Stieg Larsson: Verdammnis (Rezension)

Erschienen: Oktober 2007

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453013605

„Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.“

Mit dem zweiten Band der Millennium Trilogie beginnt eigentlich erst die richtige Geschichte. Während es im ersten Band eher um einen separaten Fall ging, zielt der zweite Band direkt auf die Vergangenheit von Lisbeth Salander, die bis dahin noch unbekannt war. Das birgt in vieler Hinsicht große Unterschiede im Vergleicht zum ersten Band mit sich. So hat mir ein bisschen die Atmosphäre gefehlt, die in Verbeldung so herausragend war. Das liegt aber wohl daran, dass es in Verdammnis deutlich hektischer und schneller zugeht, was wiederum eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Es gibt spannende Verfolgungen und vor Allem gegen Ende hin sehr viele Szenenwechsel, die ich aber nur an wenigen Stellen etwas verwirrend fand.

Da Mikael dazu gezwungen ist, quasi im Alleingang, Lisbeth Unschuld zu beweisen, fällt das geliebte Blomkvist-Salander Ermittlungsteam weg. Aber es soll ja auch kein Abklatsch des ersten Bandes sein, obwohl ich zugeben muss, dass ich schon gehofft habe, die beiden wieder in Aktion zu sehen. Dafür bekommt man jedoch ein anderes Ermittlerteam serviert, dass mich deutlich mehr fasziniert hat, als Blomkvist selber. Ausgerechnet die seriösen Kommissare der Polizei wurden hier gekonnt in Szene gesetzt. Die Charaktere waren komplex und vor allem sehr unterschiedlich, was den Verlauf der Ermittlung noch interessanter machte. Auch wenn man als Leser viele ihrer Lösungen schon kannte, war es doch spannend zu verfolgen, wie sich die Ermittlungen schließlich entwickeln.

Die schon erwähne Hektik und Zügigkeit der Handlung wird wohl in erster Line dadurch hervorgerufen, dass es besonders viele Betrachtungsebenen gibt. Während es in Verblendung erst nur die Perspektiven von Mikael und Lisbeth gab, die ja später zusammengeführt wurde, bringt der zweite Teil schon mehr mit sich. Einerseits Mikael, der im Alleingang versucht Lisbeths Unschuld zu beweisen. Dann das polizeiliche Ermittlerteam, in dem es intern noch verschiedene Perspektiven gibt. Zusätzlich noch zahlreiche Hintermänner, die in die Story involviert sind und schließlich noch Liesbeth Salander die im Geheimen alles überschaut.

Somit ist zu sagen, dass Verdammnis ein deutliches Gegenteil zu seinem Vorgänger bildet. Nicht nur von der Form her, sonder besonders auch von der Handlung, die hier mehr auf die Charaktere eingeht so auch einen Übergang zum letzten Teil der Trilogie schafft. Zusammengefasst spart Larsson hier natürlich nicht an einer unheimlich spannenden Story und einer Wendung die einem wieder einmal den Mund offen stehen lässt.

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2 Gedanken zu “Stieg Larsson: Verdammnis (Rezension)

  1. ilsadelmar schreibt:

    Ich ebenfalls gerade dabei, mich durch die Millenium-Trilogie zu lesen und inzwischen auch fast mit „Verdammnis“ durch. Soweit stimme ich dir absolut zu, wobei ich dem ersten Teil deutlich mehr abgewinnen konnte. Allerdings will ich nicht urteilen, bevor ich alle drei Bücher durch habe. Möglicherweise gilt bei Büchern ja das Gleiche wie in Filmreihen: Der zweite Teil ist meist der schwächste.

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