Stephen King: Die Arena

die_arena-9783453435230_xxlErschienen: 2009

Verlag: Heyne

Genre: Roman

ISBN: 978-3-453-43523-0

Es war schon ein ziemlicher Brocken und dementsprechend lange habe ich auch dafür gebraucht. Doch nun kann ich mit Stolz behaupten, noch einen King hinter mich gebracht zu haben. Viele schwören ja auf diesen Autor, viele sehen ihn eher mit skeptischem Blick und einige könnten ganz auf ihn verzichten. Ich bin ein bisschen von allem und das zeigt sich besonders bei diesem Werk.

Urplötzlich stülpt sich eines Tages eine unsichtbare Kuppel über Chester’s Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt kein Entrinnen – als die Vorräte zu Neige gehen und kein herkömmliches Gesetzt mehr gilt, beginnt ein bestialischer Kampf ums Überleben…

Entsprechend der Zeit, die ich für dienen 1300 Seiten starken Wälzer gebraucht habe, bauchte ich auch meine Zeit, um ihn revue passieren zu lassen. Und jetzt weiß ich immer noch nicht so recht wo ich anfangen soll. Wahrscheinlich erstmal damit, dass ich mich nicht gerade als Stephen King Experte bezeichnen würde, da dies erst das zweite Buch ist, was ich von ihm gelesen habe. Trotzdem wage ich mal zu behaupten, dass Die Arena kein klassischer King-Horror-Roman ist. Zwar befindet man sich allgemein schon in einem ziemlichen Schreckensszenario, aber es sind weniger die gruseligen Momente die einen erschaudern lassen, sondern mehr die menschlichen Abgründe die hier offen gelegt werden.

Trotz seiner Länge umfasst die Geschichte einen relativ kurzen Zeitraum und geht somit schon mal in eine andere Richtung, als ich erwartet hatte. Schließlich sind bei so einem Szenario ja gerade die Langzeitentwicklungen interessant. Doch doch da sich die Ereignisse geradezu überschlagen, kommt es erst gar nicht so weit. Das hat mich dann schon etwas überrascht, da ja auch der Klappentext diese Erwartung schürt (SPOILER: Wie können „die Vorräte zu Neige gehen“ wenn die Geschichte nach einer Woche beendet ist?).

Sehen wir mal davon ab, weißt der Roman trotz der relativ kurzen Handlungszeit eine enorme Komplexität auf. Das zeigt sich schon an dem umfangreichen Personenverzeichnis, welches eine große Hilfe ist, wenn man mal wieder den Überblick verloren hat. Es ist nämlich tatsächlich so das die meisten der verzeichneten Personen einen eigenen Handlungsstrang verfolgen. Somit hat man aus der auktionalen Perspektive einen Blick auf verschiedenste, parallel verlaufende Handlungen, die sich teilweise überschneiden, beeinflussen oder ganz für sich alleine stehen. Natürlich birgt solch eine komplexe Handlung auch Platz für kleine Logiklücken oder Geschichten die sich einfach ins Nichts verlaufen. Besonders gravierende Fehler waren nach meiner Erkenntnis aber nicht dabei und zum Ende fügt sich auch alles in einem spannendem Finale zusammen.

Besonders spannend ist natürlich das Zusammenspiel von Protagonisten und Antagonisten. Teilweise werden deren Absichten und Charakterzüge so deutlich dargestellt und gegeneinander ausgespielt, dass man nicht immer weiß, ob es einfach nur übertrieben oder tatsächlich menschliche Realität ist. Wahrscheinlich ist es eher zweites, was einem so Angst macht. Da mir von Anfang an klar war, dass es hier mehr um das menschliche Verhalten geht, war es mir auch nicht so wichtig den Ursprung der ausschlaggebenden „Kuppel“ zu ergründen. Zwar fand ich diesen Teil der Handlung auch durchaus spannend, aber ich wäre auch ohne ausgekommen. Da aber nicht jeder so denkt, kann ich mir gut vorstellen, dass der eine oder andere mit dem Ende nicht ganz zufrieden war.

Es bleibt also nicht mehr viel zu sagen. Schließlich ist es durchaus kein perfektes Buch, aber dennoch unglaublich spannend und gut durchdacht. Man verfolgt jede Handlung aufs gleiche mit großem Interesse und ist durchaus faszinierend von diesem komplexem Gestrick aus Charakteren und Handlung. Und auch wenn ich mit einer völlig anderen Ausgangssituation gerechnet hatte, konnte ich diesem langem Buch mit vergleichsweise kurzer Handlung doch so einiges abgewinnen.

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Quelle: www.hanser-literaturverlage.deErschienen: 2012

Verlag: dtv Reihe Hanser

Genre: Roman

ISBN: 978-3-423-62583-8

Klappentext:
Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.

Rezension:
Meistens erfahre ich von den guten Büchern immer erst, wenn schon die Verfilmung ansteht. Obwohl ein Film ja nicht immer das Indiz für einen gutes Buch sein muss. In diesen Fall habe ich sowohl von Lesern als auch nicht-Lesern nur begeisternde Worte über Buch/Film und überhaupt diese ganze Geschichte gehört. Dabei bin ich eigentlich immer recht skeptisch, wenn mir schon so viel Honig um den Mund geschmiert wird und habe erst recht hohe Erwartungen.

Natürlich glänzt diese Geschichte schon in der Inhaltsangabe nur so vor Kitsch und Romantik und eigentlich kann man sich auch schon denken, dass das Ganze entweder auf die eine oder andere Weise enden wird. Doch trotz dieser recht typischen und vorhersehbaren Handlung, schafft es der Autor, einen völlig in den gefühlsbeladenden Bann dieser traurigen Liebesgeschichte zu ziehen. Dabei sind es vor allem die keinen Anekdoten und Dialoge, die dieses Buch ausmachen.

Mit viel Feingefühl schafft es John Green, dieses bewegende Thema mit dem nötigen Maß an Ernsthaftigkeit, aber auch einer gesunden Priese Selbstironie zu verpacken. Während die Hauptcharaktere auf der einen Seite einen wunderbaren Humor beweisen, können sie im nächsten Moment aber auch herzergreifend Philosophisch sein. Das ist es wohl, was beim Leser ein ziemlich starkes Mitgefühl auslöst. Nicht nur die Thematik des Todes, sondern der inspirierende Umgang der Charaktere mit dem Leben werden hier vermittelt.

Auch wenn das Buch mit seien 300 Seiten recht schnell gelesen ist, hat man nicht das Gefühl, dass einem einfach nur die Handlung vom Anfang bis zum Ende erzählt wird. Es wird einem noch so viel mehr über das Ende und die rationale Handlung hinaus mitgeteilt, was einem zum nachdenken erregen kann. Da es also nicht einfach nur eine Liebesgeschichte zweier tragischer Schicksale ist, sondern einen durchaus philosophischen Anspruch hat, kann man es auch nicht bloß als Jugendbuch abstempeln. Auch wenn aus rein kommerzieller Sicht vielleicht diese Zielgruppe angesprochen wurde, kann und sollte dieses Buch auch durchaus von Erwachsenen gelesen werden.

Alle hohen Erwartungen die hierbei geschürt wurden, kann ich also als mehr als erfüllt betrachten und war sogar etwas von mir selbst überrascht, wie sehr mich diese Geschichte doch berührt hat. Alle die also genau so skeptisch sind wie ich es war, können also beruhigt sein und sollten beim Lesen jedoch nicht vergessen, eine Packung Taschentücher bereit zu legen.

Bernhard Schlink: Der Vorleser

Der_Vorleser_-_detebe_22953_1997Erschienen: 1995

Verlag: Diogenes

Genre: Roman

ISBN: 3-257-22953-4

Klappentext:
Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er… und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder – als Angeklagte im Gerichtssaal. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

Rezension:
Was Literatur-Trends angeht, hinke ich ja immer ein bisschen hinterher und da ich diesen Klassiker nicht einmal in der Schule lesen musste, habe ich ihn mir jetzt erst recht vorgenommen. Zwar habe ich den bekannten Film dazu schon gesehen, jedoch ist das ziemlich lange her und ich glaube, damals verstand ich noch nicht so richtig worum es in der Geschichte eigentlich geht. Umso interessanter war es natürlich jetzt das Buch zu lesen und zu verstehen.

Auch wenn man meinen könnte, es sei sinnlos ein Buch zu lesen, dessen Geschichte und Ende man schon kennt, war das im Fall des Vorlesers gar nicht so störend. Schließlich ist ein Buch etwas ganz anderes als ein Film und ich bin mit Vergleichen was das angeht immer sehr vorsichtig.

Überzeugt wurde ich hier einzig und allein von Schlinks Schreibstil. Er umschreibt mit so einer Leichtigkeit, dass man gerade durch die Kapitel fliegt und dennoch erzeugt er ausführliche Umschreibungen mit viel Liebe zum Detail. Sowohl das eine als auch das andere machen für mich ein gutes Buch aus und er schafft es beides gekonnt zu verbinden.

Im Vordergrund steht natürlich der Protagonist und Ich-Erzähler Michael Berg, der uns durch sein vielschichtiges Leben führt und dessen prägsames Gemüt man mehr und mehr zu verstehen lernt. Während ich vorher immer davon ausgegangen bin, dass es im Wesentlichen um seine Liebschaft Hanna Schmitz gehen wird, wurde einem in den vielen Monologen über Schuld, Scham, Angst und Verantwortung klar, das Schlink eigentlich zeigen wollte, was die Begegnung und Erfahrung mit Hanna aus dem zielstrebigen „Jungchen“ gemacht hat und wie sehr ein Mensch ein ganzes Leben prägen kann.

Natürlich kommt Hanna selbst hier auch nicht zu kurz, denn auch was sie betrifft fand ich einige neue Erkenntnisse. Man kann nicht leugnen dass der Holocaust in der zweiten Hälfte des Buches eine immer zentralerer Rolle einnimmt. Und da man dieses Thema in der Schule schon viel zu oft und viel zu trocken durchgekaut hat, hat es hier so einen leicht bitteren Beigeschmack. Aber der Fall von Hanna ist dann doch wieder ein bisschen anders und interessanter.
Schlinks Beschreibung der Gerichtsverhandlungen beleuchten nicht nur die grausame Zeit des Holocausts sehr gut, sondern auch die oft vergessene Zeit danach. Die Ausschwitzprozesse sind ein sehr komplexes Thema, bei dem um die Fragen des Täters, Opfers, Mitläufers oder tatsächlich Schuldigen viel diskutiert werden kann. Das Buch gibt hier einen guten Anstoß sich doch einmal etwas länger mit diesem Thema zu beschäftigen.

Ich bin also in vielerlei Hinsicht von diesem Werk begeistert. Schlink schafft es auf nur 200 Seiten zwei vollkommen unterschiedliche Menschen zu porträtieren, dies in einen historisch interessanten Kontext zu setzten und gleichzeitig eine inspirierende Liebe zur Literatur darzustellen. Am Ende fragt man sich wie das Buch nur so dünn sein kann obwohl doch so viel drin steckt, ohne überladen zu wirken. Nicht ohne Grund schon jetzt eine moderner Klassiker der Weltliteratur.

Charlotte Roche: Feuchtgebiete (Rezension)

9783548280400_coverErschienen: Februar 2008

Verlag: Ullstein

Genre: Roman (mehr fällt mir dazu nicht ein)

ISBN: 978-3-548-28040-0

Klappentext:
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilft. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. […] ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.

Rezension:
Vor jetzt schon zwei Jahren habe ich dieses Buch zum Geburtstag bekommen und damals nur kurz angelesen. Irgendwie war es bei mir, trotz seiner großen Bekanntheit, in Vergessenheit geraten. Aber als ich von der deutschen Verfilmung hörte, die im August in die Kinos kommt, dachte ich mir, dass es doch die perfekte Gelegenheit wäre, dieses Buch einmal zu lesen.

Ich habe zuerst geglaubt zu wissen, was mit diesem Buch auf mich zukommt, aber schnell musste ich erkennen, dass dem ganz und gar nicht so war. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es Charlotte Roche geschafft hat, sich solche wirklich widerlichen Geschichten auszudenken (jedenfalls hoffe ich, dass sie sich die nur ausgedacht hat). Es gibt ja immer diese Polarisierung, ob dieses Buch einfach nur ehrlich oder komplett übertrieben ist. Ich hatte gehofft, dass es auf eine merkwürdige Art ehrlich ist, aber schon nach den ersten paar Kapiteln merkte ich, dass der Charakter der Helen schon ziemlich übertrieben dargestellt ist, dies aber wohl genau die Absicht der Autorin war.

Wenn man glaubt die wirklich ekelhafteste Anekdote aus ihrem Leben schon gelesen zu haben, dauert es nicht lange, bis sie noch einen drauf setzt. Ich bin auch ganz froh dieses Buch meist bei mir zu Hause und nicht in der Öffentlichkeit gelesen zu haben. Denn oft reagierte ich auf manche Passagen mit einem lauten „Igitt!“, was das ganze Buch irgendwie zu einem seltsamen aber doch neuem Leseerlebnis machte.
Ich muss aber auch zugeben, dass das letzte Drittel dann langsam an Unanständigkeiten nachlässt. Ich weiß nicht, ob ihr die Ideen ausgegangen sind, oder ob sie das Buch einfach nur seicht ausklingen lassen wollte. Vielleicht hat man sich als Leser auch einfach nur so sehr an Helens Verhalten gewöhnt, dass einen einfach nichts mehr überraschen konnte. Auf jeden Fall fand ich das ganz erfrischend, weil ich so auch Helens Wesen etwas besser nachvollziehen konnte.

Wie ihr vielleicht merkt, weiß ich selber noch nicht ganz was ich von diesem Werk halten soll. Ich denke ich kann mich nicht einem Extrem anschließen. So fand ich es zwar schon irgendwie seltsam und verstörend, aber genau das war das Interessante, was so ein Skandal-Buch ja auch irgendwie ausmacht.

Katrin Bongard: Subway Sound (Rezension)

IMG_8203Erschienen: März 2013

Verlag: Oetinger Taschenbuch

Genre: Jugendliteratur

ISBN: 978-3-86430-012-7

Klappentext:
Kannst du dir vorstellen, auf der Straße zu leben?
Für Livia keine Frage! Seit sie nach Berlin gezogen ist, geht ihr dieser Straßenjunge mit dem Hund nicht mehr aus dem Kopf. Warum lebt er wohl auf der Straße? Und wie ist es, Tag und Nacht draußen zu verbringen? Livia will es wissen. Für 24 Stunden vergisst sie ihre cooles neune Freundinnen, ihr iPhone und ihre Designerklamotten, läst einfach ihr Leben und alle Annehmlichkeiten hinter sich und stürzt sich in das Abenteuer „obdachlos“…

Rezension:
Mir hat es selten so viel Spaß gemacht ein Buch zu lesen! Und das, obwohl ich aus dem Alter für solche Bücher eigentlich schon längst raus bin. Aber dem Jugend-/ YoungAdult- oder CommingUpAge-Genre bin ich, was Bücher Filme und Serien angeht ja sehr zugetan. Aber das ist eigentlich nicht unbedingt der Hauptgrund, warum mir dieses Buch so gefallen hat, denn zur Geschichte an sich kommen wir später.

Dieses Buch spielt nämlich komplett in meiner Heimat Berlin. Darüber hab ich mich schon vor dem Lesen sehr gefreut und hab mich gefragt, an welchem Fleck in dieser großen Stadt sich die Protagonistin wohl ansiedeln wird. Und bei den vielen Orten, Bezirken und Kiezen, (ist das die Mehrzahl von Kiez?) fiel das Los tatsächlich auf die Gegend rund um den Nollendorfplatz in Schöneberg. Auch wenn ich dort nie gewohnt habe, so habe ich dort doch die vier interessantesten und vielfältigsten Jahre meiner bisherigen Schulzeit verbracht (7. bis 10. Klasse). So musste ich beim Lesen meine Phantasie kaum anstrengen, denn Katrin Bongard hat es tatsächlich geschafft, diesen Ort so darzustellen, wie ich ihn besser nicht beschreiben könnte. Selbst die kleinen Details, wie die Pizzeria, der Arabische Imbiss „Habibbi“ (bester Schwarma in Berlin!) oder sogar die Drogerie, mögen für Unkundige nicht viel Bedeutung haben, aber mich hat das sofort wieder ein paar Jahre in die Vergangenheit versetzt.

IMG_8204So fand ich aber nicht nur in der Location Parallelen mit denen ich mich identifizieren konnte. Auch die Geschichte gab einiges her, denn es ist ja erst vier Jahre her (man kommt mir das lang vor) da war ich auch noch 14, so dass ich das Ganze aus einer Art Vogelperspektive betrachtete. Auch wenn das Denken der jüngeren Charaktere dieses Buches manchmal so herrlich naiv ist, spiegelt es dennoch ziemlich gut wieder, wie man sich in diesem alter verhält und nicht selten habe ich mich oder Freunde von mir darin wieder erkannt.

Auch die Thematik hat es durchaus in sich, denn vor Allem in Berlin ist Obdachlosigkeit ein Thema, was man relativ schnell übersieht, weil es ja fast schon zum Alltag gehört. Ich erinnere mich selber noch gut daran, wie befremdlich das wirkte, als ich auf meinem täglichem Schulweg so vielen Obdachlosen begegnete, doch man glaub kaum wie schnell man sich daran gewöhnt. Gerade deswegen finde ich es gut, dass man mit diesem Buch gerade die jüngeren Leser darauf aufmerksam macht und zeigt, wie leicht es doch ist hin- und nicht immer wegzuschauen.

So hat man am Ende ein Buch, von denen es wie ich finde mehr geben sollte. Den die Geschichte ist kein zuckersüßes Mädchengesülze, wie man es so oft für diese Zielgruppe findet, sonder triff eine ehrliche und wichtige Aussage, weshalb ich dieses Buch ohne bedenken an Bekannte und Verwandte in diesem Alter weiterempfehlen kann und auch werde…

John Boyne: Der Junge mit dem Herz aus Holz (Rezension)

u1_978-3-596-85477-6Erschienen: März 2012

Verlag: Fischer Verlag

ISBN: 9783596854776

Genre: Kinderbuch

Ich liebe ja solche Kinder und Jugendbücher, in denen auch ältere Leser ihren Anspruch finden. Und gleichzeitig habe ich in letzter Zeit auch noch Gefallen an John Boyne gefunden, sodass ich mit Freuden zu diesem Buch gegriffen habe.

Klappentext:
Eines Morgens läuft Noah von zu Hause fort. Ein einsamer Waldweg führt ihn zu einem Spielzeugladen voller Zauber und Magie. Hier lernt Noah einen sehr ungewöhnlichen Spielzeugmacher kennen. Der alte Mann hat viel zu erzählen. In seiner Geschichte geht es um Abenteuer, Wunder und gebrochenen Versprechen. So nimmt er Noah mit auf eine Reise. Eine Reise, die Noahs Leben verändern wird. Und die auch unser Leben verändern könnte.

Rezension:
Ich ahnte sofort, dass Boyne hier eine sehr liebevolle und auch liebenswerte Geschichte geschaffen hat, die nicht unbedingt durch ihre Grundstory überzeugt, sondern eher durch Kleinigkeiten. Die Welt in die man hier eintaucht scheint ganz normal zu sein, doch mit der Zeit wird einem erst klar, dass es eine fast schon verzauberte Märchenwelt ist. Diese wird keines Wegs überheblich oder besonders auffällig dargestellt. Es kommt viel mehr auf kleine Details an, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen.
Die Intention die dahinter steckt wird einem schon relativ schnell klar, doch ich fand noch besonders schön, dass man erst gegen Ende des Buches erfahren hat, was für eine Geschichte eigentlich noch in dieser Geschichte steckt.

Natürlich liest dich das Buch recht schnell, weil es ja für Kinder gedacht ist. Ich persönlich lese solche Geschichten jedoch sehr gerne und hatte deshalb gerade in den kalten Wintertagen meine Freude damit. Zum abendlichen Vorlesen ist es denke ich auch ein Ideales Werk und deshalb eine große Empfehlung an alle Eltern, die ihren Kindern eine wirklich nette und liebevolle Geschichte präsentieren wollen.

Morgan Howell: Königin der Orks – Herrscher (Rezension)

Königin der Orks - HerrscherErschienen: März 2008

Verlag: Heyne TB

ISBN: 9783453523487

Klappentext:
Mit seiner dunklen Magie hält der blutrünstige Zauberer Othar das Land in Atem. Doch Dar, die junge Menschenfrau im Heer der Orks, erlang den Siegt über Othar – und damit auch die Achtung ihrer Truppe: Nahezu alle Orks erkennen die junge Kämpferin als ihre neue Königin an. Doch dann wird Othar durch mächtige Magie wiederbelebt, und er ruft zum erbitterten Krieg gegen die Orks. Auch General Kol und Girta, die Königin der Menschen, schließen sich dem dunklen Magier an. Als Dar erfährt, dass das erhoffte Bündnis zwischen Girta und ihr zu scheitern droht, entschließt sie sich zu einer Verzweiflungstat: Sie entführt die Königin der Menschen, die bei der Flucht schwer verletzt wird. Und damit nicht genug: Die Orks müssen sich im tiefsten Winter über kaum gangbare Bergpfade in ihre Heimat durchschlagen, Klo fällt mit einer riesigen Armee in das Land der Orks ein – und die Königin der Orks steht vor ihrer größten Herausforderung.

Rezension:
Im dritten Band kommt das auf einem zu, dass man eigentlich schon die ganze Zeit erwartet hat. Es wird düsterer, gefährlicher und vor allem blutiger.
Nachdem Dar ja schon im zweiten Band in die Gesellschaft der Orks aufgenommen wurde, regiert sie in Herrscher tatsächlich als Königin. Ihre Erlebnisse dabei, ihre Unsicherheit und besonders ihr Wandel werden sehr authentisch beschrieben. Wie auch schon in den ersten zwei Bänden, werden einem hier die Traditionen und Brauche der Orks näher gebracht, so das man immer mehr über ihre Kultur wissen wollte und Dars Gefühle sehr gut nachvollziehen konnte. Das parallel dazu die hinterlistigen Pläne von Othar und seinem Komplizen Kol erzählt werden, fand ich sehr geschickt eingefädelt. Man bekommt mit der Zeit nämlich so ein angespanntes Gefühl, weil man weiß, dass Dar und die die Orks nichts von seinem Vorhaben erahnen.

Ich muss aber zugeben, dass sie Spannung im letzten Drittel des Buches ziemlich nachlässt. Von der Geschichte her bleibt es zwar noch mehr oder weniger spannend, aber in einigen Situationen werden Probleme zu schnell und einfach gelöst, so dass man nicht mehr diesen Überraschungseffekt hat. Aus einigen Handlungen hätte man auch viel mehr raus holen können und das Buch noch um ein paar Kapitel verlängern können. Vor allem die Umschreibungen, die mir in den Passagen der Orks immer sehr gut gefallen haben, fand ich später nicht mehr so überzeugend. Und gerade da hätten sie es sein müssen. Es gab vermehrt Kämpfe und lange Märsche, wobei man vor allem in solchen phantastischen Geschichten immer viel Originalität rein stecken kann. In den ersten beiden Bänden hat mich das noch nicht so gestört, da die Handlung noch nicht unbedingt danach verlangte. Doch hier war die Situation schon so angespannt, dass ich ein bisschen enttäuscht war, als sich das nicht im Schreibstil widergespiegelt hat.

Der dritten Band der Königin der Orks Trilogie, ist für mich also von der Handlung her mit Abstand der aufregendste. Vor allem weil sich die Charaktere und die Begebenheiten schon so sehr entwickelt haben. Auch wenn es an einigen Stellen an der Ausführung scheitert, so blickt man am Ende doch auf eine gelungen Trilogie zurück, die zwar kein episches, phantastisches Meisterwerk ist, einem aber trotzdem schnell ans Herz wachsen kann…

Rezensionen zu:
Königin der Orks – Söldner (Band 1)
Königin der Orks – Legionäre (Band 2)

Cecilia Ahern: Vermiss mein nicht (Rezension)

Erschienen: August 2008

Verlag: Fischer Verlag

ISBN: 9783596167357

Klappentext:
Als Sandy Short zehn Jahre alt ist, verschwindet ein Mädchen aus ihrer Klasse. Seit dieser Zeit sucht sie leidenschaftlich nach allem, was vermisst wird: nach Socken, Schlüsseln und später auch nach Menschen. In ihrer Suchagentur mach sie Angehörigen Mut, denn sie gibt niemals auf. Doch als Sandy den Auftrag bekommt, den Bruder von Jack Ruttle wiederzufinden, verirrt sie sich im Walt und verschwindet selber – an einen geheimnisvollen Ort, den alle nur „Hier“ nennen. Dort trifft die auf Menschen, die sie schon lange gesucht hat – und auf jemanden, den sie schon fast vergessen hat: sich selbst- Währenddessen macht Jack sich auf die Suche nach Sandy…

Rezension:
Ich hab eigentlich nie viel von diesem Genre gehalten, aber es ist mir so in die Hände gefallen. Die Geschichte fand ich sehr ansprechen und ideal für eine Sommer-Urlaubs-Lektüre, und so begann ich meine erste Ahern zu lesen. Von ihr hört man ja immer viel und P.S Ich liebe dich ist auch einer meiner Lieblingsfilme, aber wie gesagt konnte ich mit diesem Genre in Bücher noch nicht so richtig warm werden. Umso ansprechender fand ich das Thema, denn es hörte sich nicht nach der üblichen Liebesgeschichte an, sondern doch irgendwie nach etwas Besonderem.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal erzählt Sandy aus ihrer Sicht von den Erlebnissen, wobei sie dabei oft Sprünge in ihre Vergangenheit mach, die an die Gegenwart anknüpfen. Das wirkt manchmal recht schön, doch irgendwann wird es doch zu vorhersehbar, und hätte sich an der einen oder anderen Stalle vielleicht gespart werden können. Weiter liest man noch aus der Perspektive des Jack, der Sandy sucht, damit diese seinen Bruder findet. Seine Storyline fand ich am Anfang noch ziemlich interessant und hab darin viel Potential gesehen. Zum Ende hin wurde es aber zu gewöhnlich und ich hatte das Gefühl, dass sie nicht richtig angeschlossen wurde.

Der Ort „Hier“, an dem sich Sandy befindet, wurde ziemlich lebhaft beschrieben und entlockte mir viel Vorstellungskraft. Die Charaktere an diesem Ort gehörten auch zu meinen Liebsten und ich habe mich immer wieder auf diese Kapitel gefreut. Am einigen Stellen wurde es etwas mysteriös, was ich bei dieser Autorin eigentlich erst gar nicht erwartet habe. Doch auch dabei fehlte mir irgendwie der Abschluss, denn vor allem aus dieser Geschichte hätte man noch so viel machen können.

Das gesamte Buch liest sich ziemlich zügig, was ich etwas unterschätzt habe, den auf einmal hatte ich im Urlaub keinen Lesestoff mehr (!!!). Auch wenn ich im Allgemeinen nichts gegen so einen Schreibstil habe, so hätte ich mir an einigen Stellen doch ein paar Seiten mehr gewünscht und vor allem am Ende war ich überrascht, dass es schon vorbei war, den es wirkte schon ein wenig hingeklascht. Wie schon gesagt fehlt mir bei einigen Storys der richtige Abschluss und man hätte einfach mehr aus der Geschichte machen können. Das finde ich wirklich schade, weil mir die Idee und die ganze Atmosphäre so gefallen haben.

Ich weiß nicht, vielleicht habe ich für den Anfang einfach das falsche Ahern Buch erwischt, aber ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass ich einfach nicht der Typ für solche Geschichten bin, obwohl es hier weniger an der Geschichte und mehr an der Art des erzählens lag.

Stieg Larsson: Vergebung (Rezension)

Erschienen: März 2008

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453013803

Klappentext
„Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.“

Rezension:
Nun habe ich auch den letzten Band der legendären Millenium Trilogie durch und bewundere Larsson  jetzt noch mehr, als schon nach dem ersten Buch. Seine ganze Gesellschaftskritik findet in Vergebung ihren aufreibenden Höhepunkt.
Nachdem Lisbeth Salander sich monatelang versteckt halten konnte, sitzt sie nun auf dem Präsentierteller für Ärzte, Beamte und Anwälte, die alle mir ihr über ihr Leben reden wollen. Mikael Blomkvist setzt derweilen alles daran ihre Unschuld aufzuklären, doch er kommt schnell dahinter, dass sich ihm jemand dabei in den Weg stellt.

In den vorherigen Büchern brauchte die Geschichte immer ein paar Kapitel Anlaufzeit, bis es richtig zur Sache ging. Im dritten Band jedoch ist davon gar nichts zu spüren. Von der ersten bis zu letzten Seite ist es durchweg spannend und nichts ist grundlos niedergeschrieben. Das ist schon mal die erste Tatsache, die Vergebung von seinen anderen beiden Vorgängern unterscheidet. Des Weiteren ist es die deutliche Verminderung von Action und richtigen Thriller Momenten. Das Macht das Buch jedoch nicht weniger spannend. Es ist nur so, dass es mehr um politische Recherchearbeit geht und weniger darum einen Bösewicht zu fangen.
Und ich muss sagen, dass mir diese Form sehr gefallen hat, den wie schon im zweiten Band gibt es auch hier mehrer Perspektiven und bis zur letzten Minute ist noch unklar in welche Richtung sich das Ganze dreht.

Was mir noch sehr gefallen hat, waren die kleinen Infos die vor jedem der vier Abschnitte des Buches standen. Es ging dabei um Frauen in Führungspositionen der Vergangenheit, die einem oft unbekannt sind. Im Laufe des Buche wurde einem klar, dass Larsson damit auch auf die Frauenrollen in der Geschichte anspielt, denn neben Lisbeth Salander gab es noch eine Handvoll anderer Frauen, die ihre Stärke bewiesen haben. So zum Beispiel die Chefredakteurin Erika Berger, deren Geschichte ich besonders interessant fand. Oder aber auch Lisbeths Anwältin Annika Gianinni, die sich, ebenfalls wie Berger, gegen viele männliche Autoritäten durchsetzte musste.

Es bildet sich in Vergebung also eine unglaublich spannende Story, die auch ohne viel Action auskommen muss und kann, und bei deren Verlauf mir immer wieder der Mund offen stehen blieb. Ein würdiger Abschluss einer Trilogie, die ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.