Film: Elizabethtown (2005)

Regie: Cameron Crowe

Kinostart: 3. Nov. 2005

Lauflänge: 123 min

Genre: Drama, Komödie

Liebeskomödien haben in der Filmwelt ja nicht immer den besten Ruf und ich persönlich schaue mir solche Filme immer mir recht niedrigen Erwartungen an. Doch bei Elizabethtown merkte ich schon am Trailer, dass es keine typische Liebeskomödie ist und eigentlich gar nicht in dieses Genre passt. Naja es ist lustig und es geht um Liebe, aber mal sehen, ob ihr versteh was ich meine…

Der junge Geschäftsmann Drew Baylor (Orlando Bloom) scheint mit der Entwicklung eines neuartigen Schuhs, der meist gefeierte Mann seiner Firma und dazu noch der erfolgreichste seiner Familie zu sein. Doch dann geht alles den Bach runter, den das Projekt mach ein Verlustgeschäft von rund 1 Milliarde Dollar. Kurz bevor er sich nach diesem Fiasko entschließt aus dem Leben zu treten, erfährt er, dass sein Vater ihm schon einen Schritt voraus ist und er zu seiner Familie nach Elizabethtown reisen muss, um die Beisetzung zu planen. Völlig zerrissen und in Gedanken immer noch bei seinem Scheitern, trifft er auf seinem Weg dorthin die Stewardess Claire Colburn (Kirsten Dunst), die es schafft, allein mit ihrer Ausstrahlung sein ganzes Leben zu verändern.

Natürlich weiß jeder schon worauf dieser Film an Ende hinaus läuft, aber für mich wirkte diese Tatsache kein bisschen vorhersehbar im eigentlichem Sinne. Es war eher der logische und erwartete Schluss des Films. Aber wir wollen ja nicht mit dem Ende anfangen.
Dass das Ganze mit einem Voice-Over von Drew anfängt hat mich schon mal gefreut, denn ich finde Voice-Over immer eine tolle Möglichkeit die Atmosphäre einzufangen, die hier so wichtig ist. Außerdem bekommt man dadurch einen recht guten Einblick in Drew Charakter. Er ist nicht der typische Geschäftsmann und auch nicht so eine Art Träumer. Er ist vielmehr ein Realist, der nicht merkt, was eigentlich um ihn herum geschieht (es sei denn, es hat mit seiner Arbeit zu tun). Diese, durch die letzten Ereignisse, etwas verwirrte Persönlichkeit trifft nun auf den Optimismus in Person. Würde ich zum ersten Mal auf Claire treffen, würde sie mir wahrscheinlich tierisch auf die Nerven gehen und ich glaube so hat sich Drew auch ein bisschen gefühlt. Und gerade weil es nicht diese „Liebe auf den ersten Blick“ Geschichte ist, fand ich es so schön. Die beiden haben sich zuerst auf freundschaftlicher und doch ganz persönlicher Ebene kennen gelernt und sie schaft es seine Augen für das Leben zu öffen, was er während seiner Karriere so vernachlässigt hat.

Ich muss jedoch zugeben, dass ich zu Anfang vor der Besetzung ein wenig zurück geschreckt bin. Den eigentlich bin ich werden von Orlando Bloom, noch von Kristen Dunst ein großer Fan. Das liegt keines Falls daran, dass ich denke, sie wären schlechte Schauspieler, das sind sie nicht. Aber ich bin einfach noch nie mit ihrer Art und Ausstrahlung in anderen Filmen zurechtgekommen und ich hatte Angst, dass ich bei so einer Liebeskomödie eben nur Orlando und Kirsten sehen würde und nicht Drew und Claire. Aber so war es keineswegs, denn die beiden haben so gute Arbeit geleistet, dass ich ihre Charaktere verstehen konnte, wie sonst noch nie in einem Film dieser Art. Nicht nur, dass sie zusammen unglaublich gut harmonieren, sondern auch ihre ganz besonderen Charaktere einwandfrei und mit großer Überzeugung darstellen.

Und damit das Ganze noch zu einem vollkommenen Filmerlebnis abgerundet werden kann, ist noch zu erwähnen, dass Cameron Crowe hier Bilder, Texte und Musik geschaffen hat, die eindeutig beweisen, dass die keine Liebeskomödie ist. Allein schon die etwas verrücke aber dennoch liebevolle Famile von Drews Vater, die Trauerrede der Witwe Holly (Susan Sasandon) oder Drews, von Claire geplanter, Road Trip zeigen, wie viel Tiefe und Herz in diesem Film steckt und er es nicht verdient hat als einfache Liebeskomödie abgestempelt zu werden.

Bewertung: 8.5 (Ausgezeichnet)

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