Stephen King: Die Arena

die_arena-9783453435230_xxlErschienen: 2009

Verlag: Heyne

Genre: Roman

ISBN: 978-3-453-43523-0

Es war schon ein ziemlicher Brocken und dementsprechend lange habe ich auch dafür gebraucht. Doch nun kann ich mit Stolz behaupten, noch einen King hinter mich gebracht zu haben. Viele schwören ja auf diesen Autor, viele sehen ihn eher mit skeptischem Blick und einige könnten ganz auf ihn verzichten. Ich bin ein bisschen von allem und das zeigt sich besonders bei diesem Werk.

Urplötzlich stülpt sich eines Tages eine unsichtbare Kuppel über Chester’s Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt kein Entrinnen – als die Vorräte zu Neige gehen und kein herkömmliches Gesetzt mehr gilt, beginnt ein bestialischer Kampf ums Überleben…

Entsprechend der Zeit, die ich für dienen 1300 Seiten starken Wälzer gebraucht habe, bauchte ich auch meine Zeit, um ihn revue passieren zu lassen. Und jetzt weiß ich immer noch nicht so recht wo ich anfangen soll. Wahrscheinlich erstmal damit, dass ich mich nicht gerade als Stephen King Experte bezeichnen würde, da dies erst das zweite Buch ist, was ich von ihm gelesen habe. Trotzdem wage ich mal zu behaupten, dass Die Arena kein klassischer King-Horror-Roman ist. Zwar befindet man sich allgemein schon in einem ziemlichen Schreckensszenario, aber es sind weniger die gruseligen Momente die einen erschaudern lassen, sondern mehr die menschlichen Abgründe die hier offen gelegt werden.

Trotz seiner Länge umfasst die Geschichte einen relativ kurzen Zeitraum und geht somit schon mal in eine andere Richtung, als ich erwartet hatte. Schließlich sind bei so einem Szenario ja gerade die Langzeitentwicklungen interessant. Doch doch da sich die Ereignisse geradezu überschlagen, kommt es erst gar nicht so weit. Das hat mich dann schon etwas überrascht, da ja auch der Klappentext diese Erwartung schürt (SPOILER: Wie können „die Vorräte zu Neige gehen“ wenn die Geschichte nach einer Woche beendet ist?).

Sehen wir mal davon ab, weißt der Roman trotz der relativ kurzen Handlungszeit eine enorme Komplexität auf. Das zeigt sich schon an dem umfangreichen Personenverzeichnis, welches eine große Hilfe ist, wenn man mal wieder den Überblick verloren hat. Es ist nämlich tatsächlich so das die meisten der verzeichneten Personen einen eigenen Handlungsstrang verfolgen. Somit hat man aus der auktionalen Perspektive einen Blick auf verschiedenste, parallel verlaufende Handlungen, die sich teilweise überschneiden, beeinflussen oder ganz für sich alleine stehen. Natürlich birgt solch eine komplexe Handlung auch Platz für kleine Logiklücken oder Geschichten die sich einfach ins Nichts verlaufen. Besonders gravierende Fehler waren nach meiner Erkenntnis aber nicht dabei und zum Ende fügt sich auch alles in einem spannendem Finale zusammen.

Besonders spannend ist natürlich das Zusammenspiel von Protagonisten und Antagonisten. Teilweise werden deren Absichten und Charakterzüge so deutlich dargestellt und gegeneinander ausgespielt, dass man nicht immer weiß, ob es einfach nur übertrieben oder tatsächlich menschliche Realität ist. Wahrscheinlich ist es eher zweites, was einem so Angst macht. Da mir von Anfang an klar war, dass es hier mehr um das menschliche Verhalten geht, war es mir auch nicht so wichtig den Ursprung der ausschlaggebenden „Kuppel“ zu ergründen. Zwar fand ich diesen Teil der Handlung auch durchaus spannend, aber ich wäre auch ohne ausgekommen. Da aber nicht jeder so denkt, kann ich mir gut vorstellen, dass der eine oder andere mit dem Ende nicht ganz zufrieden war.

Es bleibt also nicht mehr viel zu sagen. Schließlich ist es durchaus kein perfektes Buch, aber dennoch unglaublich spannend und gut durchdacht. Man verfolgt jede Handlung aufs gleiche mit großem Interesse und ist durchaus faszinierend von diesem komplexem Gestrick aus Charakteren und Handlung. Und auch wenn ich mit einer völlig anderen Ausgangssituation gerechnet hatte, konnte ich diesem langem Buch mit vergleichsweise kurzer Handlung doch so einiges abgewinnen.

Supernatural: Staffel 5

Quelle: www.movie-blog.orgSchöpfer: Eric Kripke

Sender: The CW

Umfang: 22 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 10. Sep. 2009

Es schient jetzt kein Zurück mehr zu geben. Dean (Jensen Ackles), Sam (Jared Padalecki) und der ganze Rest der Welt, müssen mit dem Schlimmsten rechnen und versuchen dennoch es irgendwie zu verhindern. Dass die beiden Brüder auch noch, auf himmlische Art gegeneinander ausgespielt werden, macht die Sache nicht gerade leichter. Schließlich fragt man sich, ob es denn überhaupt noch Hoffnung auf ein friedliches Ende für alle Beteiligten gibt.

Es herrscht also Endzeitstimmung in der fünften Staffel Supernatural. Und das nicht nur bezogen auf die Handlung, sondern auch weil diese Staffel eigentlich auch das Ende der Serie bilden sollte. Wie wir alle wissen, sorgen gute Quoten jedoch dafür, dass mittlerweile schon eine 11. Staffel produziert wird, doch das ist ein anderes Thema. Nichts desto trotz merkt man deutlich, dass alles so langsam ein Ende findet und das auf eine abgeschlossene und mehr als zufriedenstellende Weise.

Zu Anfang hat die Staffel noch ein paar Anlaufschwierigkeiten, doch das legt sich schnell wieder und ist für mich auch fast schon üblich bei Supernatural. Schließlich überzeugt die Staffel wieder mit einer gelungenen Mischung aus einer unglaublich spannenden und episodenübergreifenden Handlung, sowie vereinzelnden, in sich geschlossenen Folgen. Somit hat sie den Glanz, den ich in der vierten Staffel so vermisst habe, wieder gefunden und sogar noch verbessert. Der obligatorische rote Faden, ist nämlich noch viel geschickter mit den einzelnen Episoden verbunden, sodass man die dramaturgische Arbeit der Autoren hier nur loben kann.

Während Dean und Sam wieder wunderbar miteinander harmonieren, konnte ich schließlich auch die Rolle des Castiel (Misha Collins) in mein Herz schließen, dem ich in der vierten Staffel ja noch etwas skeptisch gegenüber stand. Überhaupt konnte sich hier der gesamte Storyverlauf, rund um den Himmel und die Hölle, viel besser etablieren, als in der vierten Staffel. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Thematik deutlich spanender gestaltet wurde und ein paar ziemlich coole neue Charaktere eingebaut wurden.

Quelle: imgkid.com

Was das Finale der Staffel angeht, lässt sich nicht bestreiten, dass es auch als Finale der Serie geplant war und nur eine kleine Detailänderung am Ende nötig war, um die Serie weiter zu führen. Davon kann schließlich jeder halten war er will und ich höre regelmäßig geteilte Meinungen zu diesem Thema, aber ich persönlich finde es etwas schade. Schließlich baut die ganze Staffel auf dieses wunderbare Finale auf, was am Ende auch einen würdigen Abschluss der Serie bildet, so dass man das Gefühl hat, nach fünf Staffeln eine vollkommene Geschichte erzählt bekommen zu haben. Im meinen Augen wird dieses Gefühl der Abgeschlossenheit durchbrochen, indem man die Geschichte eben noch weiter erzählt. Das ist dann so, als würde man gezwungenerweise eine Fortsetzung zu einem Film drehen, der eigentlich nur für sich alleine steht, nur weil er große Erfolge gefeiert hat. Andererseits, habe ich die folgenden Staffeln ja auch noch nicht gesehen und kann nicht sagen, ob sie nicht mindestens genauso gut oder sogar besser sind, als das was mir bisher geboten wurde.

Ob ich nach diesem tollen Ende auch noch weitere Staffeln gucken werde, kann ich noch nicht sagen. Einerseits reizt es mich schon, andererseits will ich auch nicht das Risiko eingehen, mir so eine tolle Serie wohl möglich noch zu verderben (diese Erfahrung möchte ich nach One Tree Hill nicht noch einmal wiederholen). Das ändert jedoch nichts daran, dass die fünfte Staffel Supernatural wirklich grandios ist und für mich, fürs erste, einen wunderbaren Abschluss der Serie bildet, wenn man den kleinen Cliffhanger am Ende mal außer Acht lässt.

Dexter: Staffel 4

Dexter_season_4_DVDSchöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 27. Sep. 2009

Dexter befindet sich in der vierten Staffel in einer völlig neunen Situation. Er ist nicht mehr der etwas zurückgezogenen Junggeselle mit Doppelleben, sondern nun auch Familienvater und Ehemann, was sein nächtliches Hobby stark einzuschränken scheint…

Von Anfang an wird einem klar gemacht, dass Dexter mit seiner neuen Familienlage stark überfordert ist und erst gar nicht damit umgehen kann. Dieser Zustand verstärkt sich im Laufe der Staffel immer mehr und besonders der neue Dezernatsfall des „Tirnity Killer“ trägt dazu bei. Aus Dexters Jagt nach diesem Killer entwickelt sich ein vollkommen neues Szenario, in dem wir einen Mann kennen lernen, der Dexter gar nicht so unähnlich scheint. Das merkt Dexter natürlich auch selber und lässt sich auf eine vollkommen neue Taktig ein, diesen einen besondern Mörder zu töten.

Diese neue Taktik ist in dem Sinne spanend, dass Dexter hier völlig neue Rollen annehmen muss. Und zwar mehr als üblich. Das führt eben zur bereits erwähnten Überforderung, die sich mehr und mehr steigert. Übers Höchste hinaus lässt sich hierbei Michael C. Halls schauspielerische Leistung loben, die in dieser Staffel einen neuen Höhepunkt erreicht. Parallel erscheinen weitere Handlungsstränge, wie die Beziehung zwischen Angel und Maria, eher nebensächlich im Schatten der großen Dexter-Trinity Jagt.

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Die gewöhnte Spannung der Serie übertrifft sich in dieser Staffel noch selbst bis zu letzten Minute. Der ungewöhnliche Fall und die Gesamtsituation unterscheiden sich wesentlich von den Staffeln zuvor. Und als wenn das nicht schon genug wäre, übertreffen sich die Macher im letzten Moment auch noch selber. Wer die Staffel gesehen hat weiß was ich meine und wer nicht, der hat noch großes vor sich.

Für mich konnte bisher keine Serie der Welt ein ähnlich beeindruckendes, emotionales und berührendes Staffelfinale erzeugen. Und das ist nur die Krone einer sonst auch nahezu vollkommenen vierten Staffel. Ein wahres Serienerlebnis.