Oscars 2015 – Mein Bericht

Das ich mal einen Text zu den Oscars schreibe, hätte ich selbst kaum gedacht. Zwar bin ich wirklich ein Fan des guten Films, doch noch lange eine Expertin und komme oft nicht dazu, alle wichtigen Filme der Verleihung zu sehen. Dieses Jahr bin ich aber durchaus schon vorher in den Genuss einiger Nominierten gekommen, auch wenn es ruhig noch einige mehr hätten sein können. Außerdem habe ich zum ersten Mal die komplette live Übertragung verfolgt, wodurch ich mir nochmal ein ganz besonderes Bild von den Nominierten und Gewinnern machen konnte, als in den Jahren zuvor.

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Schließlich schwirren mir so viele Gedanken zu diesem großen Hollywood Event im Kopf herum, dass ich es mir nicht nehmen lasse doch einen kleinen Beitrag dazu zu verfassen. Dabei geht es aber vor allem, um die Gewinner der großen Kategorien, weil ich über nichts urteilen will, von dem ich keine Ahnung habe. Auch zur Veranstaltung selbst kann ich nicht viel sagen, da ich noch nie eine Verleihung so genau verfolgt habe und nicht weiß, was da jetzt üblich oder unüblich war. Neil Patrick Harris war aber als Host ganz akzeptabel. Wahrscheinlich wurde nach der aufbrausenden Show von Ellen DeGeneres im letzten Jahr einen Gang zurück geschaltet, aber das ist schon in Ordnung. Kommen wir zu den Siegern des Abends:

Bester Nebendarsteller: J. K. Simmons in Whiplash
Diesen Teil der Verleihung gab es für das deutsche Publikum leider nicht zu sehen, da die Übertragung gleich zu Anfang für etwas fünf (sehr lange) Minuten unterbrochen war. Zum Gewinner kann ich leider auch wenig sagen, aber nachdem was ich so gehört und im Trailer gesehen habe, scheint er es wohl zu verdienen. Einen Edward Norton (Birdman) hätte ich natürlich auch gerne auf der Bühne gesehen, wobei ich mit Ethan Hawke (Boyhood), trotz guter Performance eher weniger gerechnet habe.

Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette in Boyhood
Da hat die kleine aus Medium doch tatsächlich einen Oscar bekommen und bildete damit auch meine persönliche Enttäuschung des Abends. Keine Frage ist Boyhood ein echt guter Film, aber Arquette spielt eben nicht mehr und nicht weniger als eine alleinerziehende Mutter, die die ein oder andere schwere Ehe durchstehen muss. Da hätte ich es wirklich lieber Emma Stone gewünscht, die mich in Birdman echt umgehauen hat und es sichtlich verdient hätte.

Bester Hauptdarsteller: Eddie Redmayne in Die Entdeckung der Unendlichkeit
Es war wunderbar anzustehen, wie herzhaft sich Eddie über diesen Preis gefreut hat. Wahrscheinlich weil es wohl auch eine kleine Überraschung war, dass der Preis an ihn ging. Wie auch ich, hatten viele mit Michael Keaton (Birdman) gerechnet und auch mit Benedict Cumberbatch (The Imitation Game) und Bradley Cooper (American Sniper), war die Konkurrenz recht groß. Ich hab den Film zwar nicht gesehen, aber als während der Laudatio nur die paar Szenen gezeigt wurden, war ich mir sicher, das der Oscar an ihn gehen würde. Da muss ich auf jeden Fall was nachholen.

Beste Haupdarstellerin: Julianne Moore in Still Alice
Auch hier kann ich leider nur eine der Nominierten richtig beurteilen und hätte vielleicht sogar auf Rosamund Pike (Gone Girl) getippt. Aber ich bin auch in jedem ihrer Filme ein riesen Fan von Julianne Moore und bin froh, dass sie nun endlich auch die Trophäe in den Händen halten darf. Der Trailer hat mich schon im Kino sehr mitgenommen und steht deswegen ganz weit oben auf meiner Liste.

Beste Regie: Alejandro González Iñárritu für Bridman
Keine wirkliche Überraschung, wenn man sich den Film einmal anguckt. Konkurrenz hätte er vielleicht noch von Wes Anderson bekommen können. Obwohl wenn ich es mir recht überlege eigentlich auch nicht. Aber ehrlich gesagt hätte ich es auch Boyhood herzlichst gewünscht. Nicht nur weil der Film zwölf Jahre gedreht wurde und unglaublich gut geworden ist. Sondern weil er trotz alle dem, nur einen Award bekommen hat, der in meinen Augen noch nicht mal verdient war. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Birdman hat es auch mehr als verdient.

Bester Film: Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
Hier war die Auswahl erstaunlich gut und es hätte in meinen Augen auch jeder gewinnen können. Aufgrund politischer Themen hätte ich wahrscheinlich sogar auf Selma oder The Imitation Game gesetzt. Ich weiß leider nicht mehr wer es war, aber kurz vor der Show sagte jemand auf dem roten Teppich, der beste Film würde wahrscheinlich an Birdman gehen, da die Academy gerne Filme auszeichne, die über sie selber handeln, sprich über das Showbusiness. Eine Theorie die sich wohl bewahrheitet hat und mit dessen Ergebnis ich vollkommen zufrieden bin. Der Film war echt der Hammer.

Um noch ein paar Zahlen zu nennen. Birdman ging schließlich mir neun Nominierungen und vier Awards als Sieger des abends hervor. Zwar hatte auch Grand Budapest Hotel neun Nominierungen und vier Auszeichnungen, jedoch in den etwas kleineren, aber dennoch verdienten Kategorien, wie Kostüm und Maske. Ansonsten, ist in einer recht bunten Mischung wahrscheinlich jeder auf seine kosten gekommen und ich könnte keinen als Verlierer bezeichnen. Außer vielleicht Interstellar, das aber schon bei den Nominierungen völlig übergangen wurde, aber immerhin noch eine Trophäe für beste Visuelle Effekte bekommen hat.

So kann ich im großen und ganzen sagen, das ich doch recht zufrieden mit den diesjährigen Oscars bin, auch wenn mich das mit Patricia Arquette echt ein bisschen wurmt. Aber die Oscars sind eben nur die Oscars und auch irgendwann vorbei, bis im nächsten Jahr neue kommen. Jetzt heißt es erst mal, sich für die verdienten Gewinner zu freuen und ein paar Filme nachzuholen.

Film: Einfach zu haben (2010)

Einfach_zu_HabenRegie: Will Gluck

Kinostart: 11. November 2010

Lauflänge: 92 Minuten

Genre: Komödie

Wie schon so viele Filme zeigten, ist das Leben an einer amerikanischen High-School nicht so einfach.Und so hat auch auch Olive (Emma Stone) ihre Probleme mit Freundinnen und Feindinnen und vor allem damit, was sie für Gerüchte über sie verbreiten. War sie doch sonst so unscheinbar, wird sie jetzt plötzlich zum, vom Schulhof ernannten, Flittchen und das nur wegen einer kleinen Notlüge.

Die typische High-School Komödie ist für mich ein Genre, das zwar ziemlich gewöhnlich schein, in dem es aber nur recht wenig wirklich gute Vertreter gibt. Es ist nämlich gar nicht einfach, in so einen Film das richtige Maß an Humor und einen angemessenen erzählerischen Rhythmus rein zu bringen, ohne dabei die gewisse Tiefe zu verlieren. Einfach zu haben ist für mich der erste Film, der das nach dem Klassiker Girls Club, wieder geschafft hat.

Zu verdanken haben wir das zum größten Teil dem, mittlerweile nicht mehr abzustreitendem, Talent von Emma Stone. Niemand anderes sonst, hätte diese clevere, schlagfertige und durchaus verschrobene Rolle so gut auf den Punkt gebracht. Den einen oder anderen spielt sie damit etwas an die Wand, aber mit einem Stanley Tucci oder Penn Badgley harmoniert sie perfekt.

So ein Film lebt vor allem von den richtigen Dialogen. Und auch was das betrift, wird hier vieles geboten, was einen vorzüglich unterhält. Nicht nur die Gags haben das richtige Timing, sondern es fehlt zum Ende hin auch nicht an einer gewissen Ernsthaftigkeit, die die Moral der Geschichte perfekt untermauern. Typisch für dieses Genre, ist auch das Voice-Over, welches die Handlung schön einrahmt und uns einen gewissen Draht zur Protagonistin verleiht.

Man muss jedoch zugeben dass der Film auch deutlich tiefsinniger ist, als andere Vertreter dieses Genres. Zwar werden alle Klischees wunderbar abgearbeitet und nehmen sich dabei zum Glück nicht so ernst. Jedoch ist die Grundaussage nicht ganz so flach, wie vielleicht zu erwarten wäre, was den Film wohl auch umso erträglicher für die breite Masse macht und nicht nur für Teenager.

Als High-School Komödie überzeugt er also durch und durch und eignet sich daher auch perfekt für einen lockeren und lustigen Filmabend mit ein paar Freunden, vorausgesetzt man ist solcher Art Filme nicht völlig abgeneigt. Aber selbst wenn, sollte man sich dennoch daran wagen, da die Grundhandlung und der Humor sich nicht zwangsläufig nur auf eine Zielgruppe beschränken müssen. Und immerhin schauen wir doch alle gerne eine gute Komödie, vor allem wenn Emma Stone in der Hauptrolle zu sehen ist.

Bewertung: 7.5/10.0

Film: Boyhood (2014)

Quelle: www.moviepilot.deRegie: Richard Linklater

Kinostart: 05. Juli 2014

Lauflänge: 166 Minuten

Genre: Drama

So kurz vor den Oscars kann man sich ja mal ein paar der Nominierten anschauen. Dieses Mal einen, den ich im Kino leider verpasst habe, der mich aber schon seit dem ersten Trailer wahnsinnig interessiert hat.

In Boyhood begleiten wir den kleinen Schulanfänger Mason (Ellar Coltrane), der mit seiner Mutter (Patricia Arquette) und seiner älteren Schwäste Samantha (Lorelei Linklater) zusammen lebt. Wir sehen, wie Mason heranwächst und mit den Problemen eines normalen Lebens zu kämpfen hat. Viele Umzüge, einen Vater (Ethan Hawke), den er nur alle paar Wochen zu sehen bekommt, fragwürdige Stiefväter, bis hin zu üblichen Teenager Problemen. Dabei werden nicht nur zwölf fiktive, sondern tatsächliche reale Lebensjahre erzählt und begleitet.

Von einem Film, der ganze zwölf Jahre gedreht wurde, erwartet man in gewisser Weise, dass er seinen Aufwand auch wert ist. Doch warum ist es notwendig diesen Film auf so aufwendige und einzigartige Weise zu drehen? Schließlich ist Boyhood nichts anderes, als eine sehr lange Coming-of-Age-Story, wie wir sie schon oft gesehen haben. Durch diese Machart wird das Thema des Erwachsenwerdens, jedoch nochmal doppelt unterstrichen. Denn es ist nicht nur die Handlung, die erwachsen wird, sondern der ganze Film, der mit der Zeit wächst.

Die stolze Laufzeit von fast drei Stunden schreckt natürlich zu Anfang etwas ab und auch wenn man dem Film seine Länge anmerkt, hatte ich nie dass Gefühl, dass er sich unnötig hinzieht. Man erwartet ja auch von einem Film, der zwölf Jahre gedreht wurde nicht, dass er nach 90 Minuten aus erzählt ist, sondern dass er sich für die Entwicklung der Handlung, der Darsteller und auch der immer präsenten Gegenwart Zeit nimmt. Deswegen lässt sich auch kein typischer dramaturgisch korrekter Aufbau der Handlung erkennen. Vielmehr lebt der Film von stätigen Höhen und Tiefe, wie auch das wahre Leben. Dennoch wirkt es weniger wie eine Dokumentation, wie man vielleicht denken könnte, sondern hat schon den Anspruch eine fiktive Geschichte erzählen zu wollen.

Besonders interessant für mich war, dass Mason wohl genau mein Alter und meine Generation darstellen dürfte. Somit hat er Kindheit und Jugend und schließliches Erwachsen werden in genau den Jahren verbracht wie ich, was für mich und Leute in meinem Alter natürlich noch einen ganz anderen Blick auf den Film werfen lässt. Man sollte sich auch vor Augen führen, dass selbst das Drehbuch von der vergangenen Zeit gezeichnet wurde und, soweit ich richtig recherchiert habe, sogar von den Darstellern selbst gestaltet wurde. Das bedeutet, alle äußeren Einflüsse, die die Charaktere erleben, seien es Musik, Videospiele, Politik oder Gesellschaftskritik, sind aus dem Moment heraus entstanden und machen den Film somit authentischer denn je.

An dieser Stelle lässt sich auch ein Zitat erwähnen, welches diese Magie des Film am besten einfängt:

You know how everyone’s always saying seize the moment? I don’t know, I’m kind of thinking it’s the other way around, you know, like the moment seizes us.

Es war also durchaus berechtigt den Film auf diese Art zu drehen und darzustellen. Denn schließlich ist es nicht nur ein Coming-of-Age Film der unheimlich lange gedreht wurde, sondern eine einfühlsame und aus dem Leben gegriffene Geschichte, die mittels eines geglückten Experiments realisiert wurde. Somit ein Film, den es sich lohn anzusehen und der es schafft eine relativ übliche Geschichte so lebensnah darzustellen, dass man trotz seiner Länge nie uninteressiert ist.

Bewertung: 8.0/10.0

Film: Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit (2014)

birdman

Regie: Alejandro González Iñárritu

Kinostart: 29. Januar 2015

Lauflänge: 120 Minuten

Genre: Drama, (Komödie)

Es dürfte vielleicht auffallen, dass ich verhältnismäßig wenig Filmkritiken auf diesem Blog schreibe. Das liegt vermutlich nicht nur daran, dass ich in letzter Zeit relativ wenig Filme gucke, sonder auch daran, dass es mir immer deutlich schwerer fällt, die richtigen Worte über einen Film zu finden. Nichtsdestotrotz war ich mal wieder im Kino und möchte mich an einen Film wagen, der es mir auch nicht ganz leicht macht über ihn zu schreiben.

Birdman erzählt die Geschichte von Riggan Thomson (Michael Keaton), der in früheren Jahre eine glänzende Karriere als Darsteller des Superhelden Birdman hatte (was für eine schöne Parallele zur Besetzung). Doch der glänzende Held ist in die Jahre gekommen und um sich wieder einen Namen zu machen, inszeniert er ein Theaterstück am Broadway.

Eine relativ einfache Handlung, die von Anfang an nicht viel Erklärung bedarf. Schließlich ist es eher die Inszenierung die diesen Film ausmacht. So gut wie jedes wichtige Element in diesem Film schafft es, einen zu fesseln und neugierig zu machen. Angefangen bei der Kamera-/Schnittarbeit, die gekonnter weise den Eindruck eines 120 Minuten Takes erweckt, wodurch sich der Film selbst wie ein Theaterstück anfühlt. Das Durcheinander von Gefühlen wie Verzweiflung, Wut, Liebe oder Angst, die aber auch mit der richtigen Priese Humor unterstrichen werden, wird durch diese intime Kameraführung umso greifbarer.

Das gleiche wirkt sich dann auch auf die Schauspieler aus, von denen wirklich keiner auf irgendeine Weise eine schwache Leistung gezeigt hat. Allen voran natürlich ein grandioser Edward Norton, von dem aber auch gar nichts anderes zu erwarten war. Da ich Micheal Keaton noch nie so wirklich auf den Schirm hatte, bin ich vielleicht nicht überrascht, aber umso faszinierter wie gut er diesen gebrochenen und vielschichtigen Charakter auf die Leinwand gebracht hat. Mein Favorit dieses Films ist jedoch Emma Stone. Dass sie unglaublich talentiert ist war ja noch nie zu bestreiten, aber diese Rolle der vernachlässigten und gebrochen Promitochter, die es aber trotzdem noch faustdick hinter den Ohren hat, ist auch für sie irgendwie etwas neues. Alleine für den Monolog, den sie während eines mahnenden Vater-Tochter Gesprächs hält, dürfte ihr den Oscar einbringen.

Letztlich ist es auch die fast schon minimalistische Musik, die diesen Film in seinen ganz besonderen Momenten unterstützt. Oft wird sie ehrlich gesagt nicht eingesetzt und bis auf einige andere Kompositionen, besteht sie auch meist nur aus einem einfachem Schlagzeug, aber das verleiht vielen Szenen eben die gewisse Tiefe aber auch einen gewissen Witz.

Kommen wir, nachdem wir nun Inszenierung, Schauspieler und Musik zu genüge gelobt haben, zur Handlung und der einzig wichtigen Frage: Was will uns dieser Film eigentlich sagen?
Natürlich sollte man sich nach dem Film diese Frage stellen, aber selten habe ich so intensiv darüber nachgedacht, wie nach der Sichtung von Birdman. Denn es ist so viel was uns dieser Film sagen könnte. Ist es eine Kritik an Hollywood und was dieses aus vermeintlichen Künstlern macht? Ist es eine Kritik am Theater, welches selbst langsam einen Hollywood Status bekommt? Oder ist es ganz im Gegenteil eine Liebeserklärung an das Theater, welches so viel intensiver als die Filmkunst sei? Vielleicht zeigt er aber auch das Sehnen nach vergangenen Filmzeiten in denen es Schauspieler noch so viel leichter hatten?
Ob sich all diese Fragen gegenseitig ausschließen oder auch nebeneinander existieren können ist schwer zu sagen, aber sie zeigen auf jeden Fall wie vielschichtig dieser Film sein kann. Schließlich lässt sich die Handlung relativ klar und schnell zusammenfassen, aber es ist der Subtext, der uns zum nachdenken anregen soll. Ich selbst habe noch keine Antwort auf den Sinn des Filmes gefunden, aber ich finde es immer schön mit einen gewissen Gefühl der Unvollständigkeit aus einem Film zu gehen, denn das bedeutet, dass man noch lange über jede Einzelheit nachdenken kann.

Schließlich ist Brindman ein Film, bei dem es mir an nichts fehlt. Er ist auf eine andersartige Weise in Szene gesetzt, hat eine fabelhaft und talentierte Besetzung und geht, was Gefühle und Interpretationsmöglichkeiten angeht, tiefer als alles was ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe.
Somit habe ich also doch mehr zu diesem Film zu sagen habt als ich angenommen habe. Warum es dennoch nicht ganz die volle Punktzahl gibt liegt wohl daran, dass der Film durch die vielen Fragen die er aufwirft immer noch in meinem Kopf rumschwirrt und ich noch ein bisschen brauchen werde bis ich ihn für mich abgeschlossen habe.

Bewertung: 9.0/10.0

Film: The Kids Are All Right (2010)

1111 Regie: Lisa Cholodenko

Kinostart: 18. Nov. 2010

Lauflänge: 107min

Genre: Drama

Ich hab schon länger keinen Film mehr bewusst im Fernsehen gesehen. Der Grund dafür sind natürlich die häufigen Werbeunterbrechungen und dass ich nicht selbst entscheiden kann, wann ich mal auf Pause drücken möchte. Zum Glück kann durch die öffentlich rechtlichen Sender wenigstens eines dieser Probleme gelöst werden.

Inhalt:
In The Kids Are All Right wird das Leben einer ganz besonderen Familie porträtiert. Mutter Nic
(Annette Bening) und Mutter Jules (Julianne Moore) führen mit ihrem zwei Kindern eine glückliche Ehe. Vor Jahren entschieden sie sich dazu, sich beide von dem selben Spender künstlich befruchten zu lassen, um so eine Familie zu schaffen. Nachdem Tochter Joni (Mia Wasikowska) 18 Jahre alt geworden ist, entschließt sie sich mit ihrem Bruder Laser (Josh Hutcherson) dazu, ihrem Erzeuger kennen lernen zu wollen. Und dieser beginnt das Leben der Familie ziemlich aufzumischen…

Auch wenn sich die Story recht simpel und vorhersehbar anhört, wird einem von Anfang an nicht so recht klar, in welche Richtung dieser Film führen soll. Zuerst mach es den Eindruck, als würde es vorrangig um die beiden Kinder und deren Beziehung zu ihrem Vater gehen. In der Mitte des Films wiederum wird der Fokus mehr auf die Eheprobleme der beiden Frauen gelegt, was die Handlung der Kinder etwas in den Hintergrund drängt. Auch wenn dieses Ungleichgewicht etwas verwirrend wirken kann, dient es letztendlich nur dazu, die Probleme der ganzen Familie von allen Seiten zu beleuchten. Vielleicht hätte sich das auch etwas geschickter lösen lassen, aber für mich hat es auch so gezündet. Einzig allein das Ende hat sich dann etwas gezogen und ein paar Szenen weiniger hätten dem Film auch nicht geschadet.

Ich war ja schon immer ein großer Fan von Julianne Moore, weil sie mich bisher einfach noch nie enttäuscht hat. Und so ist es auch hier. Aber auch der Rest der Besetzung spielt sehr ehrlich und überzeugend, sodass man, auch wenn die ganze Situation etwas skurril war, doch abgekauft hat, was sie dort erlebten. Auch über die Rolle der ziemlich jung wirkenden Mia Wasikowska habe ich mich sehr gefreut. Konnte ich in Alice im Wunderland noch überhaupt nichts mit ihr anfangen, so hat sie mich in Stoker regelrecht vom Hocker gehauen und auch jetzt hat sie gezeigt, dass eigentlich schon früh klar sein dürfte, dass da noch sehr viel Potential in ihr steckt.

Es ist von der Handlung her also ein etwas anderes Familiendrama, das in sich geschlossen aber recht simpel und nett anzusehen ist. Dabei wirkt es gleichzeitig auch noch so ehrlich und aus dem Leben gegriffen, dass man sich kaum fremd vorkommt.
Einziges Manko war hierbei die deutsche Tonfassung, die sonst ja immer recht akzeptabel, bei diesem Streifen allerdings völlig versch***en wurde. Dabei ist er ja noch gar nicht so alt, aber jedem der die Wahl hat, würde ich den O-Ton empfehlen.

Berwertung: 7.5/10.0 

Film: Silver Linings (2013)

Silver-Linings

Regie: David O. Russell

Kinostart: 03. Jan. 2013

Lauflänge: 122min

Genre: Drama

Über drei Monate ist es jetzt schon her, dass ich meine Auszeit verkündet habe und jetzt komme ich so langsam an den Punkt, an dem mir das bloggen schon wieder so richtig fehlt. Voller Motivation und neuer Ideen leite ich meine Ankunft in die Blogwelt also mit einer Kritik zu einem meiner liebsten Filme des Jahres ein…

Inhalt:
Pat Solatano (Bradley Cooper) hat alles verloren: sein Haus, seinen Job und seine Frau. Und so findet er sich, nachdem er gerade auf gerichtliche Anweisung acht Monate in einer psychiatrischen Anstalt verbracht hat, plötzlich zuhause bei Mutter (Jacki Weaver) und Vater (Robert De Niro) wieder. Pat ist fest entschlossen, positiv zu denken und damit sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und seine Frau zurückzuerobern. Doch dann lernt Pat die rätselhafte Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen und alles beginnt, sich erneut zu verkomplizieren. (Quelle: amazon.de)

Eigentlich bin ich traurig darüber, diesen Film nicht im Kino gesehen zu haben, weil das einen doch immer gleich etwas mehr mitnimmt. Aber dass ich ihn mir seit Blu-ray Release schon mindestens drei Mal angesehen habe, spricht wohl auch dafür, dass mich dieser Film sehr begeistert.



Jeder, der sich von der schon etwas kitschig klingenden Beschreibung abschrecken lässt, macht einen großen Fehler, denn Silver Linings ist so viel mehr als ein gewöhnlicher Liebesfilm. Das zeigt allein schon die Situation in der sich alle Charaktere befinden. Der etwas naive und psychisch überforderte Pat bildet mit der ziemlich verrücken Tiffany ein so herrlich anzusehendes Duo, dass sogar der männlichste Action Liebhaber ihren Joggingausflügen nicht widerstehen kann. Wenn sich jetzt noch Pats neurotischer Vater dazu gesellt, tauchen wir in einen völlig abgedrehten Alltag hinein, der mich zugleich verwirrt und fasziniert hat.

Den Cast hätte man denke ich auch nicht besser wählen können. Über meine unglaubliche Begeisterung für Jennifer Lawrence könnte ich jetzt ganze Romane schreiben, aber in diesem Zusammenhang kann ich nur sagen, dass sie das hier großartig gemacht hat. Auch wenn ich, wie so viele auch, zuerst meine Bedenken hatte, dass sie vielleicht zu jung für die Rolle wirken könnte, so nehme ich diese Zweifel voll und ganz zurück, denn den Oscar für diese Rolle hat sie mehr als verdient. Auch Bradley Cooper sehe ich nach diesem Film in einem ganz anderen Licht und das natürlich im positiven Sinne, denn die Szene, in der auf der Suche seinem Hochzeitsvideo einen Nervenzusammenbruch bekommt, hat mich zu Tränen gerührt.

Somit machen die Schauspieler jede Szene dieses Filmes zu etwas Besonderem und ich würde keine Minute weg streichen. Dazu gehören natürlich auch die unvergleichlichen Dialoge und die immer perfekt gewählte Musik.

Silver Linings beweist für mich, dass es nicht viel braucht, um einen richtig guten Film zu erschaffen. David O. Russell hat es einfach geschafft jede Komponente eines Films perfekt zu gewichten, sodass nichts zu viel oder zu wenig erscheint und wer sich das nicht so richtig vorstellen kann, muss sich den Film einfach ansehen. Nach Les Miserable ist es für mich einer der bisher besten Filme des Jahres.
Für wen meine Punkte Bewertung zu übertrieben erscheint, der muss wissen, dass ich das meist aus dem Bauch heraus entscheide, denn ich vergebe nicht oft so viel Punkte, aber wenn dann bin ich mir damit auch 100% sicher. 

Bwertung: 10.0/10.0

Film: Les Miserables (2013)

les_miserables_ver11Regie: Tom Hooper

Kinostart: 21. Feb. 2013

Lauflänge: 158min

Genre: Musical, Drama

Ich hab lange überlegt, ob ich wirklich was zu diesem Film schreiben soll, weil es doch so eine gewaltiges Werk ist und ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich die richtigen Worte dafür finden würde. Aber ich nehme Herausforderungen gerne an…

Inhalt:
Der Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) wird nach 19 Jahren Plackerei im Steinbruch freigelassen und möchte sein Leben von Grund auf ändern. Er wird zum rechtschaffenden Mann und gibt Armen und Bettlern die Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine seiner Mitarbeiterinnen ist die junge Fantine (Anne Hathaway), die ein kleines Geheimnis hütet. Sie hat eine uneheliche Tochter, Cosette (Amanda Seyfried), in welche sich Jura-Student Marius Pontmercy (Eddie Redmayne) verliebt. Als Polizeiinspektor Javert (Russell Crowe) in die Stadt kommt, ist er nicht von Jeans plötzlicher Läuterung überzeugt.
(Quelle: www.moviepilot.de)

Zuerst will ich erstmal festhalten, dass ich Musicals an Sich sehr gerne mag, vor allem in Form von Filmen, ich aber jetzt kein Experte auf dem Gebiet bin auch auf der Theaterbühne bisher nur wenig Musicals gesehen habe.
Also hab ich mich im Allgemeinen sehr auf diesen Film gefreut und war vor allem sehr gespannt, weil mein letztes Musical doch schon etwas her ist. Umso schwerer war auch der Einstieg in diesen Film, weil doch deutlich mehr gesungen wurde, als ich erwartet hatte. Ich habe immer ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Gesang und Sprechen gerne oder eben reiner Gesang ohne gesprochene Parts (siehe Jesus Christ Superstar). Hier muss man sich jedoch auf 90% Gesang einstellen und nur vereinzelnd gesprochene Sätze, die in der deutschen Synchron natürlich besonders auffallen. Je länger man zusieht, desto mehr gewöhnt man sich jedoch dran und ich konnte es mir später gar nicht mehr wegdenken.

Der wichtigste Grund, warum ich Musicals so mag ist, dass durch Songs meiner Meinung nach Gefühle am besten transportiert werden können und das nutzt Les Miserable voll aus. Vor allem die Charaktere bekommen dadurch viel Tiefe, aber auch die Atmosphäre des Moments lebt davon, so dass alles irgendwie abgeschlossen ist. Besonders hier ist mir aufgefallen, dass durch die Songs auch kleine und eigentlich nebensächliche Charaktere an großer Bedeutung gewinnen können und nur mit einem Solo ihr volle Leistung zeigen können. Ich denke da jetzt natürlich vor allem an Anne Hathaway, die wirklich überragendes geleistet hat und die Szene in der sie I Dreamed a Dream gesungen hat, hat mich einfach nur mit offenem Mund da sitzen lassen. Auf alle Fälle ein verdienter Oscar! Aber mir ist auch die, in der Filmlandschaft noch recht unbekannte, Samantha Barks aufgefallen, die mir trotz ihrer relativ kleinen Rolle sehr imponiert hat.

Über den restlichen Cast ist glaube ich nicht viel zu sagen, weil hier alles wirklich perfekt besetzt und ausgeführt wurde. Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter habe ich als verrücktes Gaunerehepaar sehr gerne zugesehen und sie haben dem Film auch eine gewisse Lockerheit gegeben. Und nur damit es nicht unerwähnt bleibt: die kleine Cosette, gespielt von Isabelle Allen, war doch einfach nur zum auffressen schnuckelig!
Auch über Kulisse und Kostüm kann finde ich nicht gestritten werden, denn hier wurde gleichzeitig eine authentische aber auch leicht verspielte und kostümierte Atmosphäre geschaffen, die sich perfekt für ein Musical eignet.

Natürlich muss man solche Art Kostümdramen und Musicals im Allgemeinen mögen, um Les Miserables mit Freuden gucken zu können. Denn die 2 ½ merkt man dem Film schon an, aber wer dem Gere sowieso zugewandt ist, wird diese Zeit nur in Bewunderung und Faszination verbringen. Falls nicht, wird euch diese Zeit natürlich doppelt so lang vorkommen, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass einen das kalt lässt und auf mich trifft sowieso der erste Fall zu…

Bewertung: 8.5/10.0

Film: Crazy Heart (2010)

crazy-heartRegie:  Scott Cooper

Kinostart: 04.03.2010

Lauflänge: 112min

Genre: Drama, Musik

Seit ich mein LoveFilm Abo habe, schaffe ich es endlich alle die Filme zu schauen, die ich mir schon immer vorgenommen habe (oder zumindest die meisten). Crazy Heart gehört auch dazu, vor allem weil ich ja Musikbetonte Filme so liebe und gerade Country genau mein Fall ist…

Inhalt:
In Crazy Heart spielt Jeff Bridges Bad Blake, ausgebrannten Country-Sänger, der schon einige Ehen hinter sich hat, viel zu lange über die Lande getingelt ist und dabei viel zu viel Hochprozentiges zu sich genommen hat. Dennoch stehen die Chancen auf Erlösung nicht schlecht, als er eines Tages auf die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) trifft, die den Mann hinter dem ausgebrannten Musiker entdeckt. Nun muss Bad erkennen, wie schwierig der Weg zurück ins ‘normale’ Leben ist und was echter Herzschmerz bedeutet. (Quelle: www.moviepilot.de)

Kritik:
Dieser Film könnte genauso gut eine Biopic sein, wobei völlig egal ist von wem. Ich fand es auch von Anfang an interessant, dass diese Geschichte fiktiv ist, weil man dadurch nicht diesen biographischen Beigeschmack hat, der manchmal etwas zu bejubelnd ist. Hier kann man sich einfach auf die Geschichte einlassen, ohne das zwingend mit jemand identifizieren zu müssen.

Die grobe Handlung an sich ist meines Erachtens nichts Besonderes und lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Auch die Charakterbildung und Entwicklung wird einem relativ schnell klar. Durch diese Tatsache kam mir der Anfang ein wenig schleppend entgegen, weil viel Zeit dafür verwendet wird darzustellen in was für einer Situation sich Bad Blake befindet. Der einsame, versoffene Country Musiker  der auf dem Tiefpunkt seiner Karriere steht ist ein sehr typisches Bild, welches nicht viel Erklärung und Einführung bedarf. Warum das so gemacht wurde kann ich jedoch vollstes verstehen. Denn auf die Geschichte an sich kommt es hier weniger an. Es ist viel mehr die Atmosphäre, die Musik und das Wirken der Schauspieler.

Verrauchte Pups,  viel Whiskey und ein Mann mit Hut, der in seinem alten Auto quer durch die Wüste fährt.  Für Liebhaber des Country/Amerika Genres wird das hier ein Traum sein und denen macht es wohl gar nichts aus, dass man sich in dieser Hinsicht viel Zeit zum Erzählen nimmt. Unterstrichen wird das ganze natürlich von der dazugehörigen Musik, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, doch man muss natürlich für Country zu haben sein. Obwohl der Titelsong The Weary Kind wohl jedem eine Gänsehaut verpassen dürfte.
Auch die Schauspieler haben hier ihr Bestes gegeben. Von Jeff Bridges habe ich nichts anderes erwartet, weil er natürlich genau der Typ so für so eine Rolle ist. Aber auch auf Gyllenhaal habe ich mich sehr gefreut, weil sie für mich zu einer kleinen Gruppe von unterschätzten Schauspielern gehört, denen ich sehr gerne zusehe.

Im Allgemeinen kann man also sagen, dass Crazy Heart ein Film ist, der mich durchaus unterhalten hat. Er hat mich vielleicht nicht begeistert, aber die besondere Atmosphäre macht vieles wieder wett. Und wer weiß worauf er sich einlässt und die Richtung mag wird viel Freue an diesem Film haben…

Bewertung: 6.5/10.0

Film: Donnie Darko (2001)

f42t108p3571n1Regie: Richard Kelly

Kinostart: 26. Okt. 2001 (USA)

Lauflänge: 122min

Genre: High-School-Drama, Science-Fiction, Mystery

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen diesen Film erst noch mindesten zwei Mal zu sehen, bevor ich darüber schreibe. Aber irgendwie geht er mir schon seit Tagen im Kopf herum und ich werden in nächster Zeit wohl noch nicht dazu kommen ihn nochmal zu sehen. Aber eigentlich ist das dringend notwendig.

Inhalt:
Auf den ersten Blick könnte Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ein normaler, unkomplizierter Teenager sein. Geordnete Familienverhältnisse, verständnisvolle Eltern, eine nette Freundin. Aber Donnie hat ein mentales Problem. Besser gesagt, ein eingebildetes (oder etwa nicht?) Kaninchen namens Frank. Ein drei Meter großes, ziemlich dämonisches Kaninchen. (Quelle: www.moviepilot.de)

Der Trailer versucht das Ganze so ein bisschen als Horror/Mystery-Thriller zu verkaufen. Das kann man vielleicht so sehen, aber es bildet eigentlich nicht den Schwerpunkt des Films.  Es ist vielmehr eines Mischung dessen und einem Jugenddrama. Bewusst wird hier am vielen Stellen mit diesem typischen Klischees gespielt: dem Außenseiter, das Mädchen, dass ihr irgendwie mag und die bösen Jungs.  Das fällt einem jedoch nur auf, weil man gleich von Anfang an merkt, dass die Charakterbildung des Donnies da eigentlich gar nicht rein passt. Und das macht das Ganze so interessant.  Denn Gyllenhaals Glanzleistung ist genau der Knackpunkt zwischen einer recht üppigen und einer sehr komplexen und recht schwer zu verstehen Story.

Man weiß, fast die ganze Zeit nicht so recht, was der Film einem eigentlich sagen will und ich weiß es bis heute (nach ewigem googeln) noch nicht ganz. Doch warum fasziniert dieser Film trotzdem so viele Menschen? Was mich betrifft ist es wohl dieser Umgang mit den typischen High School Klischees. Auf den ersten Blick mag einem vielleicht nicht auffallen, dass dieser Teil der Geschichte bewusst so gestaltet wurde. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass hier eine Idealwelt für Donnie geschaffen wurde. Das ist aber nur ein Interpretationsansatz meinerseits. Denn tatsächlich kann man nicht genau sagen warum hier was auf diese und jene Art gemacht wurde. Der Film lässt einem nämlich viel Spielraum, dies selber zu entscheiden. Zwar ist das Ende und die wesentlichen Handlungsstränge abgeschlossen, aber man frag immer noch nach dem Warum.

In Internet kursieren natürlich viele mögliche Erklärungen und Interpretationen. Sogar Regisseur Richard Kelly hat auf der offiziellen Fanpage einiges aufgedeckt, indem er das handlungswichtige Buch Die Philosophie des Zeitreisens dort veröffentlichte. Dadurch wurde zwar einiges klarer aber trotzdem musste ich mir noch meinen Teil dazu denken. Meine Version der Geschichte um Donnie und den Riesenhasen Frank ist noch nicht ganz ausgereift, aber vielleicht werde ich sie euch mal offenbaren, wenn ich den Film noch ein paar Mal geschaut habe.

Für Alle die den Film noch nicht gesehen haben, ist er zwar eine große Empfehlung, aber man sollte wissen worauf man sich einlässt. Denn ich kann seither man Gedanke nicht mehr von ihm Abwenden und wer auf eine befriedigendes Ende hofft ist hierbei falsch…

Film: Life of Pi (2012)

Life of Pi CoverRegie: Ang Lee

Kinostart: 26. Dez. 2012

Lauflänge: 127min

Genre: Abenteuer, Drama

Ich gehe in letzter Zeit ziemlich selten ins Kino. Einfach aus dem Grund, dass es in Berlin (ist das woanders auch so?) unheimlich teuer geworden ist. Deshalb muss ich mir schon sicher sein, dass es sich auch wirklich lohnt und als ich den Trailer zu Life of Pi sah, musste ich den Preis einfach in Kauf nehmen.

Inhalt:
Wie man 227 Tage auf hoher See mit einem Bengalischen Tiger unbeschadet überstehen kann, das zeigt Schiffbruch mit Tiger. Piscine Molitor Patel (Suraj Sharma), kurz Pi, ist ein junger Inder, der mit seiner Familie in Pondicherry lebt, wo sein Vater einen Zoo besitzt. Als sie aus politischen Gründen nach Kanada auswandern müssen, wird der Zoo verkauft und mit ihm ein Großteil der Tiere, der ebenfalls in Übersee ein neues Zuhause finden soll und so gemeinsam mit der Familie an Bord eines japanischen Frachters verbracht wird. Doch auf der Überfahrt kommt es zu einer Havarie und nur Pi kann sich als einziger Überlebender in ein Beiboot retten. Mit vier nicht-menschlichen Ausnahmen: Weitere „Passagiere“ im Rettungsboot sind eine Hyäne, ein schwer verletztes Zebra, ein Orang-Utan und ein ausgewachsener Tiger namens Richard Parker. Wie und unter welchen Opfern Pi diese entbehrungsreiche Odyssee überlebt, davon berichtet der mittlerweile erwachsene Pi (Irrfan Khan). (Quelle: www.moviepilot.de)

Ich überlege schon seit einer Weile wie ich meine Meinung zu diesem Film in Worte fassen soll und ich kann nicht sagen warum es mir so schwer fällt. Vielleicht liegt es daran, dass der Film von der Geschichte her nicht das Beste überhaupt ist, aber mich trotzdem die ganze Zeit zum Nachdenken bringt. Ich versuch es mal so auszudrücken.
Ein Überlebenskampf auf dem offenem Meer, zusammen mit einem gefährlichen Tiger scheint sich unglaublich interessant anzuhören und das ist es tatsächlich auch. Wie es diese Junge hier schafft sich mit dem Tiger zu Recht zu finden lässt den Zuschauer echt staunen und manchmal auch ausschrecken. Während sich das erste Drittel als etwas hinzieht, vergehen die letzten beiden wie im Flug. Und zum Ende in bekommt man als Zuschauer sogar noch einen kleinen Interpretationsansatz, bei dem an sich den Ausgang der Geschichte selber denken kann.

Schon im Trailer fällt einem diese Bildgewallt auf, die wohl nur so für 3D gemacht scheint. Doch ich bin nicht unbedingt Fan dieses neuen Trends und war deshalb erschrocken, als ich feststellte, dass es nicht mal eine Handvoll Kinos in Berlin gibt, die diesen Film in 2D ausstrahlen. Schließlich konnte ich doch eins finden und kann sagen, dass das 2D dem Film kein bisschen schadet.
Gleich von Anfang an wird klar, dass hier wunderbare Bilder eingefangen wurden, die so klar und farbenfroh dargestellt wurden, dass es schon fast plastisch wirkte. In den (vielen) Szenen auf dem Wasser, die seinen Überlebenskampf zeigen, sind diese Bilder genau richtig und ließen einem Zeit zu Bewunderung. Nur störten sie mich am Anfang ein wenig, als man noch in die Geschichte eingeführt wurde. Es wirkte irgendwie unecht, aber ich glaube dieser Film will auch keine Realität vermitteln.

Warum jetzt also meine unschlüssige Meinung. Ich kann es immer noch nicht sagen. Vielleicht liegt mir eine packende Geschichte einfach mehr am Herzen als eindrucksvolle Bilder. Aber irgendwie respektiere ich doch die Inszenierung des Regisseurs, hier mehr mit Bildern zu arbeiten als mit Worten und Handlungen. Und natürlich hat mich dieser Film trotzdem auf seine eigene Art berührt und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Bewetung: 7.5/10.0