Californication: Staffel 2

poster-californication-season-2Schöpfer: Tom Kapinos

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 30min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2008

Ein weiteres Mal sehen wir Hank Moody (David Duchovny) dabei zu, wie er sein zügelloses Leben im sonnigen L.A. führt. Doch dieses Mal ist es etwas anders, denn unser versoffener Serienheld versucht sich ernsthaft zu ändern, um die Liebe seines Lebens bei sich zu halten. Doch ist es das wirklich auch wert und kann er alles vergangene einfach hinter sich lassen?

Da die erste Staffel ja ein relativ rundes Ende hatte, merkt man gleich zu Beginn, dass hier ein Neuanfang gewagt wird. Charaktere schlagen neue Richtungen ein und auch das ganze Setting hat sich verändert. Doch trotzdem wirkt es nicht unbedingt fremd, weil sich der gewohnte Humor und die nötige Tiefe in den Dialogen halten können. Gerade zu Anfang wird die Handlung mit geradezu überworfen mit anstößigen aber dennoch urkomischen Begebenheiten. Im Laufe der Staffel zeigt sich aber, dass die Serie nicht das verloren hat, was sie ausmacht. Nämlich dass man trotz der vielen Belustigungen immer noch die emotionalen Absichten der Charaktere erkennt.

Quelle: www.popmatters.com

Der Hauptcast überzeuge mich wie schon in der Staffel zu vor. Besonders schön zu sehen ist, dass die junge Madeleine Martin (Becca) nicht nur äußerlich, sondern auch schauspielerisch heran wächst. Außerdem wurde in dieser Staffel auch ein starker Fokus auf Hanks Agenten Charlie (Evan Handler) und seine Frau (Pamela Adlon) gesetzte. Man kann fast schon sagen, dass sie eine eigene Parallelgeschichte zu der Handlung rund um Hank und seine Familie bilden. Etwas schade fand ich, dass der Charakter der Mia (Madeline Zima) nicht etwas mehr Farbe bekommen hat. Am Ende der ersten Staffel wurde wunderbar gezeigt, dass noch deutlich mehr Charakter in ihr steckt, aber statt das auszubauen, wurde sie nur auf die Atribute runter gebrochen, die wir bereits von ihr kennen. Ich hoffe dass das in der nächsten Staffel nochmal aufgegriffen wird.

Man merkt also deutlich, dass die Serie sich auch im Allgemeinen weiterentwickeln möchte. Sowohl auf der Ebene der Handlung, als auch der Charaktere. Alles noch einen Tick verrückter und chaotischer als zuvor, aber behält immer noch den typischen Stil der Serie bei. Somit kann man von einer ziemlich positiven Entwicklung sprechen, denn ich fühlte mich weiterhin ziemlich gut unterhalten von den zwölf Folgen, die sogar noch schneller vorüber waren, als zuvor.

Auch wenn das Ende wieder ziemlich abschließend und versönlich war, lasse ich die dritte Staffel nicht lange auf mich warten und bin schon gespannt, in was für Eskapaden und Probleme sich Hank Moody das nächste Mal versticken wird.

Supernatural: Staffel 4

91LDr+FTm+L._SL1500_Schöpfer: Eric Kripke

Sender: The CW

Umfang: 22 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 18. Sep. 2008

Es wird düsterer und düsterer für unsere beiden liebsten Monsterjäger. Als hätten sie nicht schon genug Probleme mit der Hölle, mischen sich jetzt auch noch die Mächte des Himmels mit ein. Ab jetzt gilt es nicht nur ein paar Dämonen zu vertreiben, sondern auch noch zu verhindern, dass der Täufel persönlich sich auf der Erde breit macht.

Man merkt schon, dass die Geschichte ab dieser Staffel ganz neue Ausmaße animmt. Während sich zuvor immer nur auf die üblichen mystischen Wesen wie Geister oder Dämonen beschränkt wurde, schlägt man mit der Einbeziehung von Engeln, Heiligen und sogar Gott eine ganz neue Richtung ein. Die wirkt vor allem an Anfang etwas abschreckend, obwohl es so abwegig doch eigentlich gar nicht sein dürfte. Trotzdem empfand ich es als doch etwas zu großen Sprung und konnte mich lange nicht mit der Rolle des Castiel (Micha Collin) anfreunden.

Vielleicht wussten die Macher auch noch nicht so richtig, wie sie diese doch eigentlich ganz interessanten neuen Elemente richtig in der Serie darstellen sollten. Immerhin sollte doch trotz der Ernsthaftigkeit die dahinter steckt, immer noch die typische Selbstironie der beiden Jungs zu spüren sein. Doch das ging leider völlig unter. Das Gleichgewicht zwischen zusammenhängenden und episodischen Komponenten, welches in der dritten Staffel noch so gut funktioniert hat, scheint hier auseinander zu brechen. Klar gibt es immer mal wieder recht gute Folgen, aber oft merkt man, dass diese Staffel selbst noch nicht so recht weiß wo sie hin will.
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Auch wenn der Spannungsfaktor zum Ende hin immer mehr zunimmt und uns sogar ein richtig ordentliches Finale bietet, hatte ich immer noch dieses ungute Gefühl, dass von der Story her etwas zu dick aufgetragen wurde und die Rollen sich selber zu ernst nehmen. Das sonst immer lobenswerte Zusammenspiel zwischen Dean (Jensen Ackles) und Sam (Jared Padalecki) war irgendwie nicht mehr so schön anzusehen und einzig allein die neue Darstellerin der Ruby (Genevieve Padalecki) konnte mich bis zum Schluss überzeugen.

Leider muss ich also sagen, dass die vierte Staffel Supernatural für mich einen deutlichen Schritt zurück macht. Zwar hat der neue Ansatz schon seinen Reiz, kam aber wahrscheinlich zu plötzlich. Da jedoch trotzdem weiterhin eine recht spannende Grundstory aufgebaut wurde, ist man gewillt weiter zu gucken. Vielleicht haben Macher und Schauspieler ja für die fünfte Staffel dazu gelernt.

Charlotte Roche: Feuchtgebiete (Rezension)

9783548280400_coverErschienen: Februar 2008

Verlag: Ullstein

Genre: Roman (mehr fällt mir dazu nicht ein)

ISBN: 978-3-548-28040-0

Klappentext:
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilft. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. […] ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.

Rezension:
Vor jetzt schon zwei Jahren habe ich dieses Buch zum Geburtstag bekommen und damals nur kurz angelesen. Irgendwie war es bei mir, trotz seiner großen Bekanntheit, in Vergessenheit geraten. Aber als ich von der deutschen Verfilmung hörte, die im August in die Kinos kommt, dachte ich mir, dass es doch die perfekte Gelegenheit wäre, dieses Buch einmal zu lesen.

Ich habe zuerst geglaubt zu wissen, was mit diesem Buch auf mich zukommt, aber schnell musste ich erkennen, dass dem ganz und gar nicht so war. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es Charlotte Roche geschafft hat, sich solche wirklich widerlichen Geschichten auszudenken (jedenfalls hoffe ich, dass sie sich die nur ausgedacht hat). Es gibt ja immer diese Polarisierung, ob dieses Buch einfach nur ehrlich oder komplett übertrieben ist. Ich hatte gehofft, dass es auf eine merkwürdige Art ehrlich ist, aber schon nach den ersten paar Kapiteln merkte ich, dass der Charakter der Helen schon ziemlich übertrieben dargestellt ist, dies aber wohl genau die Absicht der Autorin war.

Wenn man glaubt die wirklich ekelhafteste Anekdote aus ihrem Leben schon gelesen zu haben, dauert es nicht lange, bis sie noch einen drauf setzt. Ich bin auch ganz froh dieses Buch meist bei mir zu Hause und nicht in der Öffentlichkeit gelesen zu haben. Denn oft reagierte ich auf manche Passagen mit einem lauten „Igitt!“, was das ganze Buch irgendwie zu einem seltsamen aber doch neuem Leseerlebnis machte.
Ich muss aber auch zugeben, dass das letzte Drittel dann langsam an Unanständigkeiten nachlässt. Ich weiß nicht, ob ihr die Ideen ausgegangen sind, oder ob sie das Buch einfach nur seicht ausklingen lassen wollte. Vielleicht hat man sich als Leser auch einfach nur so sehr an Helens Verhalten gewöhnt, dass einen einfach nichts mehr überraschen konnte. Auf jeden Fall fand ich das ganz erfrischend, weil ich so auch Helens Wesen etwas besser nachvollziehen konnte.

Wie ihr vielleicht merkt, weiß ich selber noch nicht ganz was ich von diesem Werk halten soll. Ich denke ich kann mich nicht einem Extrem anschließen. So fand ich es zwar schon irgendwie seltsam und verstörend, aber genau das war das Interessante, was so ein Skandal-Buch ja auch irgendwie ausmacht.

Dexter: Staffel 3

7e8c1d92e260114a56141cf5e50fdba8Schöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2008

So nun wurde es schwierig. Die erste Staffel begeisterte mich wie verrückt und die zweite war mehr oder weniger eine Enttäuschung. Nun gab es für Staffel drei eine 50/50 Chance.
Dexter (Michael C. Hall) ist in dieser Staffel, nach seinen letzten Rückschlägen, wieder ganz in seinem Element und versucht sich etwas von den Normen seines Vaters zu lösen. So kommt es schließlich dazu, dass nur ein einziger kleiner Fehler ihm auf lange Zeit viele Probleme bereitet…

Das sich Dexter von Harrys Codex etwas distanzieren wird, war schon am Ende der zweiten Staffel zu erwarteten und so war ich besonders auf diese Charakterentwicklung sehr gespannt.  Ich muss jedoch zu geben, dass sich dadurch sein Wesen nicht um vieles verändert hat. Das hat mich aber nicht sonderlich gestört, weil ich froh war den alten Dexter wieder zu sehen. Während ich mich mit ihm in der zweiten Staffel nicht so richtig anfreunden konnte, kamen hier diese ganzen Gefühle der ersten Staffel wieder auf. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass man die zweite Staffel in Gedanken sogar weg lassen kann, da darauf nur sehr geringen eingegangen wird.

Die Grundstory dieser Staffel setzt, im Vergleich zu den bisherigen, vielleicht einen Schritt zurück, aber mir kam das nur gelegen, da es mir in Staffel zwei wirklich ZU VIEL war. Es gibt wieder diesen einen geheimnisvollen Fall, der sich durch die ganze Staffel zieht und dieser war mal wieder grandios inszeniert (obwohl nicht mit Staffel eins zu vergleichen). In diesem Sinne kam auch ein neuer Charakter ins Spiel, der Dexter mal wieder an seine Grenzen treibt. Der Staatsanwalt Miguel Prado (Jimmy Smits), wird durch eine zufällige Begebenheit zum engen Freund von Dexter. Ich habe schon von Anfang an spekuliert ob er ihm mehr Freund oder Feind ist und nach einer Zeit wurde er mir zu gut. Wie das schließlich gehandhabt wurde, hat mich mal wieder beeindruckt.

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Die Beziehung zu seinem Vater spielte ja schon immer eine wichtige Rolle. Doch in dieser Staffel  ging diese Beziehung in eine interessante Richtung. Während vorher oft Rückblenden benutzt wurden, um mehr aus Dexters Vergangenheit zu erfahren, wird nun mit Tagträumen oder Visionen gearbeitet. In diesen erscheint Harry (James Remar) um Dexter zu „beraten“, obwohl das ja eigentlich nur sein eigenes Unterbewusstsein ist. Das führt dazu, dass Dexter seinen Vater sogar noch besser versteht und einsieht warum er gewisse Dinge getan hat.

Durch den ständigen Perspektivwechsel zwischen Dexter und seinem Umfeld, bekommt man verschiedene Meinung zu den Ereignissen geboten. Vor allem im Fall der Familie Prado wusste ich als Zuschauer oft nicht zu welcher Seite ich mich mehr hingezogen fühle. Das zeigt natürlich mal wieder, wie überzeugend das Doppelleben von Dexter wieder dargestellt wurde und ich habe mich gefreut die restlichen Charaktere in Dexters Umfeld noch ein Stückchen besser kennen zu lernen.

Ich kann mich also glücklich schätzen, dass Dexter noch die Kurve gekriegt hat. Sie war zwar nicht so gut wie die erste Staffel, aber man kann es schon vergleichen und ich bin froh, dass der Tiefpunkt der zweiten Staffel nicht angehalten hat.