Serie: Pushing Daisies

Wie kann so was nur passieren. Eine durchweg geniale Serie, mit dem Potenzial zum Klassiker wird nach der zweiten Staffel abgesetzt. Ja das Überleben auf dem amerikanischen Quotenmarkt ist hart und das hat Pushing Daisies knallhart zu spüren bekommen. Bryan Fuller schickte die verdrehte Krimi/Comedy Serie 2007 bei ABC an den Start. Schon 2009 kam das schnelle Ende, doch trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, findet die Serie bis heute noch viele treue Anhänger.

Ned (Lee Pace) führt ein schweres Leben, denn er bekam von Gott eine Gabe geschenkt, die es ihm erlaubt selber Gott zu spielen und mit nur einer Berührung über Leben und Tod zu entscheiden. Doch ganz so einfach ist das dann auch nicht, den Regeln gibt es immer. Berührt er etwas totes, wird es wieder zum Leben erweckt und alles scheint schön, doch nach einer Minute muss dafür ein anderes unschuldiges Wesen sein Leben lassen, dass der Zufall gerade in die Nähe geschickt hat. Das kann Ned natürlich verhindern, in dem er es ein zweiten Mal berührt und somit sterben lässt, doch von da an ist es für immer tot. Diese Regeln musste der, damals noch kleine, Ned jedoch erst erlernen und das tat er leider an seiner eigenen Mutter.
Von da an lernte er behutsamer mit seiner Gabe umzugehen und nutzte sie nur, um als Kuchenbäcker aus verwesenen, frische Früchte zu machen. Nachdem der Privatdetektiv Emerson Cod (Chi McBride) seine Fähigkeiten durch Zufall entdeckt hatte, schlossen sie sich zusammen, um Mordfälle zu lösen, indem sie das Opfer innerhalb einer Minute befragten.
Das lief auch ganz gut, bis das Opfer eines Tages Neds Kinderliebe Charlotte Charles (Anna Friel) war. Da überwältigte es ihn einfach und er konnte nicht anders, als sie am Leben zu lassen. Das sorgt natürlich für einige Probleme, denn nun können sich die Liebenden nicht mehr berühren. Doch das hält das nun entstandene Team nicht von am, weiterhin skurrile Mordfälle zu lösen.

Man muss schon sagen, dass diese Serie etwas ganz Besonderes ist und viele damit wohl nichts anfangen können. Nicht nur dass die Story etwas verdreht ist. Auch die Machart und der Look sind was ganz anderes. Ein Voice-Over, das die Geschichte wie ein altes Märchen erzählt, schrille Kostüme und Kulissen und vor allem völlig einzigartige Charaktere und Kriminalfälle. Manch einem wird das nach einer Weile zu viel und das wird wohl auch der Grund dafür sein, warum die meisten nach einigen Folgen einfach nicht mehr eingeschaltet haben. Aber wenn man es erst einmal lieb gewinnt, kommt man davon nicht mehr los.
So kam es also dazu, dass Pushing Daisies gegen Ende nicht mehr allzu viele Anhänger hatte, diese waren es jedoch mit Leib und Seele und waren umso trauriger, als es abgesetzt wurde.

Über die Absetzung dieser tollen Serie könnte ich jetzt Seitenweise schreiben, aber ich belasse es dabei, dass ihr kein würdiges Ende bereitet wurde. Dazu hatten die Macher auch keine Zeit, denn die Entscheidung fiel ziemlich apprupt. Vieles wurde offen gelassen und die letzten Handlungsstränge wurden tatsächlich in nicht mal eine Minute gestopft. Zwar versprach Fuller einen Film oder wenn nicht wenigstens einen Comic, doch das waren leider nur leere Versprechungen.

Es ist also eine dieser Serien, die man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil liebe sie und klammer mich dabei an meine zwei Staffeln die mir hier geboten werden. Vielleicht sollte es auch so sein, dass wir Pushing Daisies als kurzes, aber ganz besonderes Wunderwerk in Erinnerung behalten.

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6 Kommentare zu “Serie: Pushing Daisies

  1. Ich habe einst einige Folgen im deutschen Free-TV geguckt. Die ganze Machart, der Erzähler, aber auch die schrillen Farben und skurrilen Figuren erinnern stark an Jean-Pierre Jeunets „Amélie“. Leider konnte mich die Serie nicht wirklich fesseln, deswegen habe ich sie nicht weiter verfolgt. Wahrscheinlich hätte ich mich dann auch nur noch sehr über das frühe Aus geärgert – insofern habe ich nichts verloren.

  2. Ich fand die Serie auch interessant, aber aufgrund ihrer Stilisiertheit zu artifiziell, um mich wirklich an die Charaktere zu binden. Dennoch ein spannendes Experiment.

    • Bei einigen Charas hat es bei mir auch eine Weile gedauert, aber wenn man dem erst mal eine Chance gibt, schließt man sie auch in sein Herz 😉

  3. diese serie ist einfach der hammer und es ist wahnsinnig schade das sie so früh das zeitlich segnen musste. ich bin kein serienmensch. als mir davon zufällig die erste folge auf den kopf gefallen ist, wusste ich auch warum…es gibt sonst hauptsächlich mist an serien und neben dem mist gibt s dann auch noch ordentlich viel blödsinn. und dann finden die macher auch mal ein sprichwörtliches korn….wirklich eine traurige geschichte!

    • ich glaube es ist auch nicht eine Serie für die klassischen Serienmenschen, denn die sind so etwas ungewöhnliches nicht gewöhnt. Das ist es auch, woran die Serie schließlich scheiterte.

  4. Pingback: Ein Jahr durchgehalten! | review on everything

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