Charlotte Roche: Feuchtgebiete (Rezension)

9783548280400_coverErschienen: Februar 2008

Verlag: Ullstein

Genre: Roman (mehr fällt mir dazu nicht ein)

ISBN: 978-3-548-28040-0

Klappentext:
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilft. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. […] ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.

Rezension:
Vor jetzt schon zwei Jahren habe ich dieses Buch zum Geburtstag bekommen und damals nur kurz angelesen. Irgendwie war es bei mir, trotz seiner großen Bekanntheit, in Vergessenheit geraten. Aber als ich von der deutschen Verfilmung hörte, die im August in die Kinos kommt, dachte ich mir, dass es doch die perfekte Gelegenheit wäre, dieses Buch einmal zu lesen.

Ich habe zuerst geglaubt zu wissen, was mit diesem Buch auf mich zukommt, aber schnell musste ich erkennen, dass dem ganz und gar nicht so war. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es Charlotte Roche geschafft hat, sich solche wirklich widerlichen Geschichten auszudenken (jedenfalls hoffe ich, dass sie sich die nur ausgedacht hat). Es gibt ja immer diese Polarisierung, ob dieses Buch einfach nur ehrlich oder komplett übertrieben ist. Ich hatte gehofft, dass es auf eine merkwürdige Art ehrlich ist, aber schon nach den ersten paar Kapiteln merkte ich, dass der Charakter der Helen schon ziemlich übertrieben dargestellt ist, dies aber wohl genau die Absicht der Autorin war.

Wenn man glaubt die wirklich ekelhafteste Anekdote aus ihrem Leben schon gelesen zu haben, dauert es nicht lange, bis sie noch einen drauf setzt. Ich bin auch ganz froh dieses Buch meist bei mir zu Hause und nicht in der Öffentlichkeit gelesen zu haben. Denn oft reagierte ich auf manche Passagen mit einem lauten „Igitt!“, was das ganze Buch irgendwie zu einem seltsamen aber doch neuem Leseerlebnis machte.
Ich muss aber auch zugeben, dass das letzte Drittel dann langsam an Unanständigkeiten nachlässt. Ich weiß nicht, ob ihr die Ideen ausgegangen sind, oder ob sie das Buch einfach nur seicht ausklingen lassen wollte. Vielleicht hat man sich als Leser auch einfach nur so sehr an Helens Verhalten gewöhnt, dass einen einfach nichts mehr überraschen konnte. Auf jeden Fall fand ich das ganz erfrischend, weil ich so auch Helens Wesen etwas besser nachvollziehen konnte.

Wie ihr vielleicht merkt, weiß ich selber noch nicht ganz was ich von diesem Werk halten soll. Ich denke ich kann mich nicht einem Extrem anschließen. So fand ich es zwar schon irgendwie seltsam und verstörend, aber genau das war das Interessante, was so ein Skandal-Buch ja auch irgendwie ausmacht.

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Ein Gedanke zu “Charlotte Roche: Feuchtgebiete (Rezension)

  1. Zeilenkino schreibt:

    Ich habe es jetzt anlässlich der Verfilmung auch gelesen und es erging mir ähnlich wie Dir: Ich dachte, ich wüsste, was auf mich zukommt, allerdings war ich dann doch oftmals recht angeekelt – vor allem davon, was sich Helen alles in Mund steckt. Und angeblich ist es gerade nicht ausgedacht, sondern zu 70 Prozent autobiographisch.

    Von dem Film war ich dann allerdings sehr überrascht – und ich bin gespannt, was Du dann zu ihm sagst. 🙂

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