Vier Künste gegen Hass – #BloGeHa

Auch bei mir hat die YouTube Aktion #YouGeHa deutlichen Anklang gefunden und als Sarah Marias Blog dies auf die Bloggerwelt übertragen hat, konnte ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, auch meinen Beitrag dazu zu leisten. Also ganz richtig ist das nicht. Zuerst bin ich durch Frau Margaretes Beitrag auf die Aktion gestoßen. Sie stellte eine wunderbare Auswahl von Filmen gegen Hass zusammen und das inspiriere mich irgendwie.
Da es auf meinem Blog jedoch nicht nur um Filme geht, sondern auch um Serien, Bücher und Musik, möchte ich aus jeder Kategorie etwas vorstellen, das gegen Hass in allen möglichen Lebens- und Gesellschaftsformen ist. Ganz so einfach war es nicht, aber was ich gefunden habe, hat es durchaus in sich und ist dieser Aktion auf jeden Fall würdig.

Buch: John Boyne – Das Späte Geständnis des Tristan Sadler
Quelle: www.gofeminin.deEin Buch das glaube ich gar nicht so vielen bekannt ist, jedoch eine äußerst traurige Geschichte erzählt. Dabei muss ich jedoch aufpassen nicht zu viel zu verraten.
Tristan Sadler erzählt der Schwester seines gefallenen Kameraden Will was sie ihm Krieg alles erlebt haben. Dabei kommen erschütternde Tatsachen ans Licht, die auch Tristans Leben weiter prägen. Das vorherrschende Motiv des Buches ist natürlich der erste Weltkrieg, in dem junge Männer voller Begeisterung für ihr Land eingezogen sind und gegen andere Nationen aufgehetzt wurden, um politische Probleme auf blutige Weise zu lösen. Doch das Buch zeigt in Tirstans intimen Bericht nicht nur den Hass gegen die Kriegsgegner, sondern auch gegen die eignen Kameraden, gegen Kriegsdienstverweigerer und Leute die sich bewusst gegen das System wenden. Und schließlich auch einen den Hass der Gesellschaft, mit den Tristan bin in die Gegenwart kämpfen muss und die ihn dazu brachte, trotz seines Ruhms, nur noch in Angst und Vereinsamung zu leben.
Boyne zeigte ja schon mit Der Junge im gestreiften Pyjama, wie erschütternd und widersprüchlich der Hass gegen bestimmt Menschengruppen ist. Dieses etwas unbekanntere Werk seinerseits ist mindestens genauso lesenswert und verbindet vermeintlich vergangene und gegenwärtige Werte auf erschränkende Art.

Film: Gran Torino (2008)
Quelle: imdb.comDer stolze Amerikaner (mit polnischen Wurzeln, versteht sich) Walt Kowalski (Clint Eastwood) lebt in einer kleinen Vorstadt, welche ihre frühere Idylle längst verloren hat. Die Nachbarschaft setzt sich nun mehr aus afroamerikanischen kriminellen Gangs und ostasiatischen Einwanderern zusammen. Für Walt also die Hölle auf Erden. Doch er muss erleben, dass diese Menschen ihn mit der Zeit mehr schätzen als seine eigenen Familie. Nun weiß der sture, rassistische alte Mann selber nicht, wie er diesen, wohl durchaus freundlichen Menschen, gegenübertreten soll, die er doch so verabscheut.
Als einer meiner liebsten Clint Eastwood Filme, zeigt Gran Torino wunderbar, dass Hass nicht nur auf Gegenseitigkeit beruht und dass es nie zu spät ist sich zu verändern, auch wenn man dafür zu stolz scheint. Und schließlich zeigt er, dass wir uns doch alle ähnlicher sind, als wir glauben, auch wenn sich viele etwas anderes einreden. Ich denke dieser Film kann jedem zum nachdenken erregen, denn selbst wer stets von sich behauptet ein guter Mensch zu sein (oder eben nicht) weiß noch immer nicht, wie er wohl möglich von außen betrachtet wirkt.

Serie: One Tree Hill „Bilder von dir“ (4.13)
Quelle: coolspotters.comHier habe ich keine ganze Serie gewählt, die auf Hass aufmerksam macht, auch wenn es beistimmt eine gibt, die ich nur noch nicht gesehen habe. Dafür habe ich mir eine ganz bestimmte Folge des High-School Dramas One Tree Hill ausgewählt. Zwar geht es nicht unbedingt um Hass, aber dennoch um Voreingenommenheit, Rücksicht und Aufmerksamkeit.
Unsere Protagonisten und ihre Mitschüler befinden sich kurz vor ihrem Schulabschluss und zu diesem Anlass, überlegte sich der Lehrer eine ganz besondere Schulstunde. Die Schüler der Klasse werden zu willkürlichen Paaren ausgelost und erhalten einen Fragebogen, sowie eine kleine Kamera. Sie sollen sich zusammen an irgendeinen Ort der Schule zurückziehen und durch die Fragen ins Gespräch kommen und sich vielleicht besser kennen lernen. Beendet wird das Projekt mit einen aussagekräftigem Foto für das Jahrbuch.
Unter Fans wird diese Folge oft als etwas schwächer angesehen, aber für mich ist es eine der besten der Serie. Sie sticht ziemlich aus dem üblichen Serienalltag heraus und könnte deswegen auch gut für sich alleine stehen. Doch was macht die Folge so besonders? Die Paare, die aufeinander treffen, sind teils alte Freunde und teils völlig Fremde. Doch alle schaffen es, sich auf einer neunen Ebene kennen zu lernen. Sie erzählen von persönlichen Erlebnissen, Ängsten, Geheimnissen oder erkennen sogar Gemeinsamkeiten. Ohne diese Schulaufgabe hätten sie das wahrscheinlich nie gesehen oder sogar nie miteinander gesprochen. Somit führt einem diese Folge vor Augen, dass, wenn wir unseren Horizont etwas erweitern und mehr auf die Menschen und Freunde in unserer Umgebung achten, viel neues über uns selbst und andere lernen können.

Musik: Rise Against – Hero of War (Appeal to Reason)
Das Thema Musik fiel mir besonders schwer, weil es darin so viel Auswahl gibt, die ich noch nicht kenne. Trotzdem musste ich gleich auf Anhieb an meine Lieblingsband aus dem Bereich Punk/Rock/Melodic-Hardcore denken, Rise Against. Bei Punk Bands im Allgemeinen und vor allem bei dieser hier, ist es ja fast üblich, dass sie sich in ihrer Musik mit gesellschaftlichen und weltverbesserden Themen auseinandersetzen. Deswegen gibt es wahrscheinlich eine Menge Songs, die hier rein passen würden, ich hab mich jedoch für meinen persönlichen Klassiker entschieden.
Hero of War ist eine Ansage gegen die Kriegsführung. Zwar wird es nicht namentlich erwähnt, aber es lässt sich klar erkennen, dass vor allem der kriegerische Patriotismus der Amerikaner gemeint ist. Inhaltlich geht es in dem Liedtext um einen jungen Mann, der für sein Land in den Krieg zieht und dort schlimmes erlebt. Jedoch merkt er mit der Zeit selber, wie ihn der Zusammenhalt dort begeistert und er beginnt, trotz anfänglicher Zweifel, Leute zu schikanieren und zu foltern. Erst als er einen wehrlosen Zivilisten erschließt, wird ihm klar, dass er dort nicht hingehört und das all die Auszeichnungen, Narben und die Flagge für die er kämpf, doch eigentlich wertlos sind.
Soweit meine Interpretation des Textes, zu der eigentlich nicht viel hinzu zu fügen ist. Einen Krieg gegen fremde Mensche, im Namen des Landes und seiner Politik zu führen, ist mehr als nur falsch. Dabei auch noch die Naivität junger Menschen auszunutzen und unbegründeten Hass zu schüren, der sich nur in den seltensten Fällen rückgängig machen lässt, sollte verboten gehören. Um die Eindringlichkeit und Ernsthaftigkeit, mit der die Band diese Botschaft rüber bringt, versteht sich umso besser, wenn man es selbst hört.

Das waren sie also. Die vier Vertreter meiner liebsten Formen der künstlerischen Darstellung, die uns und auf Hass, Ignoranz, Schubladendenken, Verbrechen und noch vieles weiteres, was man nicht so einfach übersehen sollte, aufmerksam machen. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Bücher, Filme, Serien oder Songs die das umso besser zeigen und dafür sollten wir dankbar sein. Natürlich nicht für die Gründe solcher Darstellungen, sondern vielmehr dafür, dass sie uns auf Dinge aufmerksam machen, die viel zu oft vergessen oder einfach übersehen werden.

Wer nun auch inspiriert ist, sich an dieser Aktionen zu beteiligen, findet alle nötigen Infos auf Sarah Marias Blog. Die Blogparade geht noch bis zum 28. Februar und ist es definitiv wert weiter getragen zu werden.

Album: Jeff Buckley – Grace

Quelle: www.rollingstone.comRelease: 23. August 1994

Label: Columbia Records

Produktion: Andy Wallace

Genre: Alternativ-Rock

Ich bespreche hier ja hin und wieder mal, das ein oder andere Album. Bisher waren das meist relativ aktuelle Titel, die ich weiterempfehlen konnte. Nun stellt ich mir die Frage, warum es nicht auch mal was älteres sein darf? Quasi meine All-Time-Favorit’s, die ich mir, unabhängig von Erfolg und Alter, immer wieder anhören kann und die vielleicht sogar in keiner leidenschaftlichen Musiksammlung fehlen sollten. Gedacht. Getan. Den Anfang macht einer meiner persönlichen Klassiker, bei dem es fast schon eine Schande ist, dass ich ihn noch nie hier auf meinem Blog erwähnt habe.

Jeff Buckley lässt sich eigentlich schon als sehr bedeutender Künstler der Musikgeschichte sehen. Trotzdem ist er nicht jedem ein Begriff, ebenso wie sein einziges Erfolgsalbum Grace. Zusammen mit Produzent Andy Wallace, entstand 1994 Buckleys erstes und zu Lebzeiten auch einziges Studioalbum unter Columbia Records. Bekannt ist aus diesem Album vor allem die Coverversion von Leonard Cohens „Hallelujah“, doch das eigentliche Talent Buckleys zeigt sich in noch vielen anderen Liedern.

Es ist, wie zu oft schwer zu sagen, welchem Genre sich Buckleys Musik zuordnen lässt. Oft wird er als Singer-Songwriter bezeichnen, doch dafür ist er mir an vielen Stellen zu unüblich und vor allem viel rockiger, als die typischen Gitarrenschlunzen, die mit diesem Genre einhergehen. Und wenn man ein Genre nicht so recht zuordnen kann, ist es am einfachsten das Wort „Alternativ“ davor zu setzen, wobei wir also beim Alternative-Rock wären.

Charakteristisch für Buckley ist seine stimmliche Vielfalt, die über mehrer Oktaven reicht. Gleich im Auftakt des Album zeigt er den Kontrast zwischen seiner unglaublich sanften Stimme, die in der letzten Minute mit Unterstützung von deutlich härter klingenden Gitarren, aufbricht und kräftiger wird. Trotzdem verliert sie dabei nie ihren filigranen und einfühlsamen Unterton. Dieses Phänomen lässt sich bei vielen Liedern des Albums finden. Vor allem in dem titelgebende „Grace“, dass zwar deutlich peppiger daher kommt, aber trotz eine große musikalische Spannweite zeigt. Vor allem lässt sich das in seinen Live Auftrotten bewundern, die nur so vor Musikalischer Energie strotzen. Es überwiegen schließlich die gefühlvollen Songs die den Zuhörer Zuneigung, Liebe, Wut und Verzweiflung gleichzeitig spüren lassen und dabei sowohl auf stimmliche, als auch auf instrumentaler Art, alle Möglichkeiten auskosten.

Das macht Grace zu einem Album, was die Musikerszene der 90er Jahre, bis heute deutlich geprägt hat, auch wenn man das aus kommerzieller Sicht vielleicht nicht unbedingt mitbekommen hat. Buckley hätte seine talentierte Stimme wohl nicht besser darstellen können, als in diesem einzigartigem, vielseitigem aber auch in sich stimmigem Album. Die Tatsache, dass es durch seinen tragischen Tod 1997 sein einziges richtiges Album geworden ist, ist natürlich tragisch, verleiht ihm jedoch auch einen gewissen zeitlosen Kultstatus, weswegen es sich keiner, der sich als musikbegeistert bezeichnet, entgehen lassen sollte.

Konzert: Forest and Crispian (+ Where Did Nora Go)

m13143677_gDatum: 11. Feb. 2013

Location: Aufsturz Klub (Berlin)

Vorband: Where Did Nora Go

Eintritt: 5/7 €

Nachdem ich von dem wirklich sehr originellen Album der Schweden Forest & Crispian sehr begeistert war, habe ich mich sehr darauf gefreut sie live zu sehen, denn ich war sehr gespannt darauf, wie diese einzigartige Musik auf der Bühne wirkt. Außerdem standen auf dem Plan noch die Dänen von Where did Nora go, deren Musik mir noch gar nicht bekannt war und ich nicht einmal Zeit hatte rein zu hören.  So gibt ich also voller Neugier und Vorfreude in dieses Konzert, welches übrigens im Sinne der Konzertreihe Nordlicht Klub stattfand.Das Aufstuz ist ein sehr netter und gemütlicher kleiner Klub um Keller des Lokals und als es sich nach und nach füllte war die Atmosphäre schon mal sehr angenehm, so dass es daran wohl nicht scheitern sollte.

Gegen 21:00 Uhr stiegen Where Did Nora Go schließlich auf die Bühne und ich musste feststellen, dass diese „Band“ nur aus der Sängerin und Namensgeberin Astrid Nora und ihrem Produzenten Henrik Marstal besteht.  Beide sieht man als Duo an den Celli, die den Großteil ihrer Musik ausmachen. Viel wird aber auch durch die Loop Station und einige mir unbekannte Instrumente unterstützt. Getragen wird das ganze meiner Meinung nach jedoch von Noras vielschichtigem Gesang, der gleichzeitig hart aber auch sehr sanft wirkt und im Allgemeinen sehr angenehm anzuhören ist. Aus wenig wurde viel gemacht und ich bin begeistert. Das ist ein Name den ich mir sehr wohl merken werde.

Nach der gelungenen Einstimmung durften wir uns nun auf Forest & Crispian freuen. Und zu meiner Überraschung benötigten sie genauso wenig Instrumente wie ihre Vorgänger, was mich etwas wunderte, weil ihre vielseitige Musik doch eigentlich mehr bedarf. Aber auch hier wurde ich überrascht. Da ich ja nur ihr aktuelles Album Morganlands kenne, dufte ich auch einige mir unbekannte Songs hören, die mich keinesfalls enttäuscht haben. Doch besonders die Lieder die ich schon kannte haben mich beeindruckt, denn selbst wenn schon die Studio Versionen ein Ohrenschmaus sind, so kommt auf der Bühne erst recht zum Vorschein, wie besonders diese Musik ist.

Hinzu kommt übrigens noch, dass die drei Jungs auch recht amüsant anzusehen sind und wissen wie die Masse zu unterhalten ist. Es war also alles in Allem ein sehr gelungener Abend, der mich dieser Band noch näher gebracht hat und mir sogar noch einen neuen kleine Geheimtipp verschafft hat. Immer wieder gerne…

Film: Crazy Heart (2010)

crazy-heartRegie:  Scott Cooper

Kinostart: 04.03.2010

Lauflänge: 112min

Genre: Drama, Musik

Seit ich mein LoveFilm Abo habe, schaffe ich es endlich alle die Filme zu schauen, die ich mir schon immer vorgenommen habe (oder zumindest die meisten). Crazy Heart gehört auch dazu, vor allem weil ich ja Musikbetonte Filme so liebe und gerade Country genau mein Fall ist…

Inhalt:
In Crazy Heart spielt Jeff Bridges Bad Blake, ausgebrannten Country-Sänger, der schon einige Ehen hinter sich hat, viel zu lange über die Lande getingelt ist und dabei viel zu viel Hochprozentiges zu sich genommen hat. Dennoch stehen die Chancen auf Erlösung nicht schlecht, als er eines Tages auf die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) trifft, die den Mann hinter dem ausgebrannten Musiker entdeckt. Nun muss Bad erkennen, wie schwierig der Weg zurück ins ‘normale’ Leben ist und was echter Herzschmerz bedeutet. (Quelle: www.moviepilot.de)

Kritik:
Dieser Film könnte genauso gut eine Biopic sein, wobei völlig egal ist von wem. Ich fand es auch von Anfang an interessant, dass diese Geschichte fiktiv ist, weil man dadurch nicht diesen biographischen Beigeschmack hat, der manchmal etwas zu bejubelnd ist. Hier kann man sich einfach auf die Geschichte einlassen, ohne das zwingend mit jemand identifizieren zu müssen.

Die grobe Handlung an sich ist meines Erachtens nichts Besonderes und lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Auch die Charakterbildung und Entwicklung wird einem relativ schnell klar. Durch diese Tatsache kam mir der Anfang ein wenig schleppend entgegen, weil viel Zeit dafür verwendet wird darzustellen in was für einer Situation sich Bad Blake befindet. Der einsame, versoffene Country Musiker  der auf dem Tiefpunkt seiner Karriere steht ist ein sehr typisches Bild, welches nicht viel Erklärung und Einführung bedarf. Warum das so gemacht wurde kann ich jedoch vollstes verstehen. Denn auf die Geschichte an sich kommt es hier weniger an. Es ist viel mehr die Atmosphäre, die Musik und das Wirken der Schauspieler.

Verrauchte Pups,  viel Whiskey und ein Mann mit Hut, der in seinem alten Auto quer durch die Wüste fährt.  Für Liebhaber des Country/Amerika Genres wird das hier ein Traum sein und denen macht es wohl gar nichts aus, dass man sich in dieser Hinsicht viel Zeit zum Erzählen nimmt. Unterstrichen wird das ganze natürlich von der dazugehörigen Musik, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, doch man muss natürlich für Country zu haben sein. Obwohl der Titelsong The Weary Kind wohl jedem eine Gänsehaut verpassen dürfte.
Auch die Schauspieler haben hier ihr Bestes gegeben. Von Jeff Bridges habe ich nichts anderes erwartet, weil er natürlich genau der Typ so für so eine Rolle ist. Aber auch auf Gyllenhaal habe ich mich sehr gefreut, weil sie für mich zu einer kleinen Gruppe von unterschätzten Schauspielern gehört, denen ich sehr gerne zusehe.

Im Allgemeinen kann man also sagen, dass Crazy Heart ein Film ist, der mich durchaus unterhalten hat. Er hat mich vielleicht nicht begeistert, aber die besondere Atmosphäre macht vieles wieder wett. Und wer weiß worauf er sich einlässt und die Richtung mag wird viel Freue an diesem Film haben…

Bewertung: 6.5/10.0

EP: Jacob Faurholt – Geek Love is the Best Love

GLITBL_coverRelease: 26. Nov. 2012

Label: Raw Onion Records

Mein Ohrwurm: Splintered

In letzter Zeit scheint es mir so, als würden mir skandinavische Musiker (zufällig oder auf Wunsch) nur so zufallen. So auch der Däne Jacob Faurholt, der sich wie so viele Künstler, seit 2010, in Berlin inspirieren lässt und dort lebt.

EP Veröffentlichungen finde ich ja immer besonders ansprechend, weil man dabei einen besseren Eindruck des Künstlers bekommt und es irgendwie persönlicher ist, da es meist nur 4-5 Songs umfasst. Durch die Tatsache, dass Faurholt das Ganze auch noch in seinem Wohnzimmer aufgenommen hat, bekommt es noch einen ganz intimen Hauch, der sich in seiner Musik wiederspiegelt.

Einordnen kann man das Werkt denke ich in eine Art Alternative-Folk, der sehr ruhig daher kommt. Irgendwie ist da aber trotzdem noch dieser heitere Unterton zu hören, der vielleicht nicht jedem gefallen mag, aber ich habe es gleich in Verbindung mit einer meiner Lieblingsbands gesetzt. Man kann es nicht in allen Zügen mit Eels vergleichen, aber ich fühlte mich vor Allem wegen der Stimme und dieser zweiseitigen Art oft daran erinnert. So zum Beispiel im zweiten Song Guided By Voices.
Ein Song sticht besonders durch seine harte Gitarre und bedrohliche Art her raus, nämlich der Titelgebende Song Geek Love is the Best Love. Vielleicht als kleine Andeutung zu seiner Psych Pop Projekt Crystal Shipsss oder auch einfach nur, um die EP auch wirklich im Kopf des Hörers zu verankern.

Mich hat diese Neuentdeckung wirklich sehr angesprochen, weil man sie in so vielen verschiedenen Facetten betrachten kann. Einige mag diese rustikale Art vielleicht etwas abschrecken und auch ich war zu Anfang skeptisch, aber wenn man sich erst darauf einlässt, kann man sich einfach zurücklegen und genießen.
Bis Ende des Jahres gibt es die EP auch noch bei Bandcamp als Gratis Download, also hört rein, falls ich euer Interesse geweckt habe…

Links:
Official Webside
Facebook
Bandcamp

Album: Michael Schulte – Wide Awake

michael schulte wide awakeRelease: 28. Sep. 2012

Label: Very Us Records

Single: Jump Before We Fall
(Release: 14. Sep. 2012)

Mein Ohrwurm: I Never Said I Loved You

Endlich mal ein Castingmusiker, der es schafft ehrliche und gute Musik zu machen, ohne sich vom Ruhm und Reichtum eines Major Labels leiten zu lassen. Man muss aber auch zugeben, dass Michael Schulte sich vor The Voice of Germany schon eine treue Fangemeinde auf YouTube aufgebaut hat. Nachdem diese durch die erfolgreiche Castingshow noch erweitert wurde, konnte dem neuen Album also nichts mehr im Wege stehen…

Seine unglaublich sensible und feinfühlige Stimme findet auch in seinem erstem Album Wide Awake seinen Anspruch und zeigt genau das, was ich erwartet habe. Es wird weder zu sehr auf Schnulzen gesetzt, noch versucht er sich irgendwie neu zu erfinden. Es ist viel mehr die goldene Mitte, die sich in jedem Song wiederspiegelt. Ich kann nur selten sagen, dass mich ein Album von vorne bis hinten überzeugt, aber hierbei konnte ich wirklich an jedem Lied Gefallen finden.
Angefangen mit seiner Single Jump Before We Fall, die mir schon vor der Albumveröffentlichung zeigte, das dieses Album schon mal nicht schlecht werden kann. In den ebenfalls sehr indiepoppigen Songs Run Away und Army of Hope sehe ich schon die nächsten großen Auskopplungen. Somit hat mich der Einstieg in dieses Werk schon mal weich geklopft. Die restlichen Songs hatten es dann nicht mehr schwer meine Ohren zu erobern.
Interessant fand ich auch wie man raushören konnte, wo sich der Herr Schulte wohl inspiriert hat. So erinnert mich You Said You’d Grow Old With Me  durch die Klavierklänge doch stark an The Fray oder auch Take Me As I Am, wo man sehr stark den Einfluss von Mumfords and Sons raushören kann. Das finde ich keineswegs schlecht, denn das sind zwei großartige Bands, deren Stil keineswegs fehlplatziert in diesem Album ist.
Abgerundet wird das ganze schließlich durch zwei Akustik Songs, die natürlich nicht fehlen durften. Denn trotz der originellen und individuellen neuen Songs, fühlen wir uns doch immer wieder gerne an den Michael erinnert, der mit einer Gitarre vor der Kamera in seinem Zimmer sitzt.

Richtig gute junge Deutsche Musiker gibt es ja nicht unglaublich viele, oder bleiben oft unentdeckt. Michael Schulte hat das Beste aus dem gemacht, was ihm passieren konnte und das Ergebnis ist ein Album, das sowohl neue Vielfalt, als auch gewohnte wunderschöne Klänge bietet und an deren Stimme man sich nicht satthören kann. So gut wie jeder Song taugt zum unlösbaren Ohrwurm, doch welcher das ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich jedenfalls kann es nicht und freue mich schon gewaltig, wenn er mit dem Album auf Tour geht…

Konzert: Donots

nothingtononly_220x0Datum: 20. Oktober 2012

Location: Astra Kulturhaus (Berlin)

Vorband: Nothington

Obwohl ich kein Riesengroßer Fan der Donots bin, sondern das eher so eine Band ist, die ich immer mal wieder gerne höre, habe ich mich unglaublich auf dieses Konzert gefreut. Denn diese Jungs überzeugen vor allem durch ihre Liveshows, habe ich jedenfalls gehört. Und nun durfte ich mich auch selbst davon überzeugen.

Mit der Vorband Nothington hatte ich mich bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht beschäftig, doch umso begeisterter war ich von ihrem Auftritt. Während das Publikum am Anfang noch etwas spärlich war, wurden von Song zu Song mehr Leute begeistert. Als Ingo und Guido bei einem Song auch noch mitmischten, war schon eine ordentliche Stimmung geschaffen und nach dem letzten paar Songs nahm ich mir vor, sie auch auf ihrer eigenen Tour zu besuchen.

Für den perfekten Auftakt hätte sich wohl kein Lied besser geeignet, als Calling, was bei mir schon Gänsehaut verursachte. Danach schepperten sie einen geilen Song nach dem anderen raus. Eine gute Mischung aus ihrem aktuellen Album Wake the Dogs und vielen alten (oder auch sehr alten) guten Songs. Wobei es nicht einmal schlimm war das ich ein paar davon nicht mal kannte, denn bei deren Show war das völlig unwichtig. Zwischendurch gabs noch eine coole Coverversion von All die ganzen Jahre (Die Toten Hosen) und ein besonderes Highlight war natürlich das Akustik Ständchen mitten im Publikum, was ich auch schon sehnsüchtig erwartet habe. Die letzten Songs heizten das Astra dann noch richtig ein und ebenso wie der Anfangs-, war auch der Endsong  So Long die perfekte Wahl um dieses Konzert würdig ausklingen zu lassen.

Trotz Ingos Rücken haben die fünf auf der Bühne alles gegeben und das wie erwartet unterstrichen durch ihre lockere, sympathische Art, die sie nun schon seit 18 Jahren an den Tag legen. Auch das war ein Phänomen, was ich bewundert habe. Dort waren Fans, die wahrscheinlich schon auf Donots Konzerten waren, als ich gerade mal geboren war und trotzdem genauso gefeiert haben, wie die jüngeren Leute. Und obwohl  sich die Musik mit den Jahren so verändert hat, wurde jeder Song mit der gleichen begeisterung bejubelt.

Meine Halsschmerzen am nächsten Tag beweisen, dass es sich definitiv gelohnt hat und ich ein nächstes Konzert wohl nicht mehr verpassen werde.  Und während sie für mich vor dem Konzert noch zu einer Gelegenheitsband gehört, kann ich sie nach diesem Erlebnis definitiv zu meinen neune Favoriten zählen…

P.S. Ihre Tour ist noch nicht vorbei. Bis Weihnachten sind sie noch in Deutschland unterwegs. Hier gehts zu den Tickets.

Musiker: Hudson Taylor

hudson_taylorDie Iren die habe es echt drauf. Und die Brüder Harry und Alfie Hudson bestätigen das alle Mal.
2008 startet sie ihren YT-Kanal und wenn ich mir ihre aller ersten Videos ansehe muss ich schon über diese beiden Teenager schmunzeln. Mit den Jahren wuchsen die beiden und auch ihre Fangemeinde langsam an, so dass sie nun schon knapp 30 Tausend Abonnenten aufweisen können. Doch das war ihnen wohl noch nicht genug, so dass sie sich Anfang dieses Jahres dazu entschlossen haben zusammen mit einem Pianisten, einem Drummer und einem Violinisten die Band Hudson Taylor zu gründen. Mehr Kreativität, mehr Konzerte und einfach mehr Möglichkeiten führte in den letzten neun Monaten zu 16 Tausend Abonnenten und der Veröffentlichung ihrer Ersten EP, Bettles.

Während sie sich als Duo oft noch an Cover gewagt habe, so glänzen sie in ihrer Band mit wunderbaren Eigenkompositionen. Mit einer Mischung aus The Kooks, Mumford and Sons und The Tallest Man on Earth bilden sie genau das Verhältnis, das man sich für Folk/Indie Pop wünscht. Für die EP haben sich sie dabei ihre vier besten Song rausgepickt, aber wer sich auf ihrem Kanal umschaut, der wird schnell merken, dass sie noch viel mehr parat haben, was nur noch auf ein Album wartet.

Über einen schnellen Erfolg dieser Band sollte also keiner überrascht sein. Damit ihr es auch versteht hier meine Lieblingssong von ihnen:


Das Letzte ist ein unglaubliches Cover, was ich so vorher noch nie so gehört habe. Zwei Songs die so unterschiedlich erscheinen wie sonst nicht, werde ich zu einem Werk zusammengefügt…*Gänsehaut*

Links:
Harry & Alfies YT-Kanal
Hudson Taylors YT-Kanal, Facebook Seite & Twitter-Account
zu kaufen bei iTunes & Amazon

Konzert: Dub FX, Flower Fairy & CAde

Datum: 19. Juli 2012

Location: SO 36

Voract: Konrad Kuechenmeister

Einige Pläne haben sich geändert, so dass ich es heute doch noch schaffe, euch meinen Bericht des gestiegen Konzertes zu präsentieren.

Schon beim herantreten an das SO36 verschlug es mir den Atem, den vor dem Eingang bahne sich eine unglaublich lange Schlange, was ich eigentlich nicht erwartet habe. Als sich jedoch herausstellte, dass dies die Schlange für die Abendkasse war, war ich sichtlich erleichtert, doch irgendwie taten mir die Leute doch leid, die da noch so lange stehen mussten. Drinnen angekommen, legte der Supportact Konrad Kuechenmeister auch schon gleich los. Ich kannte ihn vorher noch nicht und war deshalb umso beeindruckter. Ebenfalls mit einer Loopstation ausgerüstet, untermalte er seine Tracks, neben dem Beatboxing, auch noch mit Gitarre, Schlagzeugt und Melodica. Ich denke alle im Saal waren sichtlich begeistert, denn der junge Dresdner konnte sich vor Applaus gar nicht mehr retten.

Nach einer recht kurzen Umbaupause trat nun auch Dub FX mit seiner Flower Fairy auf die Bühne. Und womit könnte er dieses Konzert wohl besser einleiten, als mit seinem legendären Made. So ging es den ganzen Abend weiter mit seinen Klassikern von Youtube und auch mit einen Songs ich noch nicht wiedererkannt habe. Aber das war keineswegs schlimm, denn mir bleibt immer wieder dem Mund offen stehen, wenn ich neues von ihm höre. Oft mischten Flower Fairy und der Rapper CAde noch mit, was selbst die bekannten Lieder zu neuen Interpretationen machte. Zum Schluss hatte man nur noch einen nie endenden Track, in dem er verschiedene Songs zusammenmixte und das Publikum ordentlich aufheizte. Schließlich war die Stimmung nicht mehr zu bremsen und es kam zum Ende als es am schönsten war…

Noch zu erwähnen ist, dass hin und wieder ein Artist auf der Bühne stand, der eine Glaskugel auf den Händen und Armen balancieren lies. Das sah schon ziemlich cool aus und passte auf jeden Fall zur Musik. Außerdem muss ich sagen, dass ich auch von der Beleuchtung ziemlich begeistert war, selbst wenn ich da sonst nicht so drauf achte. Oft wurden Dub FX und Flower Fairy hell von hinten beleuchtet, so dass der Zuschauer nur ihre schwarzen Silhouetten gesehen hat, was in bestimmten Momenten wunderbar gewirkt hat.

So habe ich wieder mal ein sehenswertes Konzert erlebt, von einem Künstler, dessen Liveperformance es sich wirklich lohnt anzusehen, den so begeister man auch seine Youtube Videos schaut, so kann man es doch erst richtig verstehen, wenn man ihm bei seiner bewundernswerten Arbeit zugesehen hat.

Album: Echo Me – Echo Me

Release: 19.10.2012

Label: Für Records

Single: Left From The Fire

Mein Ohrwurm: The Actor & The Play

Ein weitres Album, dass mir Für Records an Herz gelegt haben ist das Debüt des Dänen Jasper Madsen, der das Soloprojekt Echo Me gestartet hat und dessen gleichnamiges Album bei uns im Oktober veröffentlicht wird. Viel ist er gereist und hat im letzten Jahr eine Menge Konzerte in Europa und den USA gegeben. Dabei hatte er viel Zeit sich inspirieren zu lassen und das wird in seinen Songs besonders deutlich.

Vor Allem  dem Indie-Folk zuzuordnen, zeigt dieses Album, wie vielseitig diese Musikrichtung ist. Einerseits verzauberte er mich mit seiner unglaublich sanften Stimme, die in manchen Passagen schon sehr an Jeff Buckley erinnert (besonders in The Best Is Yet To Come). Dann überrascht er wieder mit einer kräftigen, ausdrucksstarken Stimme und in Packing My Stuff  läuft das Ganze zu einem Ein-Mann Duette zusammen.
Ebenso abwechslungsreich gestaltete er Write Me Back, welches zu erst nach einer schönen Ballade klingt, im Refrain aber ziemlich rockig auf die Tube drückt, was schon fast gewollt lächerlich wirkt.

Man merkt also, dass es hier recht variabel zugeht, aber trotzdem findet sich irgendwie ein stilistischer roter Faden, der einen erkennen lässt, dass es sich hier um ein Gesamtwerk handelt. Bei der ersten Single hat man sich für das popige Left From The Fire entschieden, das den perfekten Gute-Laune-Song bildet und auch sehr radiotauglich ist.

So ist Echo Me ein Album, das einige Kontraste bildet und mit dem der junge Künstler wohl versucht hat seine Musik zu finden. Der Zuhörer findet alle Mal seine Musik, denn die Kontraste sind so geschickt angeordnet, dass man nicht das Gefühl hat überrumpelt zu werden, sondern sich einfach nur entspannt zurücklehnen kann.

Übrigens war Japser auch schon ein paar Mal bei Balcony TV, das ich euch ja auch schon vorgestellt habe. Hier die Videos auf den Balkonen von Prag, New York und Austin.