Stieg Larsson: Vergebung (Rezension)

Erschienen: März 2008

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453013803

Klappentext
„Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.“

Rezension:
Nun habe ich auch den letzten Band der legendären Millenium Trilogie durch und bewundere Larsson  jetzt noch mehr, als schon nach dem ersten Buch. Seine ganze Gesellschaftskritik findet in Vergebung ihren aufreibenden Höhepunkt.
Nachdem Lisbeth Salander sich monatelang versteckt halten konnte, sitzt sie nun auf dem Präsentierteller für Ärzte, Beamte und Anwälte, die alle mir ihr über ihr Leben reden wollen. Mikael Blomkvist setzt derweilen alles daran ihre Unschuld aufzuklären, doch er kommt schnell dahinter, dass sich ihm jemand dabei in den Weg stellt.

In den vorherigen Büchern brauchte die Geschichte immer ein paar Kapitel Anlaufzeit, bis es richtig zur Sache ging. Im dritten Band jedoch ist davon gar nichts zu spüren. Von der ersten bis zu letzten Seite ist es durchweg spannend und nichts ist grundlos niedergeschrieben. Das ist schon mal die erste Tatsache, die Vergebung von seinen anderen beiden Vorgängern unterscheidet. Des Weiteren ist es die deutliche Verminderung von Action und richtigen Thriller Momenten. Das Macht das Buch jedoch nicht weniger spannend. Es ist nur so, dass es mehr um politische Recherchearbeit geht und weniger darum einen Bösewicht zu fangen.
Und ich muss sagen, dass mir diese Form sehr gefallen hat, den wie schon im zweiten Band gibt es auch hier mehrer Perspektiven und bis zur letzten Minute ist noch unklar in welche Richtung sich das Ganze dreht.

Was mir noch sehr gefallen hat, waren die kleinen Infos die vor jedem der vier Abschnitte des Buches standen. Es ging dabei um Frauen in Führungspositionen der Vergangenheit, die einem oft unbekannt sind. Im Laufe des Buche wurde einem klar, dass Larsson damit auch auf die Frauenrollen in der Geschichte anspielt, denn neben Lisbeth Salander gab es noch eine Handvoll anderer Frauen, die ihre Stärke bewiesen haben. So zum Beispiel die Chefredakteurin Erika Berger, deren Geschichte ich besonders interessant fand. Oder aber auch Lisbeths Anwältin Annika Gianinni, die sich, ebenfalls wie Berger, gegen viele männliche Autoritäten durchsetzte musste.

Es bildet sich in Vergebung also eine unglaublich spannende Story, die auch ohne viel Action auskommen muss und kann, und bei deren Verlauf mir immer wieder der Mund offen stehen blieb. Ein würdiger Abschluss einer Trilogie, die ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.

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2 Kommentare zu “Stieg Larsson: Vergebung (Rezension)

  1. Ja, die Trilogie war wirklich toll! Einzig die vielen Gerichtszenen fand ich im dritten Teil ein wenig zäh. Insgesamt hat mir wohl der eigenständige erste Teil am besten gefallen.

    • ja ich finde auch, dass der erste Band immer noch am meisten im Gedächtnis bleibt, werde aber noch eine direkten Vergleich der drei bände machen.
      Gerade die Gerichtsverhandlung fand ich am spannendsten, weil da alles zugespitzt hat.

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