Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis (Rezension)

Erschienen:  2005

Verlag: Fischer

Genre: Abenteuerliteratur

ISBN: 9783596254194

Klappentext:
„Im Zentrum dieses vielschichtigen Abenteuerromans steht das Schicksal einer österreich-ungarischen Nordpolexpedition in den Jahren 1872 bis 1874. Das Drama dieser historischen Eismeerfahrt wird kunstvoll verknüpft mit der fiktiven Geschichte eines jungen Italiener, der, getrieben von einem leidenschaftlichen Interesse für die Hinterlassenschaft dieser Expedition, ein Jahrhundert später in die Arktis aufbricht und in den Gletscherlandschaften Spitzbergens verschwindez.“

Rezension:
Die historischen Elemente des Romans drehen sich um die beiden Expeditionleiter Julius Payer und Carl Weyprecht. Sie wollen mir ihrer Besatzung und dem Schiff, der Ardmiral Tegetthoff, das Meer nordöstlich von Sibiren erforschen und möglicherweise auch einen neuen Seeweg finden. Parallel zu diesen historischen Geschehnissen, wird die fiktive Geschichte des jungen Italieners Josef Mazzini erzählt, der sich sehr für die Payer-Weyprecht-Expedition interessiert. Mazzini bricht im Jahr 1981 nach Tromsö auf, um zu versuchen, die genauen Erlebnissen von Payer und Weyprecht nachzufühlen. Gleichzeitig ist immer wieder von einem Ich-Erzähler zu lesen, der Mazzini wohl persönlich gekannt hat und nach seinem Verschwinden in den verblieben Aufzeichnungen Mazzinis forscht.

Die Handlung des Romans zeichnet sich vor allem durch die sehr genaue Beschreibung aus, welche das Geschehen sehr lebendig wirken lässt. Ausschlaggebend für den interessanten Aufbau, ist die Abwechslung der verschiedenen Erzählebenen, die, trotz des Zeitlichen Unterschiedes, in der Handlung oft miteinander verknüpft sind. Oft wird die auktoriale Erzählperspektive benutzt, die dem Ich-Erzähler zu etwas menschlichen macht und ihn an manchen Stellen auch in die Geschichte mit einbezieht. Dadurch, dass in einigen Situationen auch Zeitsprünge eingebaut werden und somit historische, als auch fiktive Ereignisse vorweg genommen werden, wird nochmals viel Aufmerksamkeit auf die Payer-Weyprecht Expedition gesetzt. Der historische Teil der Geschichte ist außerdem dem noch mit einer Vielzahl an Zusatzmaterial ausgestattet, wie zum Beispiel verschiedene Tagebucheinträge, Tabellen, Zeichnungen, etc. Diese Verknüpfung aus fiktiven und historischen Elementen ist besonders für die Abenteuerliteratur einmalig.

Ich persönlich habe mich sehr schwer damit getan diesen Roman durch zu lesen, da das häufige Einschieben des Ich-Erzählers sehr für Verwirrung gesorgt hat. Auch die Geschichte des Mazzini fand ich nicht sonderlich spannend und da sie ja vom Autor selber erfunden ist, hätte Ransmayr deutlich mehr Spielraum ausnutzen können und die Geschichte interessanter gestalten können. Die Erzählung der historischen Expedition fand ich jedoch deutlich interessanter und vor allem dramatischer. Durch viele Metaphern wirkt es sehr anschaulich und die Wiedergabe der historischen Ereignisses liest sich wie ein sehr spannend aufgebautes Drama, was mir vor allem bei der fiktiven Geschichte gefehlt hat.

Abschließend ist zu sagen, dass sich der Roman im Bereich der Abenteuerliteratur durchaus zu den bessern Werken einordnen lässt, ich jedoch gemerkt habe,  dass mir dieses Genre nicht besonders liegt.

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