Auszeit!

Pause

Der Titel lässt sicherlich schon vieles vermuten und darum will ich auch kein Geheimnis machen. Deshalb will ich es auch nicht unausgesprochen lassen.

Ich denke jeder Mensch brauch in irgendeinem Bereich seines Lebens mal eine Auszeit, denn das ist nur gesund. Das es bei mir jetzt auf das Bloggen fällt, hat eigentlich nichts mit der Tätigkeit an sich zu tun. Ich mache das hier nämlich immer noch verdammt gerne und die Zahlen des letzten Jahres geben auch keinen Grund für eine Auszeit. Also seid gewiss, dass es nicht an mangelnder Motivation oder Bestätigung liegt.

Das Gesamtbild meiner Freizeit mach mir gerade nur etwas zu schaffen, denn ich merke, dass einige Dinge, die ich bisher eher als Hobby angesehen habe, mehr und mehr zur Verpflichtung werden. Da ich ja immer noch meinen Saß daran habe, hat mich das eigentlich nie gestört und es war auch irgenwie ein erfüllendes Gefühl. Mittlerweile ist mir jedoch klar geworden, das es auch andere Dinge gibt, die die gleich Aufmerksamkeit verdienen und die ich etwas vernachlässigt habe.

Ich habe nun echt lange darüber nachgedacht, an welchem Ende ich jetzt spare und eigentlich wollte ich es vermeiden, aber dann ist die Entscheidung doch auf diesen Blog gefallen, da ich glaube, dass es meine Leser und auch Blog-Kollegen noch am besten nachvollziehen können. Und keine Sorge, das hier ist wirklich NUR eine Auszeit und wenn ich da Gefühl habe, nicht mehr ganz so überfordert zu sein, werde ich sofort wieder in die Tasten hauen.

Bis Dahin…

Kulii

Filmkritik: Les Miserables

les_miserables_ver11Regie: Tom Hooper

Kinostart: 21. Feb. 2013

Lauflänge: 158min

Genre: Musical, Drama

Ich hab lange überlegt, ob ich wirklich was zu diesem Film schreiben soll, weil es doch so eine gewaltiges Werk ist und ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich die richtigen Worte dafür finden würde. Aber ich nehme Herausforderungen gerne an…

Inhalt:
Der Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) wird nach 19 Jahren Plackerei im Steinbruch freigelassen und möchte sein Leben von Grund auf ändern. Er wird zum rechtschaffenden Mann und gibt Armen und Bettlern die Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine seiner Mitarbeiterinnen ist die junge Fantine (Anne Hathaway), die ein kleines Geheimnis hütet. Sie hat eine uneheliche Tochter, Cosette (Amanda Seyfried), in welche sich Jura-Student Marius Pontmercy (Eddie Redmayne) verliebt. Als Polizeiinspektor Javert (Russell Crowe) in die Stadt kommt, ist er nicht von Jeans plötzlicher Läuterung überzeugt.
(Quelle: www.moviepilot.de)

Zuerst will ich erstmal festhalten, dass ich Musicals an Sich sehr gerne mag, vor allem in Form von Filmen, ich aber jetzt kein Experte auf dem Gebiet bin auch auf der Theaterbühne bisher nur wenig Musicals gesehen habe.
Also hab ich mich im Allgemeinen sehr auf diesen Film gefreut und war vor allem sehr gespannt, weil mein letztes Musical doch schon etwas her ist. Umso schwerer war auch der Einstieg in diesen Film, weil doch deutlich mehr gesungen wurde, als ich erwartet hatte. Ich habe immer ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Gesang und Sprechen gerne oder eben reiner Gesang ohne gesprochene Parts (siehe Jesus Christ Superstar). Hier muss man sich jedoch auf 90% Gesang einstellen und nur vereinzelnd gesprochene Sätze, die in der deutschen Synchron natürlich besonders auffallen. Je länger man zusieht, desto mehr gewöhnt man sich jedoch dran und ich konnte es mir später gar nicht mehr wegdenken.

Der wichtigste Grund, warum ich Musicals so mag ist, dass durch Songs meiner Meinung nach Gefühle am besten transportiert werden können und das nutzt Les Miserable voll aus. Vor allem die Charaktere bekommen dadurch viel Tiefe, aber auch die Atmosphäre des Moments lebt davon, so dass alles irgendwie abgeschlossen ist. Besonders hier ist mir aufgefallen, dass durch die Songs auch kleine und eigentlich nebensächliche Charaktere an großer Bedeutung gewinnen können und nur mit einem Solo ihr volle Leistung zeigen können. Ich denke da jetzt natürlich vor allem an Anne Hathaway, die wirklich überragendes geleistet hat und die Szene in der sie I Dreamed a Dream gesungen hat, hat mich einfach nur mit offenem Mund da sitzen lassen. Auf alle Fälle ein verdienter Oscar! Aber mir ist auch die, in der Filmlandschaft noch recht unbekannte, Samantha Barks aufgefallen, die mir trotz ihrer relativ kleinen Rolle sehr imponiert hat.

Über den restlichen Cast ist glaube ich nicht viel zu sagen, weil hier alles wirklich perfekt besetzt und ausgeführt wurde. Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter habe ich als verrücktes Gaunerehepaar sehr gerne zugesehen und sie haben dem Film auch eine gewisse Lockerheit gegeben. Und nur damit es nicht unerwähnt bleibt: die kleine Cosette, gespielt von Isabelle Allen, war doch einfach nur zum auffressen schnuckelig!
Auch über Kulisse und Kostüm kann finde ich nicht gestritten werden, denn hier wurde gleichzeitig eine authentische aber auch leicht verspielte und kostümierte Atmosphäre geschaffen, die sich perfekt für ein Musical eignet.

Natürlich muss man solche Art Kostümdramen und Musicals im Allgemeinen mögen, um Les Miserables mit Freuden gucken zu können. Denn die 2 ½ merkt man dem Film schon an, aber wer dem Gere sowieso zugewandt ist, wird diese Zeit nur in Bewunderung und Faszination verbringen. Falls nicht, wird euch diese Zeit natürlich doppelt so lang vorkommen, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass einen das kalt lässt und auf mich trifft sowieso der erste Fall zu…

Bewertung: 8.5/10.0

Katrin Bongard: Subway Sound (Rezension)

IMG_8203Erschienen: März 2013

Verlag: Oetinger Taschenbuch

Genre: Jugendliteratur

ISBN: 978-3-86430-012-7

Klappentext:
Kannst du dir vorstellen, auf der Straße zu leben?
Für Livia keine Frage! Seit sie nach Berlin gezogen ist, geht ihr dieser Straßenjunge mit dem Hund nicht mehr aus dem Kopf. Warum lebt er wohl auf der Straße? Und wie ist es, Tag und Nacht draußen zu verbringen? Livia will es wissen. Für 24 Stunden vergisst sie ihre cooles neune Freundinnen, ihr iPhone und ihre Designerklamotten, läst einfach ihr Leben und alle Annehmlichkeiten hinter sich und stürzt sich in das Abenteuer „obdachlos“…

Rezension:
Mir hat es selten so viel Spaß gemacht ein Buch zu lesen! Und das, obwohl ich aus dem Alter für solche Bücher eigentlich schon längst raus bin. Aber dem Jugend-/ YoungAdult- oder CommingUpAge-Genre bin ich, was Bücher Filme und Serien angeht ja sehr zugetan. Aber das ist eigentlich nicht unbedingt der Hauptgrund, warum mir dieses Buch so gefallen hat, denn zur Geschichte an sich kommen wir später.

Dieses Buch spielt nämlich komplett in meiner Heimat Berlin. Darüber hab ich mich schon vor dem Lesen sehr gefreut und hab mich gefragt, an welchem Fleck in dieser großen Stadt sich die Protagonistin wohl ansiedeln wird. Und bei den vielen Orten, Bezirken und Kiezen, (ist das die Mehrzahl von Kiez?) fiel das Los tatsächlich auf die Gegend rund um den Nollendorfplatz in Schöneberg. Auch wenn ich dort nie gewohnt habe, so habe ich dort doch die vier interessantesten und vielfältigsten Jahre meiner bisherigen Schulzeit verbracht (7. bis 10. Klasse). So musste ich beim Lesen meine Phantasie kaum anstrengen, denn Katrin Bongard hat es tatsächlich geschafft, diesen Ort so darzustellen, wie ich ihn besser nicht beschreiben könnte. Selbst die kleinen Details, wie die Pizzeria, der Arabische Imbiss „Habibbi“ (bester Schwarma in Berlin!) oder sogar die Drogerie, mögen für Unkundige nicht viel Bedeutung haben, aber mich hat das sofort wieder ein paar Jahre in die Vergangenheit versetzt.

IMG_8204So fand ich aber nicht nur in der Location Parallelen mit denen ich mich identifizieren konnte. Auch die Geschichte gab einiges her, denn es ist ja erst vier Jahre her (man kommt mir das lang vor) da war ich auch noch 14, so dass ich das Ganze aus einer Art Vogelperspektive betrachtete. Auch wenn das Denken der jüngeren Charaktere dieses Buches manchmal so herrlich naiv ist, spiegelt es dennoch ziemlich gut wieder, wie man sich in diesem alter verhält und nicht selten habe ich mich oder Freunde von mir darin wieder erkannt.

Auch die Thematik hat es durchaus in sich, denn vor Allem in Berlin ist Obdachlosigkeit ein Thema, was man relativ schnell übersieht, weil es ja fast schon zum Alltag gehört. Ich erinnere mich selber noch gut daran, wie befremdlich das wirkte, als ich auf meinem täglichem Schulweg so vielen Obdachlosen begegnete, doch man glaub kaum wie schnell man sich daran gewöhnt. Gerade deswegen finde ich es gut, dass man mit diesem Buch gerade die jüngeren Leser darauf aufmerksam macht und zeigt, wie leicht es doch ist hin- und nicht immer wegzuschauen.

So hat man am Ende ein Buch, von denen es wie ich finde mehr geben sollte. Den die Geschichte ist kein zuckersüßes Mädchengesülze, wie man es so oft für diese Zielgruppe findet, sonder triff eine ehrliche und wichtige Aussage, weshalb ich dieses Buch ohne bedenken an Bekannte und Verwandte in diesem Alter weiterempfehlen kann und auch werde…

Supernatural: Staffel 2

4a9ce83001ac5c97Schöpfer: Eric Kripke

Sender: The CW

Umfang: 22 Folgen je 45min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2006

Es geht in eine gruselige zweite Runde für die Winchester Brüder und auch für mich. Denn nachdem die erste Staffel „ganz ok“ war, wollte ich wissen, ob die Lobgesänge für die folgenden Staffeln tatsächlich zutreffen…

Ein harter Schicksalsschlag trifft die Jungs gleich zu Anfang der Staffel, mit dem jeder auf seine Art umgehet. Doch sie lassen es sich nicht nehmen, weiterhin auf die Jagt nach Geistern und Dämonen zu gehen. Jedoch merken sie schnell, dass der Tod ihrer Mutter für die Welt von weit größerer Bedeutung ist, als sie vermutet hatten.

Die zweite Staffel startet natürlich gleich in Anlehnung an die erste, die uns ja im Finale einen bösen Cliffhanger bot. Man merkt sofort, dass die Handlung hier durch eine etwas andere Motivation vorangetrieben wird. Das hängt im Wesentlichen mit den Ereignissen und Erkenntnissen am Anfang der Staffel zusammen, denn Sam und Dean sind bei ihrer Jagt nicht mehr nur auf Rache aus, sondern merken, dass das Bekämpfen des gelbäugigen Dämon sogar wichtig für den Rest der Welt ist. Dieses Wissen und diese Verantwortung wirken sich natürlich auch auf ihre Verfassung aus.

Ich hatte das Gefühl sowohl Sam (Jared Padalecki) als, auch Dean (Jensen Ackles) in dieser Staffel noch besser kennen gelernt zu haben. Man nimmt sich hier einige Zeit die persönlichen Gefühle der beiden zu beleuchten, was sie teilweise in ein ganz anderes Licht rückt. Sam hat sehr mit sich zu kämpfen, weil er ja schon in Staffel eins merkt, dass er übernatürliche Kräfte hat. Was für eine große Bedeutung das für sein Leben hat, nimmt ihn doch ganz schön mit. Der eigentlich so harte Dean macht auch interessante Wandlungen durch. Während er am Anfang noch versucht, sich durch seinen harte, aggressiven Mantel zu schützen, beginnt er später sogar zu zweifeln und komischerweise haben wir hier an manchen Stellen einen kleinen Rollenwechsel zwischen den beiden.

Supernatural-Season-2-Promo-Pics-supernatural-30136822-2560-1707

Ich hatte ja in der ersten Staffel den dünnen roten Faden bemängelt, der ja erst relativ spät aufflammte. In dieser Staffel wird dieser Faden schon etwas dicker. Zwar hält er sich oft immer noch im Hintergrund, den viel läuft trotzdem episodisch ab. Aber er ist auf jeden Fall präsenter und setzt wesentlich öfter ein. Außerdem hat mir der episodische Teil hier viel besser gefallen, als in Staffel eins. Es wurde nicht mehr so viel auf harte Action gesetzt, sondern mehr auf eine spannende Story in jeder Folge. So kommt es, dass sich die Folgen von ihrer Struktur her nicht mehr so ähneln und auch mehr und mehr neue Sachen ausprobiert werden. Das führte auch dazu, dass ich für die zweite Staffel nicht mehr so lange gebraucht habe. Während ich mich durch Staffel eins etwas zäh durchgegraben habe, konnte ich hier immer wieder neue, spannende Episoden erleben, die mich nicht langweilten.

So konnte Staffel zwei auf jeden Fall ordentlich Punkten und während ich mir nach der noch nicht ganz sicher war, ob ich die Serie weiter verfolgen sollte, hat mich nun das Fieber gepackt. Die beiden Jungs sind mir schon richtig ins Herz gewachsen und ich freue mich auf weitere Staffeln. Hoffen wir, dass es weiterhin bergauf geht.

Konzert: Michael Schulte (Berlin)

225362_472045206176695_966109576_nDatum: 23. Feb. 2013

Location: Crystal Club

Vorband: Rauschenberger

Eintritt: 19,30€

In meiner Albumkritik habe ich ja schon festgestellt, dass Michael Schulte kein typischer Castigboy ist, sondern ein tatsächlich ehrlicher Musiker, der sich durchsetzen konnte (ohne gewinnen zu müssen). Deshalb war ich sehr gespannt und erfreut, diese ehrliche Musik auch mal live hören zu können…

Der Crystal Club ist ein wirklich kleiner, aber sehr gemütlicher Schuppen, in dem sich Musiker und Zuschauer fast auf derselben Höhe befinden, was das ganze Konzert natürlich noch etwas intimer macht.
Schon beim Einlass fiel auf, welches Geschlecht an diesem Abend die Übermacht hatte. Ich persönlich war ziemlich überrascht, dass tatsächlich so drastisch ausfallen würde. Während ich schon auf dem Kakkmaddafakka Konzert dachte, dass wenig Männer da waren, konnte man die hier an nicht einmal zwei Händen abzählen. Aber Micha hatte bestimmt nur seine Freude daran.

Die Vorband Rauschenberger, die gestern nur durch zwei und nicht durch vier Personen vertreten wurde, ließ sich, entgegen meines ersten Eindrucks, sogar ertragen. Mich konnte man ja noch nie wirklich für deutschsprachige Musik begeistern. Auch hier gab es natürlich diese übliche schnulzigen deutschen Texte mit denen ich so mein Problem habe. ABER in der live Performance konnte der Gitarrist Lars Ehrhardt einiges wieder rausholen und dadurch, dass Schlagzeug und Bass fehlten wirkte es etwas angenehmer, als die Studio Versionen. Hinzu kommt noch, dass die beiden Jungs echt sympathisch rüber kommen.

Michael Schulte nur mit seiner Gitarre und dieser wunderbaren Stimme entsprach genau meinen Erwartungen. Er spielte sowohl einige Songs aus seinem Album, als auch das ein oder andere neue Stück. Dazu noch wunderbare Cover von Bon Ivers Skinny Love, dem Coverklassiker Feeling Good und mein persönlicher Liebling: Peter Gabriels Book of Loove.
Dadurch, dass es ein reines Akkustik Konzert war, ging es eher ruhig von statten und man konnte in manchen Momenten einfach nur die Augen schließen und zuhören. Für mich war das eine willkommene Abwechslung, denn so kann man die eigentliche live Musik in vollen Zügen genießen. Obwohl man sagen muss, dass es Michaels Musik ja durchaus hergibt etwas peppiger daher zu kommen. Und so sehr ich es auch genieße nur seine Stimme und die Gitarre zu hören, würde es mich sehr freuen, wenn er bald mal wieder mit Band auf Tour geht, denn wer schon mal in sein Album reingehört hat, weiß, dass seine Lieder sich durchaus zum mithüpfen und –tanzen eignen.
Autogramme hat der Liebe am Ende schließlich auch noch gegeben.

Bis Anfang Mai ist Micha noch unterwegs und außer für Leipzig, Stuttgart und Hamburg, gibt es für den Rest noch ne Menge Karten. Und bei 20 Städten dürfte für fast jeden was dabei sein. Also greift zu, wenn ihr von meinen Erfahrungen überzeugt seid…

Downton Abbey: Staffel 1

Downton-Abbey-Season-1-DVD-TV-Serie-DramaSchöpfer: Julian Fellowes

Sender: ITV

Umfang: 7 Folgen ja 50-60min

Erstausstrahlung: 26. September 2010

Meine erste britische Serie! Ja, ich glaube es selbst kaum denn auf meiner Watchlist befinden sich schon einige britische Serien, zu denen ich bisher aber noch nicht gekommen bin. Downton Abbey stand ursprünglich jedoch nicht auf dieser Liste und eigentlich hätte ich auch nicht gedacht, dass sie mich vom Thema und Setting her interessieren könnte. Doch wie so oft wurde ich vom Gegenteil überzeugt…

Wir befinden uns auf dem  Anwesen Downton Abbey in England des Jahres 1912. Die traditionelle Adelsfamilie Crawley lebt dort,  zusammen mit ihren zahlreichen Angestellten. Da der Earl (Hugh Bonneville) und die Countess (Elizabeth McGovern) of Grantham nur drei Töchter und keinen einzigen Sohn zu Welt gebracht haben, gibt es einige Probleme mit ihrer Erbschaft. Nachdem auch der letzte nähere männliche Verwandte mit der Titanic unter gegangen ist, beginnt der Streit um das Erbe.

Mir fällt selbst beim beschreiben des Inhalts auf, dass es nicht sonderlich spannend klingt, aber wenn man sich erst mal darauf einlasst kann einen schon die erste Folge um den Finger wickeln. Ganz entgegen meinen Erwartungen wirkte die Staffel keineswegs langweilig und ich war erstaunt, wie viel man doch aus diesem Thema machen kann.
In vielerlei Hinsicht hängt das vor allem mit der Darstellung des Personals zusammen. Neben der Tatsache, dass sie der adligen Oberschicht unterworfen sind, herrscht intern unter den Angestellten eine ganz eigene Hierarchie. Schnell bahnen sich auch einige Intrigen an, die sich sogar klassenübergreifend ausbreiten können. So packt einen mit der Zeit auch die Geschichte rund um den Verlauf des Erbes und um das Verbleiben der Töchter. Hinzu kommen neben der Grundstory noch einige kleine Storys, die mich aber genauso berührt haben, wie der eigentliche Plot.

Downton-Abbey

Schauspielerisch bekannt dürfte hierbei vielen Maggie Smith (Harry Potter Filme) sein, die hier wunderbar die Familienälteste und Mutter des Lords, Lady Violet Crawley spielt. Ihr Charakter sorgt oft dafür, dass man bei so einer Serie sogar was zu lachen hat. Auch sonst zeigen hier alle eine durchweg sehenswerte Leistung. Besonders interessant fand ich hierbei Michelle Dockery als älteste Tochter, Mary. Neben ihrer recht kühlen und harten Art, schafft sie es auch Vielseitigkeit zu zeigen. Ebenso die Rolle des Matthew Crawley (Dan Stevens), der der nächste männlich Erbe ist, sich aber eigentlich nicht für diese Welt geschaffen sieht. Aber er macht einen recht großen Wandel durch, weshalb es für mich auch immer interessanter wird.

Hinzu kommt natürlich noch dieses wunderbare Setting und die Liebe zum Detail. Kulisse und Kostüm wirken sehr authentisch (auch wenn ich jetzt keine Historikerin bin) und ließen mich Folge für Folge 100 Jahre in die Vergangenheit reisen.

Man merkt also schon, dass mich Downton Abbey in vielerlei Hinsicht überzeugt hat und ich froh bin, dieses Wagnis auf mich genommen zu haben. Alle die sich eben wegen der Thematik noch nicht recht daran gewagt haben kann ich es nur empfehlen, denn man merkt gar nicht, wann diese 7 Folgen rum sind und mit einem Schwung hab ich auch gleich die zweite Staffel geschaut. Eine Kritik dazu kommt natürlich auch bald…

Ein Jahr durchgehalten!

1-jahr-blogIch hab mich auf diesen Tag schon fast so gefreut wie ein kleines Kind in der Nacht vor seinem Geburtstag und in meiner Phantasie esse ich gerade mit meinen ganzen treuen Lesern Torte und wir spielen Sackhüpfen und Eierlaufen…

Ja tatsächlich. Dieser Blog feiert heuen seinen ersten Geburtstag und ich bin ganz ehrlich von mir selber überrascht, dass ich es schon so lange durchhalte. Denn eigentlich bin ich eher der Typ, der vollkommen motiviert und begeistert etwas anfängt und es nach einiger Zeit vollkommen unmotiviert wieder sein lässt. Aber hier habe ich wirklich Durchhaltevermögen bewiesen und darauf bin ich sogar ein bisschen Stolz. Doch das liegt natürlich nicht nur an mir.

Aller Anfang ist schwer und das merkte ich auch, als ich review on everything vor einem Jahr startete. Doch ich wurde schnell vom Gegenteil überzeugt, denn schnell hatte ich mich in diese Blog Familie eingelebt und wurde von vielen Blogkollegen und sonstigen Lesern willkommen geheißen.

So kam es fast von ganz alleine, dass sich in meinem, zuerst noch etwas konzeptlosem, Blog ein kleines System aufbaute und ich merkte, dass es tatsächlich Leute gibt, die das Lesen wollen, was ich hier schreibe und darüber freue ich mich jeden Tag aufs Neue. Es sind jetzt keine bahnbrechenden Zahlen die ich hier schreibe, obwohl sie für mich eigentlich relativ sind, weil ich nicht so einschätzen kann, was für Werte denn so üblich sind nach einem Jahr. Aber ich will mich ja auch nicht an Zahlen festlegen und freue mich nur, dass es überhaupt so weit gekommen ist und dass es noch viele Jahre so weiter gehen wird.

 

Mein Jahr in Zahlen:

12 Monate

8.507 Aufrufe

  •  bester Tag: 132 Aufrufe
  •  bester Monat: 928 Aufrufe (August)

163 Kommentare

77 Aktikel

22 Abonnenten (Blog)
8 Abonnenten (Kommentare)

 

In diesem Sinne nochmal ein großes Dankeschön an alle, die zu diesen Zahlen beigetragen haben und es in Zukunft auch noch tun werden/wollen. Ich freu mich auf ein weiteres bloggiges Jahr und bin schon ganz gespannt, was dieses Jahr so alles auf mich zukommt.

Konzert: Forest and Crispian (+ Where Did Nora Go)

m13143677_gDatum: 11. Feb. 2013

Location: Aufsturz Klub (Berlin)

Vorband: Where Did Nora Go

Eintritt: 5/7 €

Nachdem ich von dem wirklich sehr originellen Album der Schweden Forest & Crispian sehr begeistert war, habe ich mich sehr darauf gefreut sie live zu sehen, denn ich war sehr gespannt darauf, wie diese einzigartige Musik auf der Bühne wirkt. Außerdem standen auf dem Plan noch die Dänen von Where did Nora go, deren Musik mir noch gar nicht bekannt war und ich nicht einmal Zeit hatte rein zu hören.  So gibt ich also voller Neugier und Vorfreude in dieses Konzert, welches übrigens im Sinne der Konzertreihe Nordlicht Klub stattfand.Das Aufstuz ist ein sehr netter und gemütlicher kleiner Klub um Keller des Lokals und als es sich nach und nach füllte war die Atmosphäre schon mal sehr angenehm, so dass es daran wohl nicht scheitern sollte.

Gegen 21:00 Uhr stiegen Where Did Nora Go schließlich auf die Bühne und ich musste feststellen, dass diese „Band“ nur aus der Sängerin und Namensgeberin Astrid Nora und ihrem Produzenten Henrik Marstal besteht.  Beide sieht man als Duo an den Celli, die den Großteil ihrer Musik ausmachen. Viel wird aber auch durch die Loop Station und einige mir unbekannte Instrumente unterstützt. Getragen wird das ganze meiner Meinung nach jedoch von Noras vielschichtigem Gesang, der gleichzeitig hart aber auch sehr sanft wirkt und im Allgemeinen sehr angenehm anzuhören ist. Aus wenig wurde viel gemacht und ich bin begeistert. Das ist ein Name den ich mir sehr wohl merken werde.

Nach der gelungenen Einstimmung durften wir uns nun auf Forest & Crispian freuen. Und zu meiner Überraschung benötigten sie genauso wenig Instrumente wie ihre Vorgänger, was mich etwas wunderte, weil ihre vielseitige Musik doch eigentlich mehr bedarf. Aber auch hier wurde ich überrascht. Da ich ja nur ihr aktuelles Album Morganlands kenne, dufte ich auch einige mir unbekannte Songs hören, die mich keinesfalls enttäuscht haben. Doch besonders die Lieder die ich schon kannte haben mich beeindruckt, denn selbst wenn schon die Studio Versionen ein Ohrenschmaus sind, so kommt auf der Bühne erst recht zum Vorschein, wie besonders diese Musik ist.

Hinzu kommt übrigens noch, dass die drei Jungs auch recht amüsant anzusehen sind und wissen wie die Masse zu unterhalten ist. Es war also alles in Allem ein sehr gelungener Abend, der mich dieser Band noch näher gebracht hat und mir sogar noch einen neuen kleine Geheimtipp verschafft hat. Immer wieder gerne…

Filmkritik: Crazy Heart (2010)

crazy-heartRegie:  Scott Cooper

Kinostart: 04.03.2010

Lauflänge: 112min

Genre: Drama, Musik

Seit ich mein LoveFilm Abo habe, schaffe ich es endlich alle die Filme zu schauen, die ich mir schon immer vorgenommen habe (oder zumindest die meisten). Crazy Heart gehört auch dazu, vor allem weil ich ja Musikbetonte Filme so liebe und gerade Country genau mein Fall ist…

Inhalt:
In Crazy Heart spielt Jeff Bridges Bad Blake, ausgebrannten Country-Sänger, der schon einige Ehen hinter sich hat, viel zu lange über die Lande getingelt ist und dabei viel zu viel Hochprozentiges zu sich genommen hat. Dennoch stehen die Chancen auf Erlösung nicht schlecht, als er eines Tages auf die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) trifft, die den Mann hinter dem ausgebrannten Musiker entdeckt. Nun muss Bad erkennen, wie schwierig der Weg zurück ins ‘normale’ Leben ist und was echter Herzschmerz bedeutet. (Quelle: www.moviepilot.de)

Kritik:
Dieser Film könnte genauso gut eine Biopic sein, wobei völlig egal ist von wem. Ich fand es auch von Anfang an interessant, dass diese Geschichte fiktiv ist, weil man dadurch nicht diesen biographischen Beigeschmack hat, der manchmal etwas zu bejubelnd ist. Hier kann man sich einfach auf die Geschichte einlassen, ohne das zwingend mit jemand identifizieren zu müssen.

Die grobe Handlung an sich ist meines Erachtens nichts Besonderes und lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Auch die Charakterbildung und Entwicklung wird einem relativ schnell klar. Durch diese Tatsache kam mir der Anfang ein wenig schleppend entgegen, weil viel Zeit dafür verwendet wird darzustellen in was für einer Situation sich Bad Blake befindet. Der einsame, versoffene Country Musiker  der auf dem Tiefpunkt seiner Karriere steht ist ein sehr typisches Bild, welches nicht viel Erklärung und Einführung bedarf. Warum das so gemacht wurde kann ich jedoch vollstes verstehen. Denn auf die Geschichte an sich kommt es hier weniger an. Es ist viel mehr die Atmosphäre, die Musik und das Wirken der Schauspieler.

Verrauchte Pups,  viel Whiskey und ein Mann mit Hut, der in seinem alten Auto quer durch die Wüste fährt.  Für Liebhaber des Country/Amerika Genres wird das hier ein Traum sein und denen macht es wohl gar nichts aus, dass man sich in dieser Hinsicht viel Zeit zum Erzählen nimmt. Unterstrichen wird das ganze natürlich von der dazugehörigen Musik, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, doch man muss natürlich für Country zu haben sein. Obwohl der Titelsong The Weary Kind wohl jedem eine Gänsehaut verpassen dürfte.
Auch die Schauspieler haben hier ihr Bestes gegeben. Von Jeff Bridges habe ich nichts anderes erwartet, weil er natürlich genau der Typ so für so eine Rolle ist. Aber auch auf Gyllenhaal habe ich mich sehr gefreut, weil sie für mich zu einer kleinen Gruppe von unterschätzten Schauspielern gehört, denen ich sehr gerne zusehe.

Im Allgemeinen kann man also sagen, dass Crazy Heart ein Film ist, der mich durchaus unterhalten hat. Er hat mich vielleicht nicht begeistert, aber die besondere Atmosphäre macht vieles wieder wett. Und wer weiß worauf er sich einlässt und die Richtung mag wird viel Freue an diesem Film haben…

Bewertung: 6.5/10.0

Dexter: Staffel 3

7e8c1d92e260114a56141cf5e50fdba8Schöpfer: James Manos Jr. (Buch von Jeff Lindsay)

Sender: Showtime

Umfang: 12 Folgen je 50min

Erstausstrahlung: 28. Sep. 2008

So nun wurde es schwierig. Die erste Staffel begeisterte mich wie verrückt und die zweite war mehr oder weniger eine Enttäuschung. Nun gab es für Staffel drei eine 50/50 Chance.
Dexter (Michael C. Hall) ist in dieser Staffel, nach seinen letzten Rückschlägen, wieder ganz in seinem Element und versucht sich etwas von den Normen seines Vaters zu lösen. So kommt es schließlich dazu, dass nur ein einziger kleiner Fehler ihm auf lange Zeit viele Probleme bereitet…

Das sich Dexter von Harrys Codex etwas distanzieren wird, war schon am Ende der zweiten Staffel zu erwarteten und so war ich besonders auf diese Charakterentwicklung sehr gespannt.  Ich muss jedoch zu geben, dass sich dadurch sein Wesen nicht um vieles verändert hat. Das hat mich aber nicht sonderlich gestört, weil ich froh war den alten Dexter wieder zu sehen. Während ich mich mit ihm in der zweiten Staffel nicht so richtig anfreunden konnte, kamen hier diese ganzen Gefühle der ersten Staffel wieder auf. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass man die zweite Staffel in Gedanken sogar weg lassen kann, da darauf nur sehr geringen eingegangen wird.

Die Grundstory dieser Staffel setzt, im Vergleich zu den bisherigen, vielleicht einen Schritt zurück, aber mir kam das nur gelegen, da es mir in Staffel zwei wirklich ZU VIEL war. Es gibt wieder diesen einen geheimnisvollen Fall, der sich durch die ganze Staffel zieht und dieser war mal wieder grandios inszeniert (obwohl nicht mit Staffel eins zu vergleichen). In diesem Sinne kam auch ein neuer Charakter ins Spiel, der Dexter mal wieder an seine Grenzen treibt. Der Staatsanwalt Miguel Prado (Jimmy Smits), wird durch eine zufällige Begebenheit zum engen Freund von Dexter. Ich habe schon von Anfang an spekuliert ob er ihm mehr Freund oder Feind ist und nach einer Zeit wurde er mir zu gut. Wie das schließlich gehandhabt wurde, hat mich mal wieder beeindruckt.

Dexter-and-Miguel

Die Beziehung zu seinem Vater spielte ja schon immer eine wichtige Rolle. Doch in dieser Staffel  ging diese Beziehung in eine interessante Richtung. Während vorher oft Rückblenden benutzt wurden, um mehr aus Dexters Vergangenheit zu erfahren, wird nun mit Tagträumen oder Visionen gearbeitet. In diesen erscheint Harry (James Remar) um Dexter zu „beraten“, obwohl das ja eigentlich nur sein eigenes Unterbewusstsein ist. Das führt dazu, dass Dexter seinen Vater sogar noch besser versteht und einsieht warum er gewisse Dinge getan hat.

Durch den ständigen Perspektivwechsel zwischen Dexter und seinem Umfeld, bekommt man verschiedene Meinung zu den Ereignissen geboten. Vor allem im Fall der Familie Prado wusste ich als Zuschauer oft nicht zu welcher Seite ich mich mehr hingezogen fühle. Das zeigt natürlich mal wieder, wie überzeugend das Doppelleben von Dexter wieder dargestellt wurde und ich habe mich gefreut die restlichen Charaktere in Dexters Umfeld noch ein Stückchen besser kennen zu lernen.

Ich kann mich also glücklich schätzen, dass Dexter noch die Kurve gekriegt hat. Sie war zwar nicht so gut wie die erste Staffel, aber man kann es schon vergleichen und ich bin froh, dass der Tiefpunkt der zweiten Staffel nicht angehalten hat.