward versuchen.

Ich persönlich war von dieser ersten Staffel also sehr angetan und kann abschließend nur noch sagen, das es vor allem als Serie für zwischendurch funktioniert. Durch die knackigen 20-Minuten-Folgen kann man damit auf recht unterhaltsame Weise immer wieder gut Zeit im Alltag überbrücken.

Downton Abbey: Staffel 1

Downton-Abbey-Season-1-DVD-TV-Serie-DramaSchöpfer: Julian Fellowes

Sender: ITV

Umfang: 7 Folgen je 50-60min

Erstausstrahlung: 26. September 2010

Meine erste britische Serie! Ja, ich glaube es selbst kaum denn auf meiner Watchlist befinden sich schon einige britische Serien, zu denen ich bisher aber noch nicht gekommen bin. Downton Abbey stand ursprünglich jedoch nicht auf dieser Liste und eigentlich hätte ich auch nicht gedacht, dass sie mich vom Thema und Setting her interessieren könnte. Doch wie so oft wurde ich vom Gegenteil überzeugt…

Wir befinden uns auf dem  Anwesen Downton Abbey in England des Jahres 1912. Die traditionelle Adelsfamilie Crawley lebt dort,  zusammen mit ihren zahlreichen Angestellten. Da der Earl (Hugh Bonneville) und die Countess (Elizabeth McGovern) of Grantham nur drei Töchter und keinen einzigen Sohn zu Welt gebracht haben, gibt es einige Probleme mit ihrer Erbschaft. Nachdem auch der letzte nähere männliche Verwandte mit der Titanic unter gegangen ist, beginnt der Streit um das Erbe.

Mir fällt selbst beim beschreiben des Inhalts auf, dass es nicht sonderlich spannend klingt, aber wenn man sich erst mal darauf einlasst kann einen schon die erste Folge um den Finger wickeln. Ganz entgegen meinen Erwartungen wirkte die Staffel keineswegs langweilig und ich war erstaunt, wie viel man doch aus diesem Thema machen kann.
In vielerlei Hinsicht hängt das vor allem mit der Darstellung des Personals zusammen. Neben der Tatsache, dass sie der adligen Oberschicht unterworfen sind, herrscht intern unter den Angestellten eine ganz eigene Hierarchie. Schnell bahnen sich auch einige Intrigen an, die sich sogar klassenübergreifend ausbreiten können. So packt einen mit der Zeit auch die Geschichte rund um den Verlauf des Erbes und um das Verbleiben der Töchter. Hinzu kommen neben der Grundstory noch einige kleine Storys, die mich aber genauso berührt haben, wie der eigentliche Plot.

Downton-Abbey

Schauspielerisch bekannt dürfte hierbei vielen Maggie Smith (Harry Potter Filme) sein, die hier wunderbar die Familienälteste und Mutter des Lords, Lady Violet Crawley spielt. Ihr Charakter sorgt oft dafür, dass man bei so einer Serie sogar was zu lachen hat. Auch sonst zeigen hier alle eine durchweg sehenswerte Leistung. Besonders interessant fand ich hierbei Michelle Dockery als älteste Tochter, Mary. Neben ihrer recht kühlen und harten Art, schafft sie es auch Vielseitigkeit zu zeigen. Ebenso die Rolle des Matthew Crawley (Dan Stevens), der der nächste männlich Erbe ist, sich aber eigentlich nicht für diese Welt geschaffen sieht. Aber er macht einen recht großen Wandel durch, weshalb es für mich auch immer interessanter wird.

Hinzu kommt natürlich noch dieses wunderbare Setting und die Liebe zum Detail. Kulisse und Kostüm wirken sehr authentisch (auch wenn ich jetzt keine Historikerin bin) und ließen mich Folge für Folge 100 Jahre in die Vergangenheit reisen.

Man merkt also schon, dass mich Downton Abbey in vielerlei Hinsicht überzeugt hat und ich froh bin, dieses Wagnis auf mich genommen zu haben. Alle die sich eben wegen der Thematik noch nicht recht daran gewagt haben kann ich es nur empfehlen, denn man merkt gar nicht, wann diese 7 Folgen rum sind und mit einem Schwung hab ich auch gleich die zweite Staffel geschaut. Eine Kritik dazu kommt natürlich auch bald…

Everwood: Staffel 1

93_d__0_EverwoodSeason1Schöpfer: Greg Berlanti

Sender: The CW (früher The WB)

Umfang: 23 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 16. September 2002

Eigentlich ist es gar nicht so lange her, aber es kommt mir so vor als würden Welten dazwischen liegen, als ich das letzte Mal Everwood gesehen habe. Seither hat sich mein Serien- und Filmgeschmack weit verändert und ich hätte nicht mehr damit gerechnet nochmal von dieser Serie gepackt zu werden.

In der ersten Staffel des Familiendramas erlebt man, wie der berühmte Chirurg Andy Brown (Treat Williams) seine Frau und damit auch die Mutter seine zwei Kinder verliert und sich dann entschließt New York zu verlassen, um in der Kleinstadt Everwood ein neues Leben anzufangen. Natürlich sind nicht alle Beteiligten damit einverstanden und so erlebt man die Höhen und Tiefen eines allein erziehenden Vaters in Mitten der Rocky Mountains.

Natürlich ist der Plot leicht durchschaubar und teilweise auch mit echt bitteren Klischees belastest: Der pubertierende Sohn. Der überforderte Vater. Das nette Mädchen von nebenan und deren strenger Vater… Aber bei einem Drama oder vor allem bei einem Familiendrama kommt es keines Wegs auf eine überzeugende oder einzigartige Story an. Sondern viel mehr auf deren Umsetzung und die vielen Kleinigkeiten. Da hätten wir einmal diese Kleinstadt, deren Alltag und Bewohner sehr amüsant ins Licht gerückt werden. Natürlich ist das teilweise übertrieben, aber man merkt ja, dass es metaphorisch gemeint ist. Durch die vielen kleinen Situationen zwischen den Bewohnern und den „Neuankömmlingen“ entsteht ein sehr angenehmer leichter Humor, der nicht aufgezwungen wirkt und mir einfach nur ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

EverwoodDie Entwicklung der Charaktere ist derweil auch nicht ganz uninteressant. Denn auch wenn die wesentlichen Charakterzüge schnell erkannt werden, wurde wie ich finde relativ authentisch und Realitätsnah gezeigt, wie jeder einzelne mit dem Verlust seiner Mutter/Frau umgeht. So beginnt Andy an seiner Entscheidung zu zweifeln, die Großstadt verlassen zu haben und bekommt von vielen Seiten Vorwürfe. Der ältere Sohn Ephram (Gregory Smith) beginnt sich abzukapseln und findet nur bei einer Person Trost (natürlich bei einem Mädchen). Und auch die kleinste Tochter Delia (Vivien Elisabeth Cardone) geht auf ihre eigene Art damit um. Besonders gefallen hat mir dabei auch, dass keine der vielen Perspektiven der Geschichte Vorrang hat und und es viele kleine Geschichten gibt, die sehr ausgeglichen sind und wo für jeden etwas dabei ist.

Die erste Staffel Everwood bildet so den Einstieg in eine sehr liebevoll gestaltet Familienserie und hat mir gezeigt, dass das Jugend- und Familiendrama wohl immer mein heimliches Lieblingsgenre bleiben wird. Die restlichen Staffeln warten schon auf mich…

 

Supernatural: Staffel 1

Supernatural Staffel 1 CoverSchöpfer: Eric Kripke

Sender: The CW

Umfang: 22 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 13. Sep. 2005

Mystery und Horror Serien habe ich noch nie mit voller Begeisterung verfolg. Sie waren eher so die Abwechslung für Zwischendurch. Und so, oder sogar ein bisschen besser, empfand ich auch die erste Staffel des beliebten Genrevertreters Supernatural.

So unterschiedlich die Geschwister Sam (Jared Padalecki) und Dean Winchester (Jensen Ackles) auch sind, haben sie doch einiges gemeinsam (und ich meine nicht nur ihr gutes Aussehen). Aufgewachsen sind die beiden unter nicht gerade gewöhnlichen Verhältnissen. Ihr Vater (Jeffrey Dean Morgan) bildete sie seit Kindertagen zu Kriegern aus, um die Menschen vor Dämonen, Geistern und allen dunkeln Mächten zu beschützen. Vor Allem aber auch, um das Wesen zu bekämpfen, was seine Frau und die Mutter seiner Kinder getötet hat. Doch irgendwann beschließt der jüngerer Sohn Sam, sein Leben selber in die Hand zu nehmen und geht auf die Uni, während Dean und sein Vater weiter auf die Jagd gehen. Bis John schließlich verschwindet und die beiden Brüder sich auf die Suche nach ihm machen müssen…

Dass die beiden einzigen Hautcharaktere so unterschiedlich sind, tut der Serie nur zu Gute. Denn auch wenn die durch ihre Differenzen während ihrer Suche immer wieder einander geraten, merkt man doch ihre Verbindung durch das gemeinsame Ziel und die gemeinsame Vergangenheit. Besonders interessant, fand ich die Beziehung der beiden zu ihrem Vater. Beide haben größten Respekt vor ihm und würden es nicht wagen ihm zu widersprechen oder zu hinterfragen. Doch Sam ist gerade dadurch schon öfter mit ihm kollidiert. Trotzdem sorgt er sich jedoch um sein Verschwinden und so gerät er in eine Art Zwiespalt, weil er sich einerseits von der Tyrannei seines Vaters lösen will. Andererseits aber auch den Tod seiner Mutter rechen will.

Supernatural: Staffel 1Die ersten zwei Drittel der Staffel sind hauptsächlich episodisch aufgebaut. Sie sind also jede Folge einem anderem Geist, Dämon oder  übernatürlichem Wesen auf der Spur. So was eignet sich natürlich bestens für wöchentliche TV-Ausstrahlungen und ich hatte es mit den DVDs auch etwas schwer, weil man es irgendwie nicht so lange am Stück schauen kann. Trotzdem lässt sich in einigen Folgen immer wieder ein roter Faden erkennen, weil die Suche nach ihrem Vater ja immer noch im Hinterkopf behalten. Zum Ende hin gibt es auch immer mehr Zusammenhänge in den Folgen, so dass mich die letzten 4-5 Episoden auch am Stück ziemlich gepackt haben.

Man merkt von Anfang an, dass alles in eine etwas düstere Stimmung gelegt ist, doch es wirkt an keinem Punkt überspitzt, was vor allem damit zusammen hängt, dass in den Charakteren immer so ein bisschen Lockerheit hängt und sie sich selber nicht so Ernst nehmen. So gleicht sich beides aus und es ergibt ein sehr angenehmes Unterhaltungserlebens.
Ich finde es auch sehr lobenswert, dass man hier nicht versucht hat die Geschichte mit billigen Effekten auf zu pushen, denn so was stört mich bei Serien und/oder Filmen dieser Art immer am meisten. Vielmehr wurde hier auf eine mitreißende Atmosphäre und wirklich sympathische Charaktere gesetzt. Beide stellen nicht den klassische Helden (oder Antihelden) dar, sondern machen mit einer guten Mischung aus Ernsthaftigkeit, Lässigkeit und Humor ihren Job.

So ist Supernatural wohl eher was für Genreliebhaber und die, die es noch werden wollen. Die erste Staffel ist weder übermäßig gut, noch hat sich mich enttäuscht und das Finale machte sogar etwas Lust auf mehr. Vielleicht lasse ich auch noch auf mehr ein, denn soweit ich gehört und gelesen habe, behandeln die folgenden Staffeln nicht nur das „Dämon-der-Woche“ Prinzip…

Dexter: Staffel 1

Dexter Staffel 1Schöpfer: James Manos Jr. (adaptiert von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 1. Okt. 2006

Es ist schon etwas her, dass ich diese Serie angefangen habe, aber aus gegebenem Anlass (ich hab es endlich geschafft mir auch die folgenden Staffeln zu besorgen) kommt jetzt meine Meinung zu dieser mörderischen Staffel.

Dexter Morgan (Michael C. Hall) ist eigentlich ein ziemlich unauffälliger Typ. Der zuvorkommende Kollege, der liebenswerte Bruder und treuer Lebenspartner. An seiner weißen Weste würde nie jemand zweifeln, doch nur er selber weiß, dass das alles nur Schein ist. Denn wenn keiner es sieht, zeigt Dexter sein wirkliches ich und wird zum skrupellosen Serienmörder. Er wählt seine Opfer jedoch nicht wahllos aus, sondern sucht sich die, die dem Gesetzt entkommen konnten. Gleichzeitig arbeitet er als Blutspezialist bei der Mordkommission von Miami, wodurch er natürlich genau an der Quelle für sein nächtliches Hobby sitzt. Doch als in der Stadt ein Serienmörder auftaucht, der als Kühllasterkiller bekannt ist, wird Dexter neugierig, denn sein Konkurrent scheint noch gründlicher zu sein als er…

Bevor ich angefangen habe zu schauen und nur grob wusste worum es ging, habe ich eigentlich damit gerechnet, dass die Story eher Episodisch wird und nicht unbedingt so Folgenübergreifend. Und als mir dann klar wurde, dass es in der ganzen Staffel um einen Fall geht, war ich umso überraschter. Die einzelnen Morde, die Dexter begeht stehen eher im Hintergrund und sind mehr oder weniger routinemäßige Erledigungen. Viel wichtiger ist jedoch, dass ihm, den wir als makellosen Profi kennenlernen, der sich keinen Fehler bei seiner Arbeit erlaubt, jemand auf die Schliche gekommen ist, der ihn wahrscheinlich besser kennt, als er erwartet hatte. Um den Zuschauer Schritt für Schritt darauf hin zu führen werden oft Flashbacks in Dexters Vergagenheit benutzt, die keineswegs überhand nehmen. Vielmehr lernt man Dexter und sein Wesen noch besser kenen, wobei sich gleichzeitig jedoch immer mehr Fragen aufwerfen.

3465121_abc603e7-88c5-4c94-b1e8-5f950206969d-dexter-season-3Neben dem komplexen Charakter von Dexter spielen auch viele Nebencharaktere eine wichtige Rolle, vor allem, weil das die Menschen sind, vor denen Dexter sein Geheimnis verstecken muss. So zum einen seine Adoptivschwester Depra (Jennifer Carpenter), die ihm allerdings vollstens vertraut und zu der er wahrscheinlich auch seine stärkest Bindung zeigt (wenn man bedenkt, dass er eigentlich keine Gefühle zeigen kann). Sie ist ebenfalls Polizistin im Morddezernat und muss ziemlich darum kämpfen dort anerkannt zu werden. Eine weitere wichtige Person in seinem Leben ist Dexters Freundin Rita (Julie Benz), die den Schlüssel für seine Tarnung als braver Bürger bietet. Gleichzeitig ist es für ihn auch immer ziemlich anstrengend den Schein zu wahren, da sich wahre Liebe und Zuneigung ja nicht so leicht vorspielen lässt. Hinzu kommen noch einige klassische Charaktere, wie die nette Chefin, der misstrauische Cop und die witzigen Kollegen.
Ja diese Charaktere sind Klischeehaft und vorhersehbar, aber genau das ist das wichtige an ihnen. Denn nur so kann man erkennen, das Dexter das genau Gegenteil all dieser Menschen ist, und wie fremd ihm dieses natürliche menschliche Verhalten ist.

Das Setting und die Atmosphäre, die vermittelt wird, sind natürlich auch zu loben. Es wurden gezielt Kontraste eingesetzt, was ich bei der richtigen Umsetzung ja immer besonders mag und sich hier natürlich bestens anbietet. So erlebt man, wie Dexter in einem Moment skrupellos Menschen zerhackt und gleich darauf bei fröhlicher Musik mit dem Boot rausfährt, um die Leiche abzuladen, während er noch nett seinen „Freunden“ zuwinkt. Die ganze Kulisse vom sonnigen Miami ist auch perfekt gewählt, da es eben diesen wunderbaren Kontrast zu Dexters Abgründen bildet.

So hat mich die erste Staffel Dexter genauso überzeugen können, wie es für eine erste Staffel eben sein sollte und auch wenn das unglaublich spannende Finale keinen zwingenden Cliffhanger hatte, so kann man doch nicht anders, als weiter zu schauen, weil einen dieser perfektionierte Serienmörder mit seiner gestörten Seele doch in seinen Bann gezogen hat.

Gilmore Grirls: Staffel 1

Schöpfer: Amy Sherman-Palladino.

Sender: The CW (ehemals The WB)

Umfang: 21 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 05. Okt. 2000

Gilmore Girls ist eine Comedy/Drama Serie. Viele, die die Serie kennen schrecken erst hoch wenn von einer Comedy-Serie gesprochen wird. Ich persönlich finde auch, dass es eher eine Drama/Familien Serie ist, aber da viele Dialoge oft ziemlich witzig und mit viel Humor gestaltet sind fällt es auch unter die Kategorie Comedy. Die Erstausstrahlung in Amerika war am 05. Oktober 2000 auf dem Sender The WB. Deutschland musste auf die Serie noch bis zum 02. April 2004 warten, wo es dann auf VOX lief. Die Idee zu dieser einzigartigen, wundervollen Serie stammt von Amy Sherman-Palladino. Ich könnte jetzt eine Menge über diese bewundernswerte Schöpferin der Gilmore Girls erzählen, doch das hebe ich mir lieber für einen anderen Post auf.

Ich könnte jetzt natürlich damit anfangen die Serie allgemein zusammen zu fassen, damit man erst versteht worum es geht, aber das ist gar nicht nötig, weil man in der ersten Folge schon versteht worum es in der Serie geht: Kaffee!!! Nein, kleiner Scherz. Aber es ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Serie und schon die erste Szene der ersten Folge spielt um Lorelai’s Kaffeesucht. Man erlebt außerdem die Freundschaftliche Beziehung von Mutter und Tochter, schon in den ersten fünf Minuten.

Rory verfolgt von Kindesalter her einen Traum: an der Harvard Universität zu studieren. Doch mit einem Abschluss auf der Stars Hollow High stehen die Chancen dafür nicht so gut. Deshalb bewirbt sie sich an der Eliteschule Chilton und wird glücklicherweise auch angenommen. Doch das Schulgeld ist nicht ohne und die Mutter Lorelai befürchtet schon, dass sie es nicht bezahlen kann. Doch schließlich greift sie auf eine Möglichkeit zurück für die sie sich sehr überwinden muss: Sie bittet ihre Eltern um Geld. Lorelai hat nicht gerade eine freundschaftliche Beziehung zu ihren Eltern und seit sie mit 16 von zu Hause abgehauen ist, besucht sie diese nur zu Osten und Weihnachten. Dazu kommt noch, das Lorelai ein ziemlich sturer Charakter ist, und glaubt alles alleine zu schaffen, auch ohne die Hilfe ihrer Eltern. Deshalb kostet es sie einige Überwindung, diese um Hilfe zu bitten und wie sie schon befürchtet hat, ist es nicht ganz umsonst. Als Gegenleistung verlangen die Großeltern das Lorelai und Rory sie jeden Freitag zum Abendessen besuchen. Und diese Wöchentlichen Freitagabend Essen verleihen der Serie von da an noch etwas ganz besonderes.

So nun kann Rory also auf diese tolle Schule gehen, doch das ist nicht ganz so einfach. Die Schule hat weitaus höhere Ansprüche als die Stars Hollow High und so muss sie einige schlechte Noten wegstecken. Hinzu kommt noch das ihre neuen Mitschülerinnen nicht gerade auf Freundschaftskurs sind. Und um das ganze noch ein bisschen abzurunden, fängt Lorelai auch noch etwas mit Rorys Englischlehrer Max Medina an. Apropos Liebe. Rory hat nicht nur Schulsorgen. Sie darf auch am Duft der ersten Liebe schnüffeln. Sie erlebt ihren ersten Kuss, ihr erstes Date und auch ihre erste Trennung. Doch im Staffelfinale wendet sich wieder alles zum Guten hin. Und auch aus Lorelai und Max wird etwas Ernstes.
Wenn ich mir heute die ersten Gilmore Girls Folgen anschaue merke ich, dass das verdammt lange her ist, aber trotzdem nicht veraltet. In der erste Staffel wir man von dem Charme der Kleinstadt Stars Hollow  und dem Humor der Familie Gilmore sofort um den Finger gewickelt. Es ist keine kitschige Teenie-Serie, aber trotzdem eine Drama-Serie, weil sie von den Problemen von Jugendlichen und auch von Eltern und Erwachsenen erzählt. Und durch die liebevolle Beziehung von Mutter und Tochter verbindet sich das irgendwie zu einer perfekten Serienmischung.

Smallville: Staffel 1

Schöpfer: Miles Millar & Alfred Gough

Sender: The CW (ehemals The WB)

Umfang: 21 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 16. Okt. 2001

Superman ist ein Held für uns alle, doch in „Smallville“ wird die Zeit gezeigt, als er noch keine Legende war.

Bei einem Meteoriteneinschlag wird die Kleinstadt Smallville in vieler Hinsicht stark verändert. Die dreijährige Lana Lang verliert ihre Eltern, der kleine Milliardärssohn Lex Luthor wird für den Rest seines Lebens mit eine Glatze gezeichnet und das Farmerehepaar Jonathan und Martha Kent wird ein Sohn in einem Raumschiff vom Himmel geschickt. Sie nehmen das Findelkind bei sich auf und nennen ihn Clark. Jedoch merken sie schnell, dass er etwas Besonderes an sich hat. Schon als Junge kann es Traktoren stemmen und ohne sich groß anzustrengen den Schulbus überholen. Doch dank seiner liebevollen Adoptiveltern schafft er es sich zu einem ganz normalen Jungendlichem zu entwickeln und sein Geheimnis dabei auch geheim zu halten. Auch wenn dies nicht ganz einfach ist, denn seine beste Freundin Chloe interessiert sich seit dem Meteoriteneinschlag sehr für die seltsamen Geschehnisse, die vor allem durch das grüne Meteoritengestein in Smallville vorkommen. Zusammen mit ihrem Freund Pete versuchen sie zu dritt die seltsamen Fälle auszuklären. Dabei seine Kräfte zu verbergen fällt Clark nicht gerade leicht. Noch dazu beginnt sein guter Freund Lex Luthor sich sehr für ihn zu interessieren. Die beiden lernten sich kennen, als Clark ihn nach einem Unfall aus dem untergehenden Auto zog. Lex fragte sich immer wieder wie Clark das geschaffen haben könnte und verwendet sehr viel Geld und Energie darauf es herauszufinden.

Etwas Normalität gib es in Clarks leben jedoch auch. Er ist unheimlich in seine bereits vergeben Nachbarin Lana Lang verliebt und beginnt sich ihr immer mehr anzunähern, doch er merkt, dass auch Chloe was für ihn übrig hat und steht nun davor sich zu entscheiden. So ist es sehr entspannend, dass neben den mysteriösen Geschehnissen auch ein gewöhnliches Teenie-Drama in die Serie mit eingebracht wurde.

Die Fälle rund um das grüne Meteoritengestein sind im allgemeinen sehr schlüssig gestaltet, doch es wäre hin und wieder erfrischend, wenn man sich weniger mit dem Gestein und mehr mit Clarks Rolle und seinen Eigenschaften beschäftigen würde. Doch da dies ja in der zweiten Staffel mehr als vertreten ist glaube ich, dass die erste Staffel dazu diente die Wirkung der Steine zu zeigen und was Clark und seine Freunde dabei für eine Rolle spielen. Das Ende lässt einen jedoch auf eine spannende zweite Staffel hoffen.

Anders als bei anderen Serien, in denen die erste Staffel meist zu den besten gehört, ist sie bei „Smallville“ eher ein ruhiger Start und erst in den kommenden Staffeln wird beschleunigt, doch trotzdem schaut man sich als eingefleischter Fan immer wieder gerne die alten Folgen an, auch wenn sich im Vergleich zur neusten Staffel ziemlich lächerlich wirken.

Friday Night Lights: Staffel 1

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Schöpfer: Peter Berg

Sender: NBC

Umfang: 22 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 3. Okt. 2006

Der Zufall war es, der mir diese wunderbare Serie auf dem Silbertablett servierte. “Friday Night Lights“ kann zwar nicht übermäßig hohen Quoten oder bedeutenden Auszeichnungen glänzen, aber sie hat das gewisse Etwas, das sie zu einer Serie der ganz besonderen Art macht. Damit ihr auch versteht wovon ich hier spreche, gleite ich euch jetzt in eine kleine Einführung in die Serie und ihr erfahrt, warum “Friday Night Lights“ alle anderen Drama-Serien in den Schatten stellt.

„Friday Night Lights: A Town, a Team, and a Dream“. So lautet das Buch, aus dem der Spielfilm entstanden ist und aus dem wiederum 2003 die Serie entstand. Der Titel des Buches beschreibt ziemlich gut die texanische Kleinstadt Dillon, in der das High School Footballteam an erster Stelle steht. Mit Hilfe des neuen Trainers Eric Taylor (Kyle Chandle) sollen die Dillon Panters bis ins Finale der Landesmeisterschaft gelangen, doch nachdem der Star-Quarterback und die Hoffnung des Teams nach einem Unfall an der Rollstuhl gebunden ist, rückt dieser Traum etwas in die Ferne. Die Hoffnungen und Erwartungen der ganzen Stadt lasten nun auf dem schüchternen Ersatzspieler Matt Saracen (Zach Gilford), der für seinen verletzten Teamkollegen einspringen muss.

Die Serie weißt zwar keine überragenden Quoten auf, bekam aber sehr gute Kritiken und wurde vom American Film Institute als kulturell bedeutsam bewertet. Ihre Einzigartigkeit gewinnt die Serie vor allem durch die besondere Darstellungsweise. Mit vielen One-Take-Szenen wirkt es sehr authentisch und privat, so als wäre es Dokumentation. Außerdem wurde die Serie fast ohne Studios gedreht und die Schauspieler haben kein festgelegtes Drehbuch und können in den Dialogen improvisieren, wobei die grundsätzliche Storyline natürlich erhalten bleibt.

Was mir auch ganz besonders aufgefallen ist, ist das die Serie von den typischen High-School Klischees abweicht und sich auf ernste Themen, wie dem Zusammenhalt im Team und in der Stadt, Akzeptanz, Rassismus und Familie konzentriert. Dabei gestalten es die Serienmacher eher schlicht und lassen die großen dramatischen Storys, die man eigentlich erwarten würde weg. Aus diesem Grund, wirkt die Serie jedoch noch lange nicht langweilig. Sie wird damit zu einer Teenie-Drama-Serie, die aber auch für Erwachsene interessant sein kann und vor allem durch den Kontrast zu anderen typischen Dramaserien  ein ganz neues Genre eröffnet.

Wer also Bedenken hat weil er eine typische Drama-Teenage-High-School Serie erwartet, sollte der ersten Staffel Friday Night Lights wenigstens eine Chance geben. Es ist eine andere und ziemlich erfrischende Art dieses klassische Drama zu erleben und bleibt dabei zugänglich für jede Altersgruppe.