Californication: Staffel 2

poster-californication-season-2Schöpfer: Tom Kapinos

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 30min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2008

Ein weiteres Mal sehen wir Hank Moody (David Duchovny) dabei zu, wie er sein zügelloses Leben im sonnigen L.A. führt. Doch dieses Mal ist es etwas anders, denn unser versoffener Serienheld versucht sich ernsthaft zu ändern, um die Liebe seines Lebens bei sich zu halten. Doch ist es das wirklich auch wert und kann er alles vergangene einfach hinter sich lassen?

Da die erste Staffel ja ein relativ rundes Ende hatte, merkt man gleich zu Beginn, dass hier ein Neuanfang gewagt wird. Charaktere schlagen neue Richtungen ein und auch das ganze Setting hat sich verändert. Doch trotzdem wirkt es nicht unbedingt fremd, weil sich der gewohnte Humor und die nötige Tiefe in den Dialogen halten können. Gerade zu Anfang wird die Handlung mit geradezu überworfen mit anstößigen aber dennoch urkomischen Begebenheiten. Im Laufe der Staffel zeigt sich aber, dass die Serie nicht das verloren hat, was sie ausmacht. Nämlich dass man trotz der vielen Belustigungen immer noch die emotionalen Absichten der Charaktere erkennt.

Quelle: www.popmatters.com

Der Hauptcast überzeuge mich wie schon in der Staffel zu vor. Besonders schön zu sehen ist, dass die junge Madeleine Martin (Becca) nicht nur äußerlich, sondern auch schauspielerisch heran wächst. Außerdem wurde in dieser Staffel auch ein starker Fokus auf Hanks Agenten Charlie (Evan Handler) und seine Frau (Pamela Adlon) gesetzte. Man kann fast schon sagen, dass sie eine eigene Parallelgeschichte zu der Handlung rund um Hank und seine Familie bilden. Etwas schade fand ich, dass der Charakter der Mia (Madeline Zima) nicht etwas mehr Farbe bekommen hat. Am Ende der ersten Staffel wurde wunderbar gezeigt, dass noch deutlich mehr Charakter in ihr steckt, aber statt das auszubauen, wurde sie nur auf die Atribute runter gebrochen, die wir bereits von ihr kennen. Ich hoffe dass das in der nächsten Staffel nochmal aufgegriffen wird.

Man merkt also deutlich, dass die Serie sich auch im Allgemeinen weiterentwickeln möchte. Sowohl auf der Ebene der Handlung, als auch der Charaktere. Alles noch einen Tick verrückter und chaotischer als zuvor, aber behält immer noch den typischen Stil der Serie bei. Somit kann man von einer ziemlich positiven Entwicklung sprechen, denn ich fühlte mich weiterhin ziemlich gut unterhalten von den zwölf Folgen, die sogar noch schneller vorüber waren, als zuvor.

Auch wenn das Ende wieder ziemlich abschließend und versönlich war, lasse ich die dritte Staffel nicht lange auf mich warten und bin schon gespannt, in was für Eskapaden und Probleme sich Hank Moody das nächste Mal versticken wird.

Californication: Staffel 1

CA_S1_GI113915SC_V2_HRSchöpfer: Tom Kapinos

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 30min

Erstausstrahlung: 13. Aug. 2007

Ich beginne neuerdings die Serien abzuarbeiten, die schon etwas länger unberührt in meinem Regal stehen. In diesem Fall hatte ich wenigstens den Piloten schon vor einer ganzen Weile mal gesehen und wollte mich nun ein zweites mal daran wagen.

Hank Moody (David Duchovny) führt in den Augen anderer wahrscheinlich ein wunderbares Leben. Als Schriftsteller feierte er schon viele Erfolge und sein größer wurde sogar verfilmt. Somit muss er sich um Geld erstmal keine sorgen machen und auch die Frauen rennen ihm gerade zu hinterher. Doch Hank hat ganz andere Probleme. Seit Jahren hat er nichts anständiges mehr zu Papier gebracht und seine große Liebe (und Mutter seiner Tochter) steht kurz davor einen anderen zu heiraten.

Californication bildet wohl ein Familiendrama der ganz anderen Art. Viele würden es als Comedy bezeichnen und das ist es auf seine total verschrobene Weise wahrscheinlich auch. Immerhin nimmt sich diese Serie nicht ganz so ernst, was recht erfrischend ist, wenn man bedenkt, das es doch im eigentlichen Sinne ein Drama ist. Auch wenn dies durch den ziemlich derben Humor und die Darstellung von Hanks zügellosem Leben etwas überschattet wird, lässt sich nicht leugnen dass zwischen den Zeilen doch viele herzerwärmende Aspekte stecken, die der Serie den gewissen Schliff verleihen.

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Die Staffel ist mit diesem Gleichgewicht aus Ernsthaftigkeit und Humor, nicht nur wunderbar konzipiert, sonder auch bis in den kleinsten Dialog unglaublich gut geschrieben. Wohl jeder Mann wünscht sich so schlagfertig und redegewandt wie ein Hank Moody zu sein, der nicht besser hätte besetzt sein können. Aber auch der restliche Cast hat es mir angetan, weil jede Rolle perfekt eingearbeitet ist und keiner überflüssig scheint. Egal ob es die kleine freche Tochter Becca (Madeleine Martin) oder der kumpelhafte Agent Charlie (Evan Handler) ist. Alles machen ihren Job hervorragend und passen perfekt ins Konzept. Besonders angetan war ich von der etwas hinterhältigen Teenagern Mia (Madeline Zima), die die ganze Story immer etwas aufwirbelt.

Die zwölf 30 minütigen Folgen sind schnell vorbei und dabei hat man weder das Gefühl zu sehr an eine durchgängige Handlung gebunden zu sein, noch ist man irgendwie gelangweilt. Es kommt eben alles wie es kommt und das mit viel Witz und dem richtigem Timing.

Schließlich gewährt uns die erste Staffel Californication einen Einblick in das Leben eines gebrochen Schriftsteller, der sein Leben wieder auf die Reihe kriegen will und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Nach einem herzerwärmenden Ende, freut man sich auch auf weitere Folgen aus dem sonnigen Los Angeles, in dem man sich für nichts zu schade sein schein.

Dexter: Staffel 5

dexterseason5dvd_articleSchöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 26. Sep. 2010

Dexter (Michael C. Hall) verarbeitet in dieser Staffel den großen Verlust, den wir am Ende der vierten Staffel miterlebt haben und das trifft ihn mehr, als er vielleicht gedacht hätte. Hinzu kommen die übliche Bedrohung, dass er als Serienmörder auffliegt und eine interessante neue Bekanntschaft, die ihm durch die Trauer hilft.

Nach der wirklich nervenaufreibenden und spannenden vierten Staffel, geht es die fünfte Staffel Dexter deutlich ruhiger an. Es geht hier mehr um die Thematik der Trauerbewältigung und Dexters ewiges Problem mit sich selbst, als um viel Spannung und Action. Der Fall den das Morddezernat diese Staffel lösen muss hat mir auf seine simple Art und Weise irgendwie gefallen. Es geht dieses Mal nicht um einen rätselhaften und total verrücken Serienmörder oder ähnliches, sondern um relativ „typische“ Frauenmorde wie man sie auch in jedem zweiten skandinavischen Krimiroman finden kann. Man könnte sagen, dass die Macher damit einen Schritt zurück gehen, aber ich finde diese Thematik unglaublich interessant und es hat auch alles soweit gut in die Gesamthandlung gepasst.

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Und auch wenn man sagen kann, dass die Staffel im Allgemeinen einen Gang zurück schaltet, wird die ganze Handlung durch den neuen Charakter Lumen doch noch einen Tick interessanter. Die Bedeutung die sie für Dexter hat wird nicht von allen Fans positiv aufgenommen, aber mir persönlich hat dieser Ansatz der dadurch geschaffen wurde sehr gefallen. Außerdem wurde hierbei die viel zu oft völlig unterschätzte Julia Stiles wunderbar in Szene gesetzt. (SPOILER: Es ist eigentlich fast schon ein Jammer, dass man sie nur in dieser einen Staffel zu sehen bekommt)

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Mir hat besonder zugsagt, dass Lumen am Ende der Staffel nicht gestorben ist. Ich hatte nämlich fest damit gerechnet, denn bisher sind alle Menschen, die Dexter in irgendeiner Weise nahe standen oder von seinem Doppelleben wussten, gestorben. So zum Bespiel sein Bruder in der ersten, Leila in der zweiten, Migel in der dritten und Triniti und Rita in der vierten Staffel. Für mich lag das also auf der Hand. Umso überraschter war ich, als Lumen am Ende einfach nur die Stadt verlassen hat. Zwar war der Grund in meinen Auen etwas banal, also trotzdem nachvollziehbar. Schließlich würde es den Sinn der Serie irgendwie verfälschen, wenn Lumen und Dexter von nun an als glückliches Pärchen weiter morden würden.
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Die fünfte Staffel Dexter kann zwar nicht an seinen Vorgänger anknüpfen, aber damit habe ich um ehrlich zu sein auch nicht gerechnet. Sie gehört zwar nicht zu den Besten Staffeln der Serie, aber ich wurde auch nicht wirklich enttäuscht, deswegen bewegt sich das Ganze in einem guten Mittelfeld.

Dexter: Staffel 4

Dexter_season_4_DVDSchöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 27. Sep. 2009

Dexter befindet sich in der vierten Staffel in einer völlig neunen Situation. Er ist nicht mehr der etwas zurückgezogenen Junggeselle mit Doppelleben, sondern nun auch Familienvater und Ehemann, was sein nächtliches Hobby stark einzuschränken scheint…

Von Anfang an wird einem klar gemacht, dass Dexter mit seiner neuen Familienlage stark überfordert ist und erst gar nicht damit umgehen kann. Dieser Zustand verstärkt sich im Laufe der Staffel immer mehr und besonders der neue Dezernatsfall des „Tirnity Killer“ trägt dazu bei. Aus Dexters Jagt nach diesem Killer entwickelt sich ein vollkommen neues Szenario, in dem wir einen Mann kennen lernen, der Dexter gar nicht so unähnlich scheint. Das merkt Dexter natürlich auch selber und lässt sich auf eine vollkommen neue Taktig ein, diesen einen besondern Mörder zu töten.

Diese neue Taktik ist in dem Sinne spanend, dass Dexter hier völlig neue Rollen annehmen muss. Und zwar mehr als üblich. Das führt eben zur bereits erwähnten Überforderung, die sich mehr und mehr steigert. Übers Höchste hinaus lässt sich hierbei Michael C. Halls schauspielerische Leistung loben, die in dieser Staffel einen neuen Höhepunkt erreicht. Parallel erscheinen weitere Handlungsstränge, wie die Beziehung zwischen Angel und Maria, eher nebensächlich im Schatten der großen Dexter-Trinity Jagt.

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Die gewöhnte Spannung der Serie übertrifft sich in dieser Staffel noch selbst bis zu letzten Minute. Der ungewöhnliche Fall und die Gesamtsituation unterscheiden sich wesentlich von den Staffeln zuvor. Und als wenn das nicht schon genug wäre, übertreffen sich die Macher im letzten Moment auch noch selber. Wer die Staffel gesehen hat weiß was ich meine und wer nicht, der hat noch großes vor sich.

Für mich konnte bisher keine Serie der Welt ein ähnlich beeindruckendes, emotionales und berührendes Staffelfinale erzeugen. Und das ist nur die Krone einer sonst auch nahezu vollkommenen vierten Staffel. Ein wahres Serienerlebnis.

Dexter: Staffel 3

7e8c1d92e260114a56141cf5e50fdba8Schöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2008

So nun wurde es schwierig. Die erste Staffel begeisterte mich wie verrückt und die zweite war mehr oder weniger eine Enttäuschung. Nun gab es für Staffel drei eine 50/50 Chance.
Dexter (Michael C. Hall) ist in dieser Staffel, nach seinen letzten Rückschlägen, wieder ganz in seinem Element und versucht sich etwas von den Normen seines Vaters zu lösen. So kommt es schließlich dazu, dass nur ein einziger kleiner Fehler ihm auf lange Zeit viele Probleme bereitet…

Das sich Dexter von Harrys Codex etwas distanzieren wird, war schon am Ende der zweiten Staffel zu erwarteten und so war ich besonders auf diese Charakterentwicklung sehr gespannt.  Ich muss jedoch zu geben, dass sich dadurch sein Wesen nicht um vieles verändert hat. Das hat mich aber nicht sonderlich gestört, weil ich froh war den alten Dexter wieder zu sehen. Während ich mich mit ihm in der zweiten Staffel nicht so richtig anfreunden konnte, kamen hier diese ganzen Gefühle der ersten Staffel wieder auf. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass man die zweite Staffel in Gedanken sogar weg lassen kann, da darauf nur sehr geringen eingegangen wird.

Die Grundstory dieser Staffel setzt, im Vergleich zu den bisherigen, vielleicht einen Schritt zurück, aber mir kam das nur gelegen, da es mir in Staffel zwei wirklich ZU VIEL war. Es gibt wieder diesen einen geheimnisvollen Fall, der sich durch die ganze Staffel zieht und dieser war mal wieder grandios inszeniert (obwohl nicht mit Staffel eins zu vergleichen). In diesem Sinne kam auch ein neuer Charakter ins Spiel, der Dexter mal wieder an seine Grenzen treibt. Der Staatsanwalt Miguel Prado (Jimmy Smits), wird durch eine zufällige Begebenheit zum engen Freund von Dexter. Ich habe schon von Anfang an spekuliert ob er ihm mehr Freund oder Feind ist und nach einer Zeit wurde er mir zu gut. Wie das schließlich gehandhabt wurde, hat mich mal wieder beeindruckt.

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Die Beziehung zu seinem Vater spielte ja schon immer eine wichtige Rolle. Doch in dieser Staffel  ging diese Beziehung in eine interessante Richtung. Während vorher oft Rückblenden benutzt wurden, um mehr aus Dexters Vergangenheit zu erfahren, wird nun mit Tagträumen oder Visionen gearbeitet. In diesen erscheint Harry (James Remar) um Dexter zu „beraten“, obwohl das ja eigentlich nur sein eigenes Unterbewusstsein ist. Das führt dazu, dass Dexter seinen Vater sogar noch besser versteht und einsieht warum er gewisse Dinge getan hat.

Durch den ständigen Perspektivwechsel zwischen Dexter und seinem Umfeld, bekommt man verschiedene Meinung zu den Ereignissen geboten. Vor allem im Fall der Familie Prado wusste ich als Zuschauer oft nicht zu welcher Seite ich mich mehr hingezogen fühle. Das zeigt natürlich mal wieder, wie überzeugend das Doppelleben von Dexter wieder dargestellt wurde und ich habe mich gefreut die restlichen Charaktere in Dexters Umfeld noch ein Stückchen besser kennen zu lernen.

Ich kann mich also glücklich schätzen, dass Dexter noch die Kurve gekriegt hat. Sie war zwar nicht so gut wie die erste Staffel, aber man kann es schon vergleichen und ich bin froh, dass der Tiefpunkt der zweiten Staffel nicht angehalten hat.

Dexter: Staffel 2

Dexter Staffel 2 CoverSchöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 30. Sep. 2007

Zweite Staffeln haben es bei mir immer besonders schwer und nachdem mich die erste Staffel Dexter ja so begeistert hat, waren die Erwartungen nun besonders hoch gesetzt.
In dieser Staffel wird in Miami ein weiterer Serienmörder gesucht, den die Presse den Bay Harbour Metzger getauft hat. Dexter muss dabei nicht auf die Suche gehen, weil er selber der Gesuchte ist und während er seine Spuren vor dem FBI verwischt, hat er noch mit seiner mentalen Verwirrung zu kämpfen.

Gleich zu Anfang, sind noch die enormen Auswirkungen des letzten Staffelfinales zu spüren und zwar nicht nur für Debra (Jennifer Carpenter), sondern auch für Dex (Michael C. Hall), der nach der Aufdeckung seiner Vergangen mit seinem Drang nicht mehr so leicht umgehen kann, wie vorher. Als dann auch noch im großen Rahmen nach „ihm“ fahndet wird, wird er immer angespannter und man merkt zu ersten Mal, dass er wohl nicht so eine einwandfreie Mentalität hat, wie ich immer dachte.
Einerseits fand ich es sehr interessant, auch mal seine menschliche Persönlichkeit zu sehen. Denn er scheint tatsächlich wahre Zuneigung für Menschen empfinden zu können, ebenso wie er auch an sich selber zweifeln kann und anfängt sein Wesen zu hinterfragen. Daran merkt man, dass der Charakter einen deutlichen Wandel durchmacht, doch mich konnte die Umsetzung dessen nicht ganz überzeugen. Man sieht in dieser Staffel weniger den skrupellosen Mörder Dexter, an dem man sich so sehr gewöhnt hatte. Und dadurch, dass er nun auch mit menschlicheren Problemen umgehen muss, ist dieser besondere Hauch verflogen, der mich immer so gereizt hat.

Hinzu kommst noch, dass die zweite Staffel weniger geheimnisvoll ist, weil es die Story einfach nicht hergibt. Man kennt den gesuchten Mörder als Zuschauer eben schon, aber es ist trotzdem sehr interessant zu sehen, wie die Ermittlungen dennoch spannend gestaltet wurden. An vielen Stallen wurde es für Dexter ziemlich eng und das spitzte sich bis zum Finale immer weiter zu, obwohl ich in keinem Moment wirklich daran gezweifelt habe, dass es nicht gut für ihn ausgeht.

DEXTER (Season 2)Was mich sehr gefreut hat, war die Entwicklung der restlichen Charaktere. Debra rückte vor Allem wegen ihrer vergangenen Erlebnisse mehr in den Vordergrund. Aber auch Lieutenant Laguerta (Lauren Vélez), Sgt. Doakes (Erik King) oder auch Dex‘ Freundin Rita (Julie Benz) bekommen immer mehr Farbe und werden direkt in die Geschichte eingebunden, was sich in den folgenden Staffeln hoffentlich noch ausweiten wird.
Auf die neuen Charaktere habe ich mit Zwiespalt reagiert. Zum einen hätten wir da Special Agent Lundy (Keith Carradine), der natürlich mehr oder weniger Handlungs tragen ist, mich aber nicht wirklich begeistert aber auch nicht gestört hat. Viel interessanter ist die zweite Neueinführung, Lila (Jaime Murray). Sie spielt für Dexters mentale Entwicklung eine wesentliche Rolle und zu Anfang fand ich es unglaublich faszinierend, wie sie auf ihn wirkte. Nach ein paar Folgen wurde es dann aber zu viel des Guten und ihr Charakter entwickelte sich in eine Richtung, die sie eher lästig erschienen lies. Ich erkannte später nichts mehr von dem wieder, was mich an ihr eigentlich so begeistert hat.

Dexter hat mit der ersten Staffel eben einen riesen Vorsprung eingelegt, der für die zweite Staffel schwer aufzuholen war. Das erlebe ich leider ziemlich oft bei zweiten Staffeln und habe bei einer so großartigen Serie gehofft dies vermeiden zu können. Trotzdem konnte das Finale wieder einiges wettmachen, weil sich von der Intention her gewisse Parallelen zum Finale der ersten Staffel ziehen lassen, was ich sehr interessant fand. Außerdem meine ich zu erkennen, dass Dexter so langsam wieder zu sich findet und die dritte Staffel nur noch besser werden kann…

Dexter: Staffel 1

Dexter Staffel 1Schöpfer: James Manos Jr. (adaptiert von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 1. Okt. 2006

Es ist schon etwas her, dass ich diese Serie angefangen habe, aber aus gegebenem Anlass (ich hab es endlich geschafft mir auch die folgenden Staffeln zu besorgen) kommt jetzt meine Meinung zu dieser mörderischen Staffel.

Dexter Morgan (Michael C. Hall) ist eigentlich ein ziemlich unauffälliger Typ. Der zuvorkommende Kollege, der liebenswerte Bruder und treuer Lebenspartner. An seiner weißen Weste würde nie jemand zweifeln, doch nur er selber weiß, dass das alles nur Schein ist. Denn wenn keiner es sieht, zeigt Dexter sein wirkliches ich und wird zum skrupellosen Serienmörder. Er wählt seine Opfer jedoch nicht wahllos aus, sondern sucht sich die, die dem Gesetzt entkommen konnten. Gleichzeitig arbeitet er als Blutspezialist bei der Mordkommission von Miami, wodurch er natürlich genau an der Quelle für sein nächtliches Hobby sitzt. Doch als in der Stadt ein Serienmörder auftaucht, der als Kühllasterkiller bekannt ist, wird Dexter neugierig, denn sein Konkurrent scheint noch gründlicher zu sein als er…

Bevor ich angefangen habe zu schauen und nur grob wusste worum es ging, habe ich eigentlich damit gerechnet, dass die Story eher Episodisch wird und nicht unbedingt so Folgenübergreifend. Und als mir dann klar wurde, dass es in der ganzen Staffel um einen Fall geht, war ich umso überraschter. Die einzelnen Morde, die Dexter begeht stehen eher im Hintergrund und sind mehr oder weniger routinemäßige Erledigungen. Viel wichtiger ist jedoch, dass ihm, den wir als makellosen Profi kennenlernen, der sich keinen Fehler bei seiner Arbeit erlaubt, jemand auf die Schliche gekommen ist, der ihn wahrscheinlich besser kennt, als er erwartet hatte. Um den Zuschauer Schritt für Schritt darauf hin zu führen werden oft Flashbacks in Dexters Vergagenheit benutzt, die keineswegs überhand nehmen. Vielmehr lernt man Dexter und sein Wesen noch besser kenen, wobei sich gleichzeitig jedoch immer mehr Fragen aufwerfen.

3465121_abc603e7-88c5-4c94-b1e8-5f950206969d-dexter-season-3Neben dem komplexen Charakter von Dexter spielen auch viele Nebencharaktere eine wichtige Rolle, vor allem, weil das die Menschen sind, vor denen Dexter sein Geheimnis verstecken muss. So zum einen seine Adoptivschwester Depra (Jennifer Carpenter), die ihm allerdings vollstens vertraut und zu der er wahrscheinlich auch seine stärkest Bindung zeigt (wenn man bedenkt, dass er eigentlich keine Gefühle zeigen kann). Sie ist ebenfalls Polizistin im Morddezernat und muss ziemlich darum kämpfen dort anerkannt zu werden. Eine weitere wichtige Person in seinem Leben ist Dexters Freundin Rita (Julie Benz), die den Schlüssel für seine Tarnung als braver Bürger bietet. Gleichzeitig ist es für ihn auch immer ziemlich anstrengend den Schein zu wahren, da sich wahre Liebe und Zuneigung ja nicht so leicht vorspielen lässt. Hinzu kommen noch einige klassische Charaktere, wie die nette Chefin, der misstrauische Cop und die witzigen Kollegen.
Ja diese Charaktere sind Klischeehaft und vorhersehbar, aber genau das ist das wichtige an ihnen. Denn nur so kann man erkennen, das Dexter das genau Gegenteil all dieser Menschen ist, und wie fremd ihm dieses natürliche menschliche Verhalten ist.

Das Setting und die Atmosphäre, die vermittelt wird, sind natürlich auch zu loben. Es wurden gezielt Kontraste eingesetzt, was ich bei der richtigen Umsetzung ja immer besonders mag und sich hier natürlich bestens anbietet. So erlebt man, wie Dexter in einem Moment skrupellos Menschen zerhackt und gleich darauf bei fröhlicher Musik mit dem Boot rausfährt, um die Leiche abzuladen, während er noch nett seinen „Freunden“ zuwinkt. Die ganze Kulisse vom sonnigen Miami ist auch perfekt gewählt, da es eben diesen wunderbaren Kontrast zu Dexters Abgründen bildet.

So hat mich die erste Staffel Dexter genauso überzeugen können, wie es für eine erste Staffel eben sein sollte und auch wenn das unglaublich spannende Finale keinen zwingenden Cliffhanger hatte, so kann man doch nicht anders, als weiter zu schauen, weil einen dieser perfektionierte Serienmörder mit seiner gestörten Seele doch in seinen Bann gezogen hat.