Miniserie: The Pacific

The PacificSchöpfer: Steven Spielberg, Tom Hanks & Gary Goetzman

Sender: HBO

Umfang: 10 Folgen je 50min

Genre: Kriegsdrama

Meine erste Miniserie zu bewerten ist nicht ganz einfach, da ich mit den Normen dieses Formats noch nicht so bekannt bin. Ich habe aber vor dies zu ändern und der Grund dafür ist die preisgekrönte Miniserie The Pacific. Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt die Serie die Geschichte dreier U.S. Marines, die in der Zeit ihres Pazifikeinsatzes im zweiten Weltkrieg begleitet werden. Die drei Protagonisten befinden sich dabei (fast) gar nicht in Zusammenhang und durchleben ihre eigen Entwicklungen, während der vielen Inselschlachten von Guadalcanal bis Okinawa.

Wer Spielbergs Der Soldat James Ryan gesehen hat, kann sich ungefähr ein Bild davon machen, wie The Pacific abläuft und wer seinen Film auch noch mochte, wird auch an der Serie Gefallen finden. Neben der Entwicklung der Charaktere, ist vor allem die Authentizität wichtig, wie das ja bei Kriegsfilmen so üblich ist. Die ist hier auf jeden Fall gegeben, doch keineswegs übermäßig, sondern in dem Maß, dass man mit mitfühlendem Herzen zusehen kann. Natürlich verliert man im Durcheinander des Kriegsgeschehen hin und wieder den Überblick über die Einsätze und die Beteiligten, aber ich denke genauso sollte es auch sein, ansonsten wäre es eine Dokumentation.

Obwohl die drei Hauptcharaktere keinen wirklichen Bezug zueinander haben, so fallen einem doch Parallelen auf, die wiederum bei jedem individuell gestaltet sind. John Basilone (Jon Seda) wird nach seinem tapferen Kriegseinsatz in der Heimat als Kriegsheld gefeiert und bewahrt als Paradebeispiel den Schein des stolzen Soldaten. Doch für ihn ist es eben nur Schein.
Der Hobbyschriftsteller Robert Leckie (James Badge Dale) zieht weder aus Pflichtgefühl, noch aus Stolz in den Krieg, sondern eher um seinen Alltag zu entfliehen und vielleicht mit der Überzeugung dort zu sterben. Dadurch hat er einen ganz anderen Blick auf die Situation, als seine Kameraden und erkennt schon von Anfang an, dass der Krieg nicht ist, worauf man stolz sein sollte.
Joseph Mazzello als Eugene SledgeDer Letzte und Jüngste im Bunde ist Eugene Sledge (Joseph Mazzello), der für mich einen der interessantesten Charaktere bildet. Als naiver Jüngling, der für sein Vaterland kämpfen möchte, wird er von seiner Familie lange aus dem Krieg fern gehalten, bis sie schließlich nachgeben. Doch in den Schlachten muss auch er der harten Wahrheit ins Gesicht blicken, die ihn einen Wandel durchmachen lässt, wie sonst keinen in der Serie.
Neben den Protagonisten, sind noch weitere interessante Nebencharaktere aufgebaut. Wie Eugenes Jugendfreund Sid (Ashton Holmes), der eine ähnliche Entwicklung durch machte, es jedoch schließlich schaffte damit umzugehen. Auch Eugenes Kamerad Merriell „Snafu“ Shelton (Rami Malek) war eine ganz besondere Nebenrolle, die man in ihrer Eigenart gar nicht so recht beschreiben kann. Auf jeden Fall hat mich Malek in dieser Rolle sehr beeindruckt, da ich bisher noch nicht wusste, dass er so ein guter Schauspieler ist.

Da dies meine erste Miniserie war, kann ich nicht direkt sagen, ob die Form speziell oder typisch für solche Serien ist. Aufgefallen ist mir nur, das einige Handlungen natürlich etwas zügiger erzählt werden müssen, da man dafür eben nur zehn Folgen zur Verfügung hat. Zwar musste man sich daran erst ein wenig gewöhnen, doch hatte ich nicht das Gefühl, dass dadurch etwas auf der Strecke blieb. Ich würde sogar behaupten, dass man dadurch die Geschichte noch ehrlicher gestalten kann, da man genau plant, wo man den Abschluss setzt. Anders als bei „normalen“ Serien, die zum Ender einer Staffel immer dafür sorgen müssen, die Quoten hoch zu treiben oder durch besonders hohe Quoten dazu gedrängt werden, eine eigentlich schon beendete Story zu erweitern.

The Pacific überzeugt schließlich durch authentische Kulissen, Charaktere und Handlungen, die sich ideal für eine zehnteilige Miniserie eigenen. Hanks und Spielberg beweisen damit, dass sie dafür einfach das richtige Händchen haben und brachten mich auf den Geschmack von Miniserien, den ich ab sofort wohl immer öfter testen werde…

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5 Kommentare zu “Miniserie: The Pacific

  1. Hast du auch „Band of Brothers“ gesehen? Die ist auch richtig gut. „The Pacific“ soll ja deutlich schwächer sein, deshalb habe ich mich noch nicht rangetraut – von zu viel anderen Serien einmal abgesehen… 😉

  2. Hach ja, die steht auch noch ungesehen bei mir im Schrank – übrigens zusammen mit „Band of Brothers“! Deine Review macht aber richtig Lust drauf und ich hoffe einfach mal, irgendwann in Bälde auch in den Genuss zu kommen. Mich beschleicht nämlich langsam das Gefühl, dass das eine ebenso beschämende Wissenslücke ist wie bullions bis vor kurzem währende Unkenntnis von „Six Feet Under“ 😉

    • auf mich mussten die beiden Boxen auch eine weile warten 😉 und ich muss zugeben, dass ich bisher auch noch nie dazu gekommen bin mir Six Feet Under anzusehen…obwohl ich auch nur Lob darüber gehört habe 🙂

  3. Seit einer gefühlten halben Ewigkeit versucht mein Mann mich zu überreden, The Pacific endlich mal zu gucken (von Band of Brothers mal ganz zu schweigen). Deine Kritik hat mir tatsächlich doch mal Lust drauf gemacht, das wird ihn freuen =)

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