John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Quelle: www.hanser-literaturverlage.deErschienen: 2012

Verlag: dtv Reihe Hanser

Genre: Roman

ISBN: 978-3-423-62583-8

Klappentext:
Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.

Rezension:
Meistens erfahre ich von den guten Büchern immer erst, wenn schon die Verfilmung ansteht. Obwohl ein Film ja nicht immer das Indiz für einen gutes Buch sein muss. In diesen Fall habe ich sowohl von Lesern als auch nicht-Lesern nur begeisternde Worte über Buch/Film und überhaupt diese ganze Geschichte gehört. Dabei bin ich eigentlich immer recht skeptisch, wenn mir schon so viel Honig um den Mund geschmiert wird und habe erst recht hohe Erwartungen.

Natürlich glänzt diese Geschichte schon in der Inhaltsangabe nur so vor Kitsch und Romantik und eigentlich kann man sich auch schon denken, dass das Ganze entweder auf die eine oder andere Weise enden wird. Doch trotz dieser recht typischen und vorhersehbaren Handlung, schafft es der Autor, einen völlig in den gefühlsbeladenden Bann dieser traurigen Liebesgeschichte zu ziehen. Dabei sind es vor allem die keinen Anekdoten und Dialoge, die dieses Buch ausmachen.

Mit viel Feingefühl schafft es John Green, dieses bewegende Thema mit dem nötigen Maß an Ernsthaftigkeit, aber auch einer gesunden Priese Selbstironie zu verpacken. Während die Hauptcharaktere auf der einen Seite einen wunderbaren Humor beweisen, können sie im nächsten Moment aber auch herzergreifend Philosophisch sein. Das ist es wohl, was beim Leser ein ziemlich starkes Mitgefühl auslöst. Nicht nur die Thematik des Todes, sondern der inspirierende Umgang der Charaktere mit dem Leben werden hier vermittelt.

Auch wenn das Buch mit seien 300 Seiten recht schnell gelesen ist, hat man nicht das Gefühl, dass einem einfach nur die Handlung vom Anfang bis zum Ende erzählt wird. Es wird einem noch so viel mehr über das Ende und die rationale Handlung hinaus mitgeteilt, was einem zum nachdenken erregen kann. Da es also nicht einfach nur eine Liebesgeschichte zweier tragischer Schicksale ist, sondern einen durchaus philosophischen Anspruch hat, kann man es auch nicht bloß als Jugendbuch abstempeln. Auch wenn aus rein kommerzieller Sicht vielleicht diese Zielgruppe angesprochen wurde, kann und sollte dieses Buch auch durchaus von Erwachsenen gelesen werden.

Alle hohen Erwartungen die hierbei geschürt wurden, kann ich also als mehr als erfüllt betrachten und war sogar etwas von mir selbst überrascht, wie sehr mich diese Geschichte doch berührt hat. Alle die also genau so skeptisch sind wie ich es war, können also beruhigt sein und sollten beim Lesen jedoch nicht vergessen, eine Packung Taschentücher bereit zu legen.

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Ein Gedanke zu “John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

  1. Frau Margarete schreibt:

    Dem stimme ich absolut zu. Auch ich hab das Buch erst letztens gelesen und war recht skeptisch, ob es mir gefallen würde. Aber auch ich war begeistert, sehr emotional berührt und wie du auch schreibst: die kleinen, mitunter philosophischen Anekdoten machen das Buch sehr besonders. 🙂

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